Akademische Laufbahn:
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1998 - 2003 |
Studium der Germanistik und Philosophie an der Freien Universität Berlin und der University of Minnesota. Magisterarbeit zu Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ |
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2003 - 2008 |
Ph.D.-Programm (German Studies) an der Stanford University
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seit 2008 |
Wissenschaftlicher Mitarbeiter von Frau Professor Dr. Wagner-Egelhaaf im Exzellenzcluster „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster |
Funktion innerhalb des Clusters:
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt B10 Autorschaft als Skandal
- Mitglied der Arbeitsgruppe Autorschaft
- Mitglied der Arbeitsgruppe Grenzarbeiten am religiösen Feld
Mitglied der Arbeitsgruppe Zivilreligion, Religion und Nation im 19. und 20. Jahrhundert
Projekt: Autorschaft in der globalisierten Kultur: Zur Transformation politischer und religiöser Aspekte deutschsprachiger Prosa seit der Nachkriegszeit
Mein Projekt basiert auf der Hypothese, dass sich im Zuge der Globalisierung ein neues Modell literarischer Autorschaft herausbildet, das sich sowohl durch eine Neubestimmung des politischen Aspekts literarischer Produktion als auch durch eine veränderte Rolle der Religion im Selbstverständnis von Autoren auszeichnet. Die deutschsprachige Nachkriegsliteratur wurde von Autoren dominiert, die sich im politischen und kulturellen Kontext der Nation verorteten, sich politisch engagierten oder zivilisationskritisch positionierten und damit Autorschaft als moralische Instanz inszenierten. Zeitgenössische Autoren bekennen sich dagegen innerhalb und außerhalb ihrer Werke zu ihrer Partikularität und legen den universalistischen Anspruch ihrer Vorgänger ab. Die sozial-kulturelle Disposition der Autoren gewinnt durch diese Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Auf der methodischen Grundlage der Literatursoziologie Pierre Bourdieus analysiere ich, wie sich die religiöse Dimension politisch engagierter Literatur angesichts der globalisierten Kultur verändert und ein in den 1960er Jahren etabliertes Paradigma abgelöst wird. Belegt wird diese Transformation des Politischen im literarischen Feld durch eine Analyse der Literatur von Autorinnen und Autoren mit Migrationshintergrund. Zwar wurde den politischen Aspekten der Migrationsliteratur in den letzten Jahrzehnten erhöhte Aufmerksamkeit in den Literaturwissenschaften zuteil, doch es ist bisher versäumt worden, sie in die Tradition politisch engagierter Literatur zu stellen. Nur in einer solchen Perspektive zeigen sich jedoch die durch die Globalisierung beschleunigten grundsätzlichen Transformationen literarischer Autorschaft.
Arbeits- und Interessenschwerpunkte:
- Literatur der klassischen Moderne
- Zeitgenössische Literatur
- Geschichte des Romans
- Frankfurter Schule
- Literatursoziologie
- Postkolonialismus
- Globalisierung
Publikationen:
Bücher
- The Ordinary in the Novel of German Modernism. Bielefeld: Aisthesis 2011.
Leseprobe (pdf-Dokument, ca. 695 kb)
Artikel
- „Schriftsteller als Gewissen der Nation. Religiöse und politische Aspekte eines Autorschaftskonzepts der Nachkriegszeit“, in: Christel Meier, Martina Wagner-Egelhaaf (Hg.), Autorschaft. Ikonen – Stile – Institutionen, Berlin: Akademie-Verlag 2011, 317-330.
- „Deterritorialisierte Räume. Katharina Hackers »Die Habenichtse« und Terézia Moras »Alle Tage« im Spiegel des Globalisierungsdiskurses“, in: Weimarer Beiträge 57/1 (2011), 36–56.
- „Von Alfred Döblin zu Terézia Mora: Stadt, Roman und Autorschaft im Zeitalter der Globalisierung“, in: Wilhelm Amann, Georg Mein u. Rolf Par (Hg.), Globalisierung und Gegenwartsliteratur. Konstellationen – Konzepte – Perspektiven, Heidelberg: Synchron 2010, 193-208.
- „Beyond Realism: Siegfried Kracauer and the Ornaments of the Ordinary”, in: New German Critique 109 (Winter 2010), 99-118.
- „Briefe aus der Nach-Wende-Zeit – Zur Poetik der Erinnerung in Ingo Schulzes »Neue Leben«“, in: Gerhard Jens Lüdeker, Dominik Orth (Hg.), Nach-Wende-Narrationen. Das wiedervereinigte Deutschland im Spiegel von Literatur und Film, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2010, 163-174.
Rezensionen
- Rezension von Patrizia C. McBride: The Void of Ethics: Robert Musil and the Experience of Modernity, Evanston: Northwestern University Press 2006, in: Telos 140 (Winter 2007).
- Rezension von Peter Jelavich: Berlin Alexanderplatz: Radio, Film, and the Death of Weimar Culture, Berkeley: University of California Press 2006, in Telos 137 (Winter 2006).
Kontakt
Dr. Christian SiegGermanistisches Institut
Johannisstraße 1-4
Zimmer 214
D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-23356
Fax: +49 251 83-25424
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