

Online-Selbstlernkurs: Kommunikative Gewalt im Netz erkennen, verstehen und bearbeiten
Über den Online Selbstlernkurs
Was du hier findest
Du möchtest mehr darüber lernen, welche Mechanismen hinter der Verbreitung von kommunikativen Angriffen im Netz stecken und welche Konsequenzen das Erleben von Angriffen haben kann? Du möchtest wissen, wie du in verschiedenen Rollen mit einem Angriff umgehen kannst? Dann bist du hier richtig!
Dieser Selbstlernkurs richtet sich an Studierende und junge Erwachsene, die sich aktuell oder in Zukunft in öffentlichen Ämtern und Berufen befinden, und an Privatpersonen, die im Internet öffentlich sichtbar werden können. Der Kurs hat zum Ziel, Nutzer:innen in ihrer Internetnutzung zu empowern. Während eine gesamtgesellschaftliche Bearbeitung der Mechanismen hinter kommunikativen Angriffen im Netz notwendig ist, gilt es gleichzeitig (öffentliche) Personen auf einen Umgang mit kommunikativer Gewalt vorzubereiten und im Umgang mit den Angriffen zu unterstützen.
Der Kurs bietet:
- Eine Übersicht über die bisherige Forschung zu Formen, Dynamiken und Effekten von kommunikativer Gewalt im Netz
- Materialien für die Auseinandersetzung mit der Rolle von Social Media Plattformen und ihren Logiken in der Verbreitung von kommunikativen Angriffen
- Input zu emotionalen Copingstrategien für (indirekt) Betroffene
- Informationen zur Strafverfolgung von Hass im Netz
Die Materialien
Der Kurs nutzt diverse interaktive Materialien, um die Inhalte auf verschiedene Arten und Weisen zu vermitteln und in verschiedenen Nutzungsmomenten anwendbar zu sein. Eine Übersicht über die konkreten Inhalte bietet dir das nachfolgende Übersichtsvideo:
Hier folgt ein Video.
Die Materialien können auch im Seminar- oder Workshopkontext verwendet werden.
Hier folgt ein Downloadlink zum Arbeitsblatt Durchführung Curriculum
Zum Projekt
Im Rahmen des von der "Deutschen Stiftung Friendensforschung" geförderten Projekts ExKoGePe wurde dieser Selbstlernkurs mit Studierenden des Masters Kommunikationswissenschaft erstellt. Die Ausarbeitung der Materialien erfolgte im Kontext des Masterforschungspraxisseminars "Kommunikative Gewalt gegen Kommunikator:innen – Formen, Effekte, Prävention", von Prof.'in Dr. Nina Springer. Das Seminar startete im Sommersemester 2025 und ging über ein Jahr. Im ersten Semester führten die Studierenden qualitative Leitfadeninterviews mit öffentlichen Personen zu ihren Erfahrungen mit kommunikativer Gewalt. Sie interviewten außerdem Unterstützungsorganisationen, zu existierenden Maßnahmen. Basierend auf den Ergebnissen der Interviewstudien wurden dann, im zweiten Semester, die hier aufbereiteten Materialien erstellt. Die Materialien werden während der Laufzeit des Projektes ExKoGePe, bis einschließlich Ende April 2027, weiterbearbeitet.
Forschungsstand: Formen, Dynamiken, Effekte von kommunikativer Gewalt im Netz
Wer online sichtbar ist, ist angreifbar. Kommunikative Angriffe im Netz haben sowohl individuelle als auch gesamtgesellschaftliche Konsequenzen. Sie schränken die freie Meinungsäußerung und Repräsentation in Onlineräumen ein und sind somit schädlich für unsere demokratische Gesellschaft.
In diesem Teil des Selbstlernkurses erfährst du mehr über:
- inhaltliche Ausprägungen von kommunikativer Gewalt
- Mechanismen hinter kommunikativer Gewalt
- Konsequenzen der Angriffe
- die Rolle von Counterspeech und solidarischen Netzwerken im Coping
- die Ausgestaltung von verantwortungsvoller Kommunikation im Internet
Social-Media-Plattformen und ihre Logiken (Beispiel von Instagram)
In jedem Augenblick werden auf Instagram Unmengen neuer Kommentare veröffentlicht – viele harmlos, manche lustig, andere verletzend oder sogar hasserfüllt. Kommunikative Angriffe im Netz werden durch verschiedene Plattformlogiken verstärkt. Das Netz bietet Möglichkeiten, anonym oder unsichtbar und asynchron ohne direkt erlebte Konsequenzen Angriffe zu verbreiten. Dies bezeichnet man in der Forschung als den "Online Disinhibition Effect".
Diese Wirkweisen von Plattformen sind Thema der Instagram-Beiträge und des Podcasts. Außerdem findest du an dieser Stelle ein Arbeitsblatt, mit Hilfe dessen du dich mit den vermittelten Inhalten nochmal tiefgreifend auseinandersetzen kannst.
Copingstrategien für (in-)direkt Betroffene
Hast Du schon einmal Hass im Netz erlebt?
Es erwarten Dich zwei Spiele, die Dir neue Impulse geben, um Dich in verschiedenen Situationen online sicherer und bewusster zu verhalten. Lerne, Deine Erfahrungen zu verarbeiten, Deine Gefühle einzuordnen und durch gewaltfreie Kommunikation angemessen auf Hass zu reagieren. Im ersten Spiel lernst Du, Deine Emotionen einzuordnen und richtig mit Hass im Netz umzugehen. Im zweiten Spiel übst Du, Gespräche zu deeskalieren und Konflikte respektvoll zu lösen.
Strafverfolgung von Hass im Netz
Hass und Hetze im Netz begegnen uns täglich – besonders Menschen, die (beruflich) öffentlich kommunizieren. Ein Hasskommentar kann verletzen, eine Hassnachricht verunsichern, ein Post Angst machen. Hass im Netz ist kein harmloser Spaß und nicht immer von der Meinungsfreiheit gedeckt. Es gibt rechtliche Wege und Anlaufstellen, die Dich unterstützen, wenn Du von Hass im Netz betroffen bist. Staatliche und zivilgesellschaftliche Akteur:innen arbeiten zusammen daran, Hass im Netz sichtbar zu machen und strafrechtlich zu verfolgen. Betroffene sind damit nicht allein. Dieser Flyer informiert dich über rechtliche Grenzen, Unterstützungsangebote und Wege der zivilgesellschaftlichen und staatlichen Verfolgung von Hasskriminalität im Netz.
Gib uns Feedback zum Kurs
Du hast unseren Kurs oder ausgewählte Module daraus genutzt? Dann freuen wir uns über dein Feedback. Das Ausfüllen des Fragebogens wird etwa 5-10 Minuten in Anspruch nehmen.
Hier folgt ein Download-Link zum Fragebogen.
Redaktion
(jeweils in alphabetischer Reihenfolge)
Forschungsstand: Hannah Ötting
Social-Media-Plattformen: Ishak Ameddah, Manon Beike, Tristan Berghoff, Franziska Bücker, Marie Gerber, David Hinkel, Lara Terpelle, Julian Wortmann
Copingstrategien: Nina Bohlander, Malena Buschmann, Ani Khachatryan, Fabienne Pieper, Patience Sarfo
Strafverfolgung: Victoria Brüggemann, Frederike Buch, Joana Dieckelt

