Publikum bei der Ringvorlesung
An elf Terminen beschäftigt sich die Ringvorlesung mit der Rolle des Christentums in Zeiten von Krieg und Gewalt. Bei der öffentlichen Veranstaltung im Hörsaal KTh I sind alle Interessierten willkommen.
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Die Rolle des Christentums in Konflikten beleuchten

Spannende studentische Ringvorlesung gestartet / Elf Termine mit interdisziplinären Themen

Vergangene Woche ist an der Fakultät die öffentliche Ringvorlesung mit dem Titel „Segen oder Sprengstoff?“ gestartet. Sie beleuchtet die Rolle des Christentums in Zeiten von Krieg und Gewalt. Die Veranstaltungen am Fachbereich Katholische Theologie der Universität Münster finden dienstags um 18.00 Uhr im Raum KTh I an der Johannisstraße 8-10 statt.

Die Ringvorlesung geht auf studentische Initiative zurück. Die Idee hatten die Studierenden Lena Almeroth, Linus Richter und Cosima Spieß. „Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Relevanz Theologie für die Gesellschaft heute hat. Und wir wollten an der Fakultät gerne etwas Interdisziplinäres machen“, berichtet Linus Richter.

Die Studierenden Linus Richter, Lena Almeroth und Cosima Spieß
„Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Relevanz Theologie für die Gesellschaft heute hat": Die Studierenden Linus Richter, Lena Almeroth und Cosima Spieß (v.l.) hatten die Idee zur Ringvorlesung.
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Bei Dekan Prof. Dr. Oliver Dyma stießen die drei Studierenden auf offene Ohren, als sie ihm Anfang des Jahres die Idee vorstellten. Er bestärkte sie, ihren Plan umzusetzen. Eine studentische Ringvorlesung hat es in der Fakultät viele Jahre nicht gegeben. „Wir unterstützen dieses Engagement wirklich sehr gerne. Es ist toll, wenn Studierende aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreifen und so auch theologische Perspektiven in die Öffentlichkeit tragen“, sagt Oliver Dyma.

In der Wahl der elf Vorlesungsthemen waren die Studierenden des Studiengangs Magister Theologiae völlig frei. „Bei der Planung hatten wir herausragend gute Rückmeldungen. Nahezu alle, die wir angefragt hatten, sagten ihre Teilnahme direkt zu“, berichtet Lena Almeroth.

Das Konzept sieht 30- bis 45-minütige Vorlesungen vor, an die sich jeweils eine Diskussion der Teilnehmenden anschließt. „Wir haben eine extreme Relevanz des Themas festgestellt. Global passiert gerade sehr viel. Während der Planung brach zum Beispiel der Krieg zwischen den USA und Iran aus und so spitzte sich auch der Konflikt zwischen Trump und Papst Leo zu“, sagt Cosima Spieß.

Prof. Dr. Regina Elsner eröffnete die Ringvorlesung
Prof. Dr. Regina Elsner eröffnete die Ringvorlesung. In ihrem Vortrag ging sie auch auf die Rolle der Kirchen im Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ein.
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Welche Haltung das Christentum heute zum Krieg hat, sei daher eine der Fragen, die die Ringvorlesungen diskutieren wollen: Hat diese Stimme heute noch Wert in einer säkularen Welt? „Im Sommer ist die Stadtgesellschaft in Münster unterwegs, wir hoffen, hier in zentraler Lage im Hörsaal KTh I viele Interessierte zu erreichen“, sagt Lena Almeroth.

Den Auftakt machte am 28. April Prof. Dr. Regina Elsner, Expertin für Ostkirchenkunde und Ökumenik, zum Thema „Kein Krieg ist heilig? Kulturkriege, Schutzverantwortung und die Rückkehr christlicher Kriegsrechtfertigung“. In ihrem Vortrag beleuchtete sie auch die Rolle der Kirchen im Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine.

„Der Frieden macht und Unheil schafft – Ambivalente Gottesrede im Alten Testament“ lautet der Titel des Vortrages von Prof. Dr. Oliver Dyma am Dienstag, 5. Mai.

Weitere Termine beschäftigen sich mit der Frage „Frieden oder Schwert“ im frühen Christentum, aber auch mit heutigen Affektstrukturen gesellschaftlicher und kirchlicher Konfliktmediation. Außerdem geht es um das Thema „Theologie und Kirche als Hüterinnen der Menschenrechte?“ sowie um „Krieg und Frieden aus islamrechtlicher Perspektive“. Am 14. Juli beschließt ein Vortrag von Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Wolf die Reihe. Er spricht über „Der gescheiterte Frieden? Die Päpste und die beiden Weltkriege“.

Alle Termine der Reihe finden sich hier .

Die Vorlesungen werden aufgezeichnet und können demnächst nachgehört werden.

Text: KtF | DT