Eisele setzte sich in seiner Vorlesung mit dem Theologen und Schriftsteller Arnold Stadler auseinander, der die Vertreter der historisch-kritischen Forschung als "Metzger" tituliert, die die biblischen Texte "zerlegen und nie wieder zusammensetzen". Auf der Suche nach dem "authentischen Jesus" bliebe nicht viel übrig. "Bei authentisch schalte ich ab", so Stadler, und: "Es dauert, bis man von diesen Informationen geheilt ist."
Wilfried Eisele stellte den theologischen Nutzen der historisch-kritischen Methode dagegen. "Das ist auch Schutz vor Missbrauch der Texte", betonte er und bezweifelte, dass das "Zusammensetzen" nicht gelingen könnte. "Nach der genauen Analyse kommt die zweite Naivität", sagte er. "Die genaue Analyse inspiriert die geistliche Schriftlesung, Gebet und Verkündigung".
Anhand konkreter Beispiele wie "Goethe, Sarrazin und der Koran" oder "Aristophanes und Sokrates" und "Lukas" legte er da, welchen Nutzen Rück-Frage nach der "Geschichte hinter den Geschichten" haben kann. "Lukas wollte den bereits vorhandenen Geschichten von Anfang an nachgehen. Dieses historische Anliegen ist Aufgabe jeder Generation." Eine interessante Aufgabe zudem, die ihn auch persönlich antreibt: "Es ist einfach die Lust zu wissen, in welcher Welt Jesus lebte."

























