ALTERnativ lernen
Die Münsteraner kennen ihre Uni und wissen, dass hier für jedes Alter etwas geboten wird. Im Umland aber, so bedauert Dr. Veronika Jüttemann von der Kontaktstelle "Studium im Alter", sei eben dies noch wenig bekannt. Deswegen findet am 17. September gemeinsam mit "Münster Marketing" der Aktionstag "ALTERnativ: Wissen erleben" statt. Zum Preis von vier Euro erhalten die Teilnehmer die Gelegenheit, im Jahr des 360. Jubiläums des Westfälischen Friedens Münster als Stadt von Wissenschaft und Lebensart für sich zu entdecken.
Auf dem Programm stehen unter anderem ein Festvortrag von Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger zum Thema "Von der Schwierigkeit, Frieden zu schließen. Die Verhandlungen in Münster und Osnabrück, 1643–1645", Musik von Studierenden der Musikhochschule, eine Debatte des Debattierklubs Münster zum Thema "Kann man globale Konflikte (heute noch) mit Militärgewalt lösen?", Essen in der Mensa am Aasee, Stadtführungen zu verschiedenen Themen, unter anderem zum Westfälischen Frieden, und die Besichtigung des Friedenssaales.
Rund 2000 ältere Semester besuchen die 300 Veranstaltungen des "Studiums im Alter". Darunter sind auch jene des Zertifikatstudiums "Bürgerschaftliches Engagement", der speziell für das "Studium im Alter" konzipiert worden ist. Das Interesse besonders an der Ringvorlesung "Gesichter der (Ohn)macht" ist groß, zu jedem Vortrag kommen rund 400 Teilnehmer. Besonders beliebt sind darüber hinaus nach wie vor die Theologien und Geschichte, die Naturwissenschaften stoßen auf verhaltene Resonanz. "Das sind häufig Veranstaltungen, die ein höheres Vorwissen verlangen", erläutert Jüttemann.
Die Umstellung der regulären Studiengänge auf Bachelor und Master hat bisher noch nicht zu gravierenden Einbrüchen bei der Zahl der Veranstaltungen geführt. In Fächern, deren Zugangsbeschränkungen besonders rigide sind wie der Medizin oder in jenen, die besonders beliebt sind wie die Kunstgeschichte, bietet das "Studium im Alter" Zusatzveranstaltungen mit Emeriti oder Nachwuchsforschern an, so dass die Lehrkapazität durch die älteren Studierenden nicht in Anspruch genommen wird.
Die Befürchtung, dass diese den regulären Studierenden die Plätze wegnehmen oder den Seminar- und Vorlesungsbetrieb aufhalten, kann Jüttemann ausräumen: "Wir haben vor einiger Zeit die regulären Studierenden befragt. Die Resonanz war sehr positiv und viele meinten, dass auch ihre Eltern so etwas machen sollten."
Die können dann erst mal am 17. September in das "Studium im Alter" hinein schnuppern und schauen, ob es etwas für sie ist, künftig gemeinsam mit ihren Sprößlingen im Hörsaal zu sitzen.
bn
www.uni-muenster.de/Rektorat/Studium-im-Alter/ALTERnativ.html