Inhalt der Sammlung

Zur Entstehung der Sammlung von Eckhard Neubauer

"Während meines Studiums der Orientalistik und Musikwissenschaft in Frankfurt a.M. (1959-65) verbrachte ich das Jahr 1960–61 mit einem Austauschstipendium an der Dil ve Tarih-Coğrafya Fakültesi der Universität in Ankara. In dieser Zeit begann ich türkische Fachliteratur zu sammeln und in den Semesterferien in den Istanbuler Bibliotheken nach Handschriften zur Musikgeschichte der islamischen Länder zu suchen und Mikrofilme der Handschriften zu erwerben.
In den folgenden Semesterferien (1961–64) setzte ich die Arbeit in Bibliotheken und den Erwerb von Mikrofilmen und Fachliteratur in Istanbul, Damaskus und Kairo fort. Nach meiner Promotion (1965) ermöglichte mir die Studientiftung ein weiteres Studienjahr in Beirut, wo ich an der Universite St. Joseph und am Conservatoire du Liban studierte und weitere Bücher und Mikrofilme erwerben konnte.
Während meiner folgenden Tätigkeit am Alman Dili ve Edebiyatı Bölümü der Universität Erzurum (1966–69) begann ich mit Tonbandaufnahmen ostanatolischer Lieder und Tänze, religiöser Gesänge und Volksepen und setzte dies während kurzer Aufenthalte im Sommer 1970 und 1971 fort. In den Erzurumer Jahren hatte ich Elsbeth Nehren geheiratet (wir hatten uns am Beiruter Institut der DMG kennengelernt) und unser Sohn Andreas war in Istanbul geboren worden.
Zu dritt begaben wir uns von Erzurum nach Isfahan (1969–70) und anschließend nach Shiraz (1970–71). Von beiden Standorten aus legte ich in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt eine Sammlung gesungener persischer Vierzeiler an. Meine eigenen Aufnahmen wurden durch den Erwerb persischer Liedertexthefte und Schallplatten ergänzt.
Die Auswertung der über 3000 Liedertexte zog sich über die Jahre 1971–83 neben meiner Vollzeit-Institutsarbeit und jüngst von 2021–2024 hin und resultiert in einer siebenbändigen Manuskriptveröffentlichung mit dem Titel „Tarānehā-ye maḥallī. Volkstümliche persische Vierzeiler (do'beytī ... ". Eines der drei existierenden Exemplare geht in unsere Sammlung am Institut für Musikwissenschaft der Universität Münster. Aus Isfahan und Shiraz, sowie aus Teheran und Tabriz, kamen weitere Mikrofilme von einschlägigen Handschriften und Fachliteratur zur orientalischen Musikgeschichte hinzu.
All dies brachten wir im Herbst 1971 nach Frankfurt. Türkische Fachliteratur bezog ich weiterhin vom Elif Kitabevi in Istanbul, persische von einem Buchhändler in Marburg und arabische von einem Buchhändler in Kairo, bis die Transportkosten ein Vielfaches der Bücherpreise erreichten.
Meine anschließende Zusammenarbeit mit Fuat Sezgin an dessen „Geschichte des arabischen Schrifttums" (1971–82) und Mitarbeit am Institut für Geschichte der Arabisch-Islamischen Wissenschaften" (1982–2005) führte durch die historische Ausrichtung beider Tätigkeiten und mein historisches Quellenmaterial zu Bücherkäufen und Publikationen über Themen aus der Musikgeschichte und -theorie der islamischen Länder unter Hintanstellung der zeitgenössischen Aufnahmen. So übergebe ich möglichen zukünftigen Interessenten auch meine Tonaufnahmen aus der Türkei und die übrigen aus dem persischen Raum, die nicht den Vierzeilem gelten, zusammen mit abgeschlossenen oder skizzierten Transkriptionen einiger der aufgenommenen Gesänge und Tänze.
Eine Auflistung des Inhalts der Tonbänder sowie handschriftliche Notizen zu den Aufnahmen in neun Heften liegen der Sammlung bei. Dazu kommt eine separate Übersicht über meine Aufnahmen türkischer Musik in Ostanatolien und Persien."

Eckhard Neubauer
Im Juli 2024

Team

Prof. Dr. Ralf Martin Jäger (Wissenschaftliche Gesamtleitung)

Benjamin Sturm, M.A. (Koordination und Leitung)

Ali Balcı (Erschließung, Betreuung der Sammlung)

Leander Lücke (Betreuung der Website)