Johann Michael Sailer

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Im Jahr 1832 stirbt in Regensburg ein über die Grenzen seinens Bistums hinaus fast wie ein Heiliger verehrter Bischof: Johann Michael Sailer. Der Verfasser zahlreicher Erbauungsschriften, deren verinnerlichte Religiosität Katholiken wie Protestanten gleichermaßen berührte, gilt als Vorbild eines aufrechten Katholiken in der düsteren Zeit von Revolutionswirren und Säkularisation. Vierzig Jahre später, 1873, werden die Werke desselben Mannes bei der Römischen Inquisition angeklagt, weil Sailer ein Häretiker gewesen sei, der die katholische Theologie durch aufklärerische und protestantische Ideen "zersetzt" habe.


Hubert WOLF (Hg.), Johann Michael Sailer. Das postume Inquisitionsverfahren (Römische Inquisition und Indexkongregation 2), Paderborn u.a. 2002, 273 Seiten, gebunden, ISBN: 3-506-77671-1.