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Medienpraktiken des Widersprechens: Neue DFG-Forschungsgruppe untersucht Bedeutung des Widersprechens in demokratischen Gesellschaften mit einem Teilprojekt am IfK

(22.09.2026) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue Forschungsgruppe, die untersucht, welche Bedeutung das Widersprechen für demokratische Gesellschaften hat und unter welchen Bedingungen es Teilhabe ermöglicht oder gefährdet. In sieben Teilprojekten erforscht die Gruppe „Medienpraktiken des Widersprechens in vernetzten Öffentlichkeiten“ (FOR 6017). Prof. Dr. Sigrid Kannengießer wird im Rahmen der Forschungsgruppe das Teilprojekt „Medienpraktiken des Widersprechens im Plattformkapitalismus: Diskursive Kritik und alternative Infrastrukturen “ am Institut für Kommunikationswissenschaft leiten.

Die Möglichkeit zu widersprechen ist ein essenzieller Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Beim Widersprechen kommen zuvor ungehörte Stimmen zu Wort und Autoritäten werden in Frage gestellt. Formen des Widersprechens sind keineswegs neuartige Phänomene, aber durch die Etablierung von Onlinemedien sind deren Möglichkeiten und Formen vielfältiger, lauter und schneller geworden. Die Forschungsgruppe untersucht verschiedene Praktiken des Widersprechens. Die Wissenschaftlerinnen gehen der Frage nach, wer in öffentlichen Debatten Gehör findet, wer widersprechen kann und wessen Stimmen eingeschränkt oder zum Schweigen gebracht werden. Die Gruppe umfasst sieben Projektleiterinnen aus der Kommunikations- und Medienwissenschaft: Neben der Universität Münster sind Wissenschaftlerinnen der Freien Universität Berlin, der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, der Universität Augsburg sowie der Filmuniversität Babelsberg beteiligt. Gemeinsam werden sie zeitgenössische digitale, aber auch historische Formen des Widersprechens mit und in Medien untersuchen.

Prof. Dr. Sigrid Kannengießer wird gemeinsam mit zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen am IfK untersuchen, mit welchen diskursiven Praktiken verschiedene Akteur*innen dem Plattformkapitalismus, seinen Logiken und zentralen Akteur*innen widersprechen. Zudem stehen „materiell-gestaltende Medienpraktiken des Widersprechens“ im Fokus, mit denen Individuen und Kollektive digitale Infrastrukturen schaffen, die als „Alternativen“ zum Plattformkapitalismus demokratischer gestaltet sein sollen. Als ein Beispiel steht hier das Fediverse im Mittelpunkt, ein Zusammenschluss alternativer Onlinenetzwerke, wie z.B. Mastodon, das mit transformativen Methoden mitgestaltet werden soll.

Das Teilprojekt wird für 4 Jahre mit rund 580.000 Euro gefördert.

Pressemitteilung der DFG

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