Das Institut

Das im Jahr 2007 gegründete European Institute for Molecular Imaging (EIMI) ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Beteiligt sind die Fachbereiche Medizin, Chemie und Pharmazie, Mathematik und Informatik sowie Physik.

Unser Themengebiet ist Teil des Forschungsschwerpunkts „Zelldynamik und Bildgebung“ unserer Universität, und viele Wissenschaftler unseres Instituts sind Mitglieder im Cells in Motion Interfaculty Centre – einem interfakultären Forschungsnetzwerk, das Forschende in diesem Schwerpunkt vernetzt und unterstützt. Durch die Vernetzung betten wir die spezifischen Forschungsgebiete unseres Instituts in einen größeren thematischen Zusammenhang ein, und gleichzeitig erwachsen daraus neue interdisziplinäre Fragestellungen.

© EIMI/P. Leßmann

Sehen, um zu verstehen

Wir nutzen bildgebende Verfahren, um neue Erkenntnisse über die Gefäßentwicklung sowie die Ursachen und den Verlauf von Gefäßerkrankungen, Entzündungen während Infektionen, Neurodegeneration und Krebserkrankungen zu gewinnen. Gleichzeitig entwickeln wir existierende technische Ansätze der Bildgebung weiter und entwickeln neue Methoden, die das Spektrum der Bildgebung ständig erweitern.

Das EIMI ist einzigartig, da dort biomedizinische Studien durchgeführt werden, welche die gesamte Größenskala der biologischen Dimensionen vom Multiproteinkomplex bis zum Menschen umfassen. Wir untersuchen mittels hochauflösender Verfahren Zellen und ihre molekularen Bausteine in Gewebeproben und Kulturen, aber auch molekulare Vorgänge im lebenden Organismus. Dazu setzen wir neben verschiedenen Lichtmikroskopen Verfahren ein, die auf Fluoreszenz und Lumineszenz, Ultraschall, Radiologie und Nuklearmedizin beruhen. Dieses breite Methodenspektrum stellt uns täglich vor neue Herausforderungen, denn jede Technik basiert auf anderen physikalischen Messprinzipien und hat ihre eigenen Stärken, aber auch Grenzen.

Die große Chance: Wir können unsere neugewonnenen grundlegenden Erkenntnisse über molekulare Vorgänge nutzen, um innovative bildgebungsgestützte Ansätze für Diagnostik und Therapie zu entwickeln – dazu müssen wir unsere Forschungsansätze von der Zellkultur über die Kleintierbildgebung bis zum Einsatz bei Patienten stetig voranbringen. Unser Wissen geben wir an Studierende der Medizin, der Naturwissenschaften und der Mathematik sowie an interdisziplinäre (Nachwuchs-)Wissenschaftler weiter.

© EIMI/S. Marschalkowski

Interdisziplinäre Kraft

Ein Merkmal des EIMIs: Hier stehen Mediziner, Biologen und Chemiker sowie Physiker, Mathematiker und Informatiker zusammen im Labor und sitzen an benachbarten Schreibtischen. Die vielfältigen Blickwinkel befördern die Kreativität. So entstehen innovative Ideen, um mittels der Bildgebung mit all ihren Möglichkeiten und Herausforderungen die Brücke zwischen Grundlagenforschung und Klinik zu schlagen.

Wir versuchen, die physiologischen Prozesse in einer Zelle zu verstehen, um dann Moleküle zu identifizieren, die Aufschluss über krankhafte Prozesse im Körper geben können. Wenn solche molekularen Ziele gefunden sind, synthetisieren wir chemisch Substanzen, die mit einer Markierung versehen sind und es erlauben, die krankheitsanzeigenden Moleküle im Körper sichtbar zu machen. Die von diesen synthetischen Substanzen ausgesendeten Signale lassen sich messen und in Bilder umwandeln. Wir arbeiten an neuen Techniken, um diese Signale optimal erfassen zu können. Zudem erstellen wir Rechenmodelle, um eine möglichst präzise Bildrekonstruktion zu ermöglichen, und entwickeln leistungsstarke Algorithmen, um die gemessenen Daten verarbeiten und darstellen zu können.

© Gerber Architekten

Konzentrierte Bildgebungsexpertise unter einem Dach

Im neu entstehenden „Multiscale Imaging Centre“ (MIC) vereinen Forscherinnen und Forscher der Universität Münster zukünftig ein breites Spektrum an „state-of-the-art“ Bildgebungsverfahren und untersuchen damit biomedizinische Fragestellungen. EIMI-Direktor Prof. Michael Schäfers ist Sprecher des MIC, und das EIMI-Team freut sich bereits jetzt auf den Umzug in das neue Forschungsgebäude.