Lebenslauf:
| 1979 | geboren in München |
| 1999 | Abitur am Wilhelmsgymnasium, München |
| SoSe 2000–SoSe 2006 | Studium der Fächer Germanistik und Geschichte an den Universitäten München, Heidelberg und Edinburgh |
| 2001-2007 | Studentische / wissenschaftliche Hilfskraft an der Abteilung für Mittelalterliche Geschichte der Universität München und bei den Monumenta Germaniae Historica, München |
| August 2006 | Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien in Bayern (Deutsch und Geschichte) |
| WiSe 2006 | Beginn des Dissertationsprojekts bei Frau Prof. Dr. Claudia Märtl, Universität München |
| April 2007-Juni 2008 | Stipendiat des DFG-Graduiertenkollegs "Generationenbewusstsein und Generationenkonflikte in Antike und Mittelalter", Universität Bamberg |
| seit Juli 2008 | Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Graduiertenschule im Exzellenzcluster 212 "Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne", WWU Münster |
| März/April 2010 | Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts Rom |
Promotionsprojekt
Humanismus an der Universität Ingolstadt (1472 - 1519).
Personen und Institutionen im Spannungsfeld religiöser und politischer Rahmenbedingungen
Die Universitäten im Reich nördlich der Alpen – unter ihnen seit 1472 Ingolstadt – standen während des 15. Jahrhunderts in erheblichem Maße im Spannungsfeld von religiösen und politischen Einflussnahmen. Sowohl Landesherren als auch kirchliche Amtsträger beschnitten die traditionelle Autonomie der Hohen Schulen und instrumentalisierten sie zur Durchsetzung eigener Interessen in reichs-, territorial- und kirchenpolitischen Konflikten.
Die Eingriffe in inneruniversitäre Belange werden insbesondere bei der Rezeption des italienischen Renaissance-Humanismus deutlich, da sich hier von beiden Seiten unterschiedliche Grade der Unterstützung und Ablehnung erkennen lassen. Humanistisch interessierte Gelehrte fanden jedoch Mittel und Wege, den der heidnischen Antike und der philologischen Methode zugeneigten Kanon der studia humanitatis, der Grammatik, Rhetorik, Geschichte, Poetik und Moralphilosophie umfasst, in spezifischen Ausprägungen in die scholastisch-theologischen Vorstellungen der mittelalterlichen Universität einzufügen.
Um die verwendeten integrativen Verfahren deuten zu können, werden am Beispiel der Universität Ingolstadt, die sich aufgrund der räumlichen Nähe zu Italien und der seit Gründung vorhandenen humanistischen Tendenzen als Untersuchungsgegenstand anbietet, unterschiedliche Rezeptionssituationen identifiziert und analysiert. Dabei werden auf der einen Seite personenbezogene Rezeptionsparameter, wie individuelle biographische Profile, konkrete Beschäftigung mit den studia humanitatis, die Sammlung und Edition antiker und humanistischer Werke sowie die Verbreitung humanistischer Schriftformen berücksichtigt. Andererseits werden institutionsbezogene Parameter, wie die Aufnahme humanistischer Werke in die Lehrpläne der Artistenfakultät, die Errichtung von Fachlekturen für Poetik und Mathematik sowie humanistische Bibliotheksbestände untersucht.
Zentrales Ziel ist es, die genannten Parameter eng miteinander in Beziehung zu setzen und so ein klares Bild der spezifischen Vorgehensweise bei der Eingliederung humanistischer Bestrebungen zu zeichnen. Denn diese Veränderungen hatten maßgeblichen Einfluss auf die intellektuelle Sozialisation der Protagonisten und des Publikums der reformatorischen Debatten des 16. Jahrhunderts, weshalb sowohl der Landesherr als auch die einzelnen Gelehrten erheblich von ihnen profitieren konnten. Daher soll hier ein differenzierter Beitrag zum Verständnis der geistesgeschichtlichen Entwicklungen sowie ihrer politischen und sozialen Folgen am Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit geleistet werden.
Arbeits- und Interessenschwerpunkte:
- Universitätsgeschichte
- Geistes- und Ideengeschichte des Mittelalters
- Kulturtransfer- und Generationenforschung
Funktion innerhalb des Clusters/Beteiligung an Projekten/Arbeitsgruppen:
- Mitglied der Arbeitsgruppe Konflikte im Spannungsfeld von Religion und Politik
Publikationen:
Herausgerberschaft
- zus. mit Eva Schlotheuber: Denkweisen und Lebenswelten des Mittelalters, München 2004 (Münchener Kontaktstudium für Geschichtslehrer 7).
- zus. mit Hartwin Brandt / Ulrike Siewert: Familie – Generation – Institution. Generationenkonzepte in der Vormoderne, Bamberg 2008 (Bamberger Historische Studien 2).
Aufsätze
- zus. mit Ulrike Nagengast, Natur vs. Kultur? Zu den Konzepten der Generationenforschung, in: Familie – Generation – Institution. Generationenkonzepte in der Vormoderne, hg. v. Hartwin Brandt / Maximilian Schuh / Ulrike Siewert, Bamberg 2008 (Bamberger Historische Studien 2), S. 11-30.
- Von alten Bürgern und jungen Studenten im spätmittelalterlichen Ingolstadt. Das Verhältnis von Stadt und Universität als Generationenkonflikt?, in: Generationen in spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städten (Konflikte und Kultur), hg. v. Mark Häberlein / Lina Hörl, Konstanz 2010 [im Druck].
- In dicendo et ornatus et copiosus. Zur Diversität der Rhetorik an der Artistenfakultät der Universität Ingolstadt im 15. Jahrhundert, in: Diversität und Rhetorik in Mittelalter und Renaissance (Münchner Beiträge zur Geschichtswissenschaft), hg. v. Georg Strack / Julia Knödler, München 2010 [im Druck].
- Praxisorientierte Ausbildung oder elitäres Wissen? Universitäre Didaktik der Rhetorik im 15. Jahrhundert, in: Das Mittelalter 20 (2012) [im Druck].
Rezensionen und Berichte
- Tagungsbericht über Valenzen des Lachens in der Vormoderne. 16.01.2009-17.01.2009, Bamberg, in: H-Soz-u-Kult, 26.03.2009
- Rezension zu Sheffler, David L: Schools and Schooling in Late Medieval Germany. Regensburg, 1250-1500. Leiden 2008, in: H-Soz-u-Kult, 22.07.2009
- zus. mit Sophie Kleinecke und Andreas Zerndl, Tagungsbericht: Genealogisches Bewusstsein als Legitimation. Inter- und intragenerationelle Auseinandersetzungen sowie die Bedeutung von Verwandtschaft bei Amtswechseln. 23.09.2009-25.09.2009, Bamberg, in: H-Soz-u-Kult, 20.01.2010
Kleinere Beiträge
- Mohammed, Marco Polo, Dschingis Khan und Thomas von Aquin, in: Die musst du kennen. Menschen machen Geschichte, hg. v. Sandra Maischberger, München 2004.
- Grundherrschaft, Reichsfürsten, Reichskirchensystem, Vogtei, Islam, Zünfte, Transport, Lebenserwartung, Scholastik und Medizin, in: Claudia Märtl, Die 101 wichtigsten Fragen: Mittelalter, München 2006.
- Mohammeds Flucht, Dschingis Khan schlägt die russischen Truppen, Die erste Leichensektion, Ausbruch der Pest in Italien, Einweihung des Genter Altars und Spanische Inquisition in: Nachrichten, die Geschichte machten. Von der Antike bis heute, hg. v. Claus Kleber, München 2006.
Lehrveranstaltungen:
- SoSe 2007 Universität München, zus. mit Frau Prof. Dr. Claudia Märtl: Humanismus an der Universität Ingolstadt, Übung in Mittelalterlicher Geschichte, 2 SWS.
- SoSe 2008 Universität Bamberg: Die europäische Universität im Mittelalter, quellenkundliche Übung in Mittelalterlicher Geschichte, 2 SWS.
Kontakt
Maximilian SchuhJohannisstraße 1-4
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maximilian.schuh@uni-muenster.de
Betreuerin
Prof. Dr. Christel Meier-StaubachSeminar für Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit
Salzstraße 53
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Fax: +49 251 41469-19
mlat@uni-muenster.de
Betreuerin
Prof. Dr. Claudia MärtlLudwig-Maximilians-Universität München
Historisches Seminar, Abteilung für Mittelalterliche Geschichte
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
c.maertl@mg.fak09.uni-muenchen.de

