Holocaust-Gedenken am Gymnasium Telgte
Zum bereits zweiten Mal war ein Team der Katholisch-Theologischen Fakultät zu Gast am Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium in Telgte. Gemeinsam mit Schüler:innen der Einführungsphase setzten sich Ludger Hiepel, Sascha Hinkel und Arne Feldmann mit der Deportation von Jüdinnen und Juden aus Münster nach Riga im Winter 1941 auseinander.

Der Besuch fand am 26. Januar in Telgte statt – einen Tag vor dem internationalen Gedenken an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945. Über Dokumente zum historischen Ort des ehemaligen Ausflugslokals „Gertrudenhof“ (Warendorfer Straße/Hohenzollernring) näherten sich die Schüler:innen den Ereignissen des 13. Dezember 1941 aus unterschiedlichen Perspektiven – Opfer, Täter:innen und Beobachter:innen.
Der Gertrudenhof fungierte an diesem Tag als zentrale Sammelstelle für die Deportation jüdischer Menschen aus Münster und Umgebung nach Riga. Viele Schüler:innen zeigten sich beeindruckt und betroffen vom systematischen Vorgehen der Nationalsozialisten. In der anschließenden Diskussion stand unter anderem die Frage im Mittelpunkt, ob die Deportationen für die nicht-jüdische Bevölkerung in Münster und Telgte unbemerkt geblieben sein konnten.
Die Organisation der Veranstaltung lag bei Katharina Heitkötter vom Gymnasium Telgte, die anlässlich des Gedenkens an die Befreiung von Auschwitz regelmäßig Lernangebote zur Shoah für verschiedene Jahrgangsstufen initiiert. Mit der Veranstaltung setzte das Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium ein Zeichen für historisches Erinnern und demokratische Bildung.

Ludger Hiepel ist Beauftragter gegen Antisemitismus der Universität Münster und Akademischer Rat am Institut für Biblische Exegese und Theologie, Sascha Hinkel arbeitet für das Projekt „Asking the Pope for help“ am Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und Arne Feldmann ist Promotionsstudent zum Thema Antisemitismusprävention in der Grundschule.
Text: Ludger Hiepel, Sascha Hinkel und Arne Feldmann
