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Quellenprojekt

Quellen im Münsterland

 

Die Quellen in den Baumbergen

Die Baumberge sind eine ca. 40 km2 umfassende Hügellandschaft westlich von Münster (Abb. 1) mit einigen bemerkenswerten Eigenschaften:

  • Mit mittleren Höhen von ca. +150–170 m NHN (höchster Punkt +187,1 m NHN) stellen sie die höchsten Erhebungen im zentralen Münsterland dar.
  • Aufgrund dieser Höhen stellen die Baumberge eine Niederschlagsbarriere mit vergleichsweise hohen Niederschlagsmengen von jährlich 800–1000 mm (700–800 mm in der Umgebung) dar.
  • Bei den Gesteinsschichten im Untergrund der Baumberge handelt es sich um die jüngsten überlieferten Ablagerungen der jüngsten Kreidezeit (oberes Obercampan) im gesamten Münsterland.
  • Obwohl die Baumberge eine morphologische Erhebung darstellen, bilden die Gesteinsschichten im Untergrund eine schüsselartige Muldenstruktur (sog. Reliefumkehr).
  • Das versickernde Niederschlagswasser sammelt sich zunächst als Grundwasser in der Muldenstruktur und läuft zeitverzögert an zahlreichen Quellen (Überlaufquellen) über.
  • Die Quellen fließen in alle Himmelsrichtungen und speisen die Flüsse Lippe/Rhein, Ems, Ijsselmeerzuflüsse. Somit bilden die Baumberge einen hydrografischen Knoten.
  • Die Baumberge stellen ein nahezu geschlossenes Grundwasserökosystem mit einem Gleichgewicht im Wasserhaushalt zwischen Niederschlag, Grundwasserabfluss an den Quellen und Verdunstung dar (sog. Naturlysimeter).

(abgeändert nach: Göbel, P. (2012): Die Quellen in den Baumbergen. - Geographische Kommission für Westfalen [Hrsg.]: Westfalen Regional [http://www.lwl.org/LWL/Kultur/Westfalen_Regional/Naturraum/Baumberge/]

Profilschnitt Baumberge
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Hexenpuett
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Das Projekt

Das Quellenprojekt stellt als Knotenpunkt zwischen verschiedenen Fachrichtungen ein interdisziplinär ausgerichtetes Vorhaben dar. Die Arbeiten im Rahmen des Quellenprojektes werden seit 2007 durch Mitarbeiter und Studierende der WWU Münster Institut für Geologie und Paläontologie (im nachfolgenden mit IGP abgekürzt) im Rahmen von Studienabschlussarbeiten (Bachelor, Master, Diplom) durchgeführt wurden. 2014 wurden die Untersuchungen im Rahmen einer Vorstudie zur "Integrierten, maßstabsübergreifenden Bewertung von Stressoren in Grundwasser-Ökosystemen" intensiviert. Alle Arbeiten wurden in Kooperation durchgeführt mit

Unterstützt werden die Arbeiten durch Vertreter*innen

  • des geologischen Dienstes NRW
  • des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV NRW),
  • des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (Westfälischen Landesmuseums für Naturkunde),
  • der Bezirksregierung Münster,
  • der Kreise Coesfeld, Steinfurt, Borken und Münster, Unna
  • der Baumberge-Gemeinden Billerbeck, Darfeld, Havixbeck und Nottuln,
  • der Landwirtschaftskammer / Landwirtschaftsverband / Wald und Holz,
  • der Naturförderstationen und Naturschutzzentren der ansässigen Gemeinden und Städten,
  • des Westfälischen Heimatbundes,
  • und der lokalen Heimatvereinen, Schulen und Kindergärten.

Veröffentlichungen

Göbel2014 Quellen in Westfalen
© Geographische Kommission für Westfalen

Göbel, P. & Meßer, J. (2014): Quellen in Westfalen. – Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Geographische Kommission für Westfalen [Hrsg.]: Geographisch-landeskundlicher Atlas von Westfalen, Themenbereich II Landesnatur, Doppelblatt + Begleittext, 17. Lfg.; Münster. – [ISBN 978-3-402-14110-6]

Goebel2010 Untersuchungen Baumberge
© LWL-Museum für Naturkunde

Göbel, P. (2010): Historische Entwicklung der geologischen, hydrogeologischen und ökologischen Untersuchungen in den Baumbergen (Kreis Coesfeld, Nordrhein-Westfalen). – In: Göbel, P. [Hrsg.] (2010): Quellen im Münsterland – Beiträge zur Hydrogeologie, Wasserwirtschaft, Ökologie und Didaktik. – Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 72(3/4): 9-16, 4 Abb.; Münster.

Goebel2007 Quellen Baumberge
© LWL-Museum für Naturkunde

Göbel, P. (2007): Quellen aus (hydro)geologischer Sicht. – In: LWL-Archäologie für Westfalen [Hrsg.]: Quellen – Ursprung des Lebens, 48 S., 107 Abb., 2 Kt.; Münster. – [ISBN 978-3-8053-3804-2]

Poster über das Projekt