Beim Actus Academicus wurden am Samstag (7.7.) die Absolventinnen und Absolventen dieses Semesters geehrt. Sie beendeten ihr Studium mit den Abschlüssen Master, Diplom, Lizentiat und Promotion. Zusammen mit Lehrenden, Lernenden, Angehörigen und Freunden feierten sie ihren Studienerfolg beim Festakt und beim anschließenden Sektempfang in der Fakultät.
In seiner Begrüßungsansprache skizzierte Dekan Prof. Dr. Dr. Klaus Müller die aktuellen Entwicklungen in der Fakultät, etwa den Stand der Berufungsverfahren, Personalien, Gastvorträge, das Engagement beim Katholikentag, die jüngsten Ehrenpromotionen und eine gerade beschlossene Kooperation mit der Universität Osnabrück, die es ermöglicht, auch an unserer Fakultät in Zukunft den Abschluss des Dr. phil anzubieten. Außerdem verwies der Dekan auf die besonderen Herausforderungen an die Theologie "im harten Streit über den künftigen Kurs der katholischen Kirche" zwischen Hinwendung zur Moderne und Rückwendung zur Autorität. "Am Ausgang dieser Auseinandersetzungen wird sich entscheiden, ob so etwas wie Gewissensfreiheit, Religionsfreiheit, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung – kurz die Standards humaner Gesellschaft - auch einen Platz im katholischen Haus behalten bzw. überhaupt erst einmal eingeräumt bekommen." Dabei ginge es nicht um kirchenpolitische Fragen, sondern um nichts weniger als die Gottesfrage selbst. "Der Gottesgedanke befindet sich seit gut zweihundertfünfzig Jahren in einem atemberaubenden Transformationsprozess, an den die Katechismen und die traditionelle Schultheologie längst den Anschluss verloren haben – daher die tiefen Verwerfungen im Verhältnis zu den Naturwissenschaften, zur Kultur und Kunst der Moderne und Gegenwart." Die gesamte Ansprache lesen Sie hier.
Im Anschluss daran hielt Julia Enxing den Promotionsvortrag und stellte dabei die Prozesstheologie des us-amerikanischen Theologen Charles Hartshorne (1897-2000) vor, der in Anbetracht der unbefriedigenden Antworten der Theologie auf die "Warum-Frage" ein neues Gottesbild entwirft. Dabei geht er von einem bipolaren Gottesbild aus, bei dem dem statischen Pol (Unvergänglichkeit, Liebe, Güte) ein veränderlicher Pol Gottes gegenübergestellt wird, der interagierend und in Wechselwirkung mit seiner Schöpfung steht. Allwissend ist Gott in diesem Konzept nur für die Vergangenheit und die Gegenwart. Für die Zukunft nimmt das Handeln der Menschen und ihre Macht einen entscheidenden Raum ein. "Was Gott auszeichnet ist im Konzept Hartshornes nicht die Allmacht, sondern die Flexibilität", so Enxing. Nähme man dieses Konzept ernst, hätte dies wesentliche Auswirkungen auf die Ekklesiologie. "Zu einem prozessfähigen Gott passt keine prozessunfähige Kirche."
































































