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Qualität von Lehre und Studium gesteigert

Insgesamt standen im vergangenen Wintersemester 4,4 Millionen Euro aus Studienbeiträgen nach Abzug des Ausfallfonds und der Verwaltungspauschale zur Verfügung. Mehr als vier Fünftel dieser Summe, 83 Prozent, wurden bis Anfang Juni tatsächlich ausgegeben. Dies geht aus dem Bericht des Rektorates über die Verteilung und Verwendung von Studienbeiträgen hervor, der Ende Juni dem Senat vorgelegt wurde. Dass nicht alles Geld ausgegeben werden konnte, liegt vor allem daran, dass in Münster erstmals Studienbeiträge erhoben wurden und viele Maßnahmen aufgrund des vom Senat gewählten aufwändigen Verfahrens mit großer Beteiligung der Studierenden sehr kurzfristig umgesetzt werden mussten, was vor allem bei Personalmaßnahmen nicht immer möglich gewesen sei. Die nicht ausgebenen Gelder stehen im kommenden Semester zur Verfügung.

Der weitaus größte Teil wurde für Personalmaßnahmen ausgegeben. Insgesamt wurden 898 neue Lehrkräfte eingestellt, darunter 132 wissenschaftliche Mitarbeiter, 116 Lehrkräfte für besondere Aufgaben wie zum Beispiel die Studienorganisation, 555 studentische Hilfskräfte und 95 wissenschaftliche Lehrkräfte. Die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) zum Beispiel konnte mit Hilfe der Studienbeiträge ihre Öffnungszeiten von wöchentlich 73 Stunden auf 96 Stunden erweitern, sie ist nun unter der Woche von acht Uhr morgens bis Mitternacht geöffnet. Die Zahl studentischer Arbeitsplätze in Lernlabors, Medienräumen und Bibliotheken wurde erhöht, die apparative Ausstattung verbessert, die Anzahl gleichzeitig ausleihbarer Lehrbücher in der ULB von 15 auf 50 pro Student erhöht.

Der Rektoratsbericht zeigt auch, dass von den rund 38.000 Studierenden der WWU im Wintersemester nur insgesamt 31.000 beitragspflichtig waren. Von diesen wurden rund sechs Prozent zusätzlich auf Antrag von der Beitragspflicht befreit, weitere 1,6 Prozent erhielten eine Ermäßigung. 7,5 Prozent der berechtigten Studierenden an der WWU haben ein verzinsliches Studienbeitrags-Darlehen bei der NRW-Bank in Anspruch genommen.

Kritik übte das Rektorat an einigen Fachbereichen wie den Rechtswissenschaften, den Wirtschaftswissenschaften, den Philologien und dem Fachbereich Mathematik und Informatik, die zwischen 25 und 30 Prozent der Mittel noch nicht ausgegeben haben.

Als eine der großen Stärken nennt der Bericht die weit gehende Beteiligung der Studierenden auf allen Ebenen. Allerdings ergebe sich durch das aufwändige Verfahren, das größtmögliche Transparenz schaffen solle, auch ein hoher bürokratischer Aufwand. Aus Sicht des Rektorates ist die Umstellung des Verteilverfahrens von einem Semester- auf einen Jahresturnus zwingend erforderlich. Damit werde nicht nur der Aufwand reduziert, die Besetzung der Personalstellen soll vereinfacht und die Planbarkeit der Maßnahmen erhöht werden. Ob es dazu kommt, ist allerdings unsicher. Denn im Herbst entscheidet der Senat darüber, ob die WWU weiter Studienbeiträge erhebt. Der bisherige Beschluss ist auf zwei Jahre befristet.

bn/nf