Bereits durch die Überschrift und dann durch gezielte Auslassungen im Text suchte kath.net der Leserschaft zu insinuieren, ich hätte in der Ansprache die katholische Kirche mit einer Diktatur verglichen. Bereits am 12. 04. 11 hat ein süddeutscher Kollege in seinem Blog www.lectiobrevior.de diesen Manipulationsversuch aufgedeckt. Nur äußerst schlampige Lektüre oder gezielt gesuchte, böswillige Unterstellung konnten zu einer solchen Auffassung des Gesagten kommen: Die von mir in der Ansprache beanspruchten Beispiele bezogen sich ausschließlich auf das Phänomen, dass ein scheinbar fest gefügtes Gebilde implodieren kann, weil es nicht mehr in ausreichendem Maße Unterstützung findet. Und genau diese Befürchtung habe ich für Teile der Strukturen der katholischen Kirche in Deutschland geäußert – eine Sorge, die nicht wenige Verantwortungsträger der Kirche teilen.

Der verzerrende kath.net-Artikel hat eine dreistellige Zahl von Leserzuschriften nach sich gezogen, die sich in ihrer großen Mehrheit auf einem nicht zitierfähigen Niveau bewegten. Den einschlägig Beteiligten sei darum hier gesagt, dass, wer lesen kann, sich klar im Vorteil befindet. Das gilt insbesondere für die amateurjournalistischen Büchsenspanner, die sich bemüßigt fühlten, eigens denunziatorisch tätig zu werden.

Münster, den 19. 04. 2011

Dekan Prof. Dr. Dr. Klaus Müller