Zertifikatsstudium Hebräisch

Sie interessieren Sich für die faszinierende Sprache Hebräisch?

Sie möchten Ihre Kenntnisse im Biblischen und/oder Modernen Hebräisch vertiefen oder weitere Varianten dieser Sprache kennenlernen?

Sie möchten eine weitere semitische Sprache erlernen und/oder Ihre wissenschaftliche Expertise im Bereich der Hebräischen Bibel und des antiken Vorderen Orients ausbauen?

Sie möchten ein weiteres Schulfach, das Sie in der gymnasialen Oberstufe unterrichten können? Das heißt: Mit interessierten Schülerinnen und Schülern die alten Texte in den Originalsprachen erkunden; die jüdische Geschichte und die Geschichte Israels verstehen helfen; die Religion des Judentums in Vergangenheit und Gegenwart vermitteln, eine ganz grundlegende und effektive Antisemitismus-Prävention betreiben…

Sie möchten Hebräisch künftig in Ihrer Gemeinde unterrichten können?

Sie möchten einen Grundstein legen für Ihre spätere Unterrichtstätigkeit im akademischen Bereich? 

In allen Fällen sind Sie hier richtig. Drei Fachbereiche und zwei kooperierende Gymnasien sorgen für Ihre Ausbildung!

Auf dieser Seite finden Sie erste Infos, einige Links und weitere Kontaktmöglichkeiten sowie die AnsprechpartnerInnen für Ihr Vorhaben.

Warum Hebräisch unterrichten?

Als Literatursprache der Heiligen Schriften des Judentums (Tanakh) und des ersten Teils der christlichen Bibel (Altes Testament) kommt dem Hebräischen eine eminente kultur- und geistesgeschichtliche Bedeutung zu. Neben Griechisch und Latein prägt diese semitische Sprache die europäische Geisteswelt bis heute. Sie ist Brücke zwischen Judentum und Christentum, zwischen Orient und Okzident – ein gemeinsames Erbe, das verbindet und das es unbedingt zu bewahren und zu pflegen gilt!

Seit der Reformationszeit wird Hebräisch als einzige nicht-indoeuropäische Sprache durchgängig an Gymnasien in Deutschland unterrichtet – unterbrochen allein durch die Jahre der nationalsozialistischen Diktatur. In Nordrhein-Westfalen ist Hebräisch reguläres Fach der gymnasialen Oberstufe. Der Hebräischunterricht eröffnet Schülerinnen und Schülern einen Zugang zu Wirklichkeitserfahrungen im Medium einer semitischen Sprache. Hebräisch als Sprache der Hebräischen Bibel, als modernes Kommunikationsmedium in Israel und nicht zuletzt als synagogale Sprache heutiger jüdischer Gemeinden in Deutschland bietet ein spannendes Unterrichtsfeld zwischen herausfordernder historischer Kommunikation und den religiösen, politischen und gesellschaftlichen Diskursen der Gegenwart.

Aktueller KLP Hebräisch

Neufassung  KLP Hebräisch, Entwurf 31.07.2025

Ablauf des Studiums

Das Studium besteht aus sechs Modulen:

1: Das Propaedeuticum zielt auf die Abiturerweiterungsprüfung Hebräisch des Landes Nordrhein-Westfalen.

2: Im ersten Basismodul vertiefen Sie Ihre Sprachkompetenz des Biblischen Hebräisch. Außerdem erwerben Sie basale Kenntnisse im Modernhebräischen. Darüber hinaus können Sie wählen:

a) Sie erlernen anhand ihrer Literatur eine weitere Sprachstufe des Hebräischen kennen – zum Beispiel das sog. Qumranhebräische der Handschriften vom Toten Meer oder das rabbinische Hebräisch der jüdischen Traditionsliteratur der Spätantike.

b) Sie erlernen eine zweite semitische Sprache, z.B. Aramäisch (Bibelaramäisch und/oder Syrisch), Arabisch oder Äthiopisch.

3: Im zweiten Basismodul erwerben Sie Kenntnisse über die Hebräische Bibel und die Geschichte Israels in biblischer Zeit.

4: Im ersten fachwissenschaftlichen Aufbaumodul können Sie Ihren eigenen Schwerpunkt setzen, indem Sie eines der drei Wahlpflichtmodule auswählen: Sie können Sich auf die Hebräische Bibel und ihre Umwelt, auf das Hebräische des antiken und rabbinischen Judentums oder auf das Moderne Hebräisch fokussieren.

5: Das zweite fachwissenschaftliche Aufbaumodul behandelt hebräische Literatur und jüdische Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart.

6: Im letzten Modul, dem fachdidaktischen Modul, erlernen und erproben Sie, wie Sie das Gelernte für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe didaktisch umsetzen können. Hier arbeiten wir eng mit Gymnasien zusammen, in denen Hebräisch unterrichtet wird, sodass Hospitationen und Probeunterricht wichtige Elemente der Veranstaltungen sind.

Insgesamt sind 60 bis 62 Leistungspunkte notwendig, um das Zertifikatsstudium abzuschließen. Sie können das Zertifikat parallel zu Ihrem Studiengang erwerben. Es gibt keine Regelstudienzeit.

© deVos

Berufliche Perspektiven

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen erkennt das Zertifikat Hebräisch für den schulischen Unterricht in der gymnasialen Oberstufe an: Hierdurch sind Sie befähigt, an Gymnasien und Gesamtschulen Hebräisch zu unterrichten und Schülerinnen und Schüler auf das Abitur im Fach Hebräisch vorzubereiten. Die Lehrerlaubnis für das Oberstufenfach des Aufgabenfeldes I erhalten Sie nach Abschluss des Zertifikatsstudiums vom Fachdezernenten/von der Fachdezernentin Hebräisch des Landes Nordrhein-Westfalen.

Formale Voraussetzungen, Beratung und Anmeldung

Alle, die an der Universität Münster eingeschrieben sind, können sich für das Zertifikatsstudium anmelden. Für Beratung und Anmeldung kontaktieren Sie bitte Prof. Dr. Christophe Nihan und Dipl. theol. Therese Hansberger, Alttestamentliches Seminar, FB 01. Wir beraten Sie gerne ausführlich, auch bezüglich der Anrechnung bereits erbrachter Leistungen und eines Studienverlaufsplanes, und nehmen Ihre Anmeldung entgegen.

Die Studienordnung des Zertifikatsstudium Hebräisch finden Sie hier.

Die Modulbeschreibungen des Zertifikatsstudium Hebräisch finden Sie hier.

Links

Hebraicum

Hebräisch in Nordrhein-Westfalen

Karte mit Schulen, an denen Hebräisch unterrichtet wird und wurde

FAQs

Q: Können sich nur Lehramtsstudierende für das Zertifikatsstudium einschreiben?

A: Nein, das Studium ist für alle Studierenden aller Studiengänge der Universität Münster offen, z.B. auch für Studierende im theologischen Vollstudium.

Q: Können bereits erfolgte Studien- und Prüfungsleistungen anerkannt werden?

A: Ja. Nehmen Sie dafür bitte mit den Verantwortlichen Kontakt auf.

Q: Wo kann man sich für das Zertifikatsstudium anmelden?

A: Bei Prof. Dr. Christophe Nihan und Dipl. theol. Therese Hansberger, Alttestamentliches Seminar des FB01.

Q: Wer ist für das Zertifikatsstudium verantwortlich?

A: Das Alttestamentliche Seminar der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster.

Q: Wo kann ich Lehrveranstaltungen für das Zertifikatsstudium belegen?

A: Sie können Lehrveranstaltungen belegen am:

  • FB 1: Alttestamentliches Seminar; Institutum Judaicum Delitzschianum;
  • FB 2: Institut für biblische Exegese und Theologie und
  • FB 9: Institut für Jüdische Studien; Altorientalistik.

Genaueres finden Sie in der Modulbeschreibung.

Q: Kann man mit dem Zertifikat auch an Schulen in anderen Bundesländern Hebräisch unterrichten?

A: Das Zertifikat gilt nur in Nordrhein-Westfalen. Aber fragen, ob das Zertifikat auch in anderen Bundesländern die entscheidende Voraussetzung für die Lehrerlaubnis darstellt, kostet nichts.

Q: Kann ich mich auch von außerhalb der Universität Münster für das Zertifikatsstudium anmelden?

A: Nein. Bedingung ist, dass Sie an der Universität Münster eingeschrieben sind. Das Fach oder die Fächer, die Sie studieren, spielen dabei keine Rolle.