Diversity durch Dialog

Beim 11. Diversity Brown Bag Meeting der Katholisch-Theologischen Fakultät zeigte Handan Kaymak, welche Bedeutung dem Dialog für einen konstruktiven Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt zukommt. Ausgehend von der Philosophie des Dialogs von Martin Buber stellte die Beraterin für diversitätsorientierte Organisationsentwicklung zehn Prinzipien eines gelingenden Dialogs vor.

Handan Kaymak war online zugeschaltet und diskutierte mit den Teilnehmenden.
Handan Kaymak war online zugeschaltet und diskutierte mit den Teilnehmenden.
© KTF | TF

"Diversität durch Dialog. Das dialogische Prinzip nach Martin Buber als Voraussetzung zur diversitätssensiblen Arbeit“ lautet der Titel der Veranstaltung am 18. Mai. In ihrer Selbstvorstellung machte Handan Kaymak deutlich, wie Lebensrealitäten durch Diversitätsdimensionen wie Herkunft, Sprache, Bildung, Alter, Geschlecht, soziale Herkunft und Migrationserfahrungen individuell geprägt werden.

Anschließend stand im Zentrum des Meetings die Frage, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit Begegnungen im Dialog zwischen Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven gelingen können. In Abgrenzung zu einer Diskussion oder Debatte zielt ein Dialog darauf ab, verschiedene Sichtweisen nebeneinander stehen zu lassen und voneinander zu lernen. In diesem Zusammenhang warb Handan Kaymak für eine Sensibilisierung des Hörvermögens, um auch Vorstellungen und Erfahrungen wahrzunehmen, die sich von den eigenen unterscheiden.

Teilnehmende des Brown Bag Meetings
Im Zentrum des Meetings die Frage, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit Begegnungen im Dialog zwischen Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven gelingen können.
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Ausgehend von der Philosophie des Dialogs von Martin Buber stellte Handan Kaymak zehn Prinzipien eines gelingenden Dialogs vor. Dazu gehören unter anderem achtsames Zuhören, das Eingeständnis der eigenen Perspektivität, Offenheit gegenüber anderen Perspektiven, Zurückstellen von Bewertungen sowie die Anerkennung von Unterschiedlichkeit als Bereicherung. In mehreren kurzen Dialogübungen konnten die Teilnehmenden diese Prinzipien unmittelbar erproben. Hierbei wurde deutlich, wie sehr auch nonverbale Signale der Zustimmung oder Ablehnung Kommunikationsverläufe beeinflussen können.

Abschließend präsentierte Handan Kaymak mehrere Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von Diversity-Maßnahmen in Organisationen: Neben psychologischer Sicherheit, also einer Atmosphäre, in der sich Menschen sicher, gesehen und wertgeschätzt fühlen, zählen hierzu Stärkenorientierung, kollaborative Zusammenarbeit sowie die Überzeugung, dass Vielfalt eine Ressource für Teams und Organisationen darstellt.

Das Brown Bag Meeting machte deutlich, dass Diversität nicht allein durch strukturelle Maßnahmen gefördert werden kann. Ebenso wichtig sind Begegnungsräume, in denen Menschen einander zuhören, unterschiedliche Perspektiven anerkennen und gemeinsam neue Formen des Miteinanders entwickeln können.

Text: Theresa Focke und Paula Everwin

Vorträge und Folien im Learnweb

Im frei zugänglichen Learnwebkurs „Diversity Brown Bag Meetings“ sind die Vortragsfolien für alle Interessierten einzusehen. Dort sind auch die Folien der anderen Diversity Brown Bag Meetings zu finden. Ebenfalls wird der Vortrag von Handan Kaymak demnächst auch im TheoPodcast zum Nachhören verfügbar sein.

Brown Bag Meetings

Als Brown Bag Meetings (engl. brown bag, dt. braune Tüte) werden informelle Trainings- oder Informationsveranstaltungen in der Mittagspause bezeichnet, bei denen die Zuhörenden ihre mitgebrachten Speisen und Getränke einnehmen können. Kaffee und Tee stehen bereit. Die Brown Bag Meetings dauern circa 90 Minuten.

Die Veranstaltungsreihe Diversity Brown Bag Meeting wurde mit dem Diversity-Preis 2024 der Universität Münster ausgezeichnet. Sie sind eine über mehrere Semester laufende Vortragsreihe, die sich mit unterschiedlichen Aspekten von Diversität, Gleichstellung und Teilhalbe an unserer Fakultät auseinandersetzt. Das Ziel dieser Reihe ist es, für Diskriminierungen sensibel zu werden, Diversity-Kompetenzen auszubauen, auf dem Weg zu inklusiven Strukturen voranzuschreiten und für unsere Fakultät eine dezentrale Diversity-Strategie zu entwickeln. Ein wichtiges Anliegen dabei ist, dass sich an diesem Prozess Menschen aus allen Statusgruppen der Fakultät beteiligen können.