Lebenslauf:
| 2002-2008 | Magisterstudium an der WWU Münster, Hauptfach: Deutsche Philologie, Nebenfächer: Kommunikationswissenschaft, Nordische Philologie |
| 04/2004-01/2006 und 08/2006-01/2008 | Studentische Hilfskraft am Germanistischen Institut der WWU Münster (für die Germanistische Institutspartnerschaft mit dem Lehrstuhl für Deutsche Philologie der Nationalen Mirzo-Ulugbek-Universität Usbekistans in Taschkent) |
| Sommersemester 2006 | Auslandssemester in Skövde/Schweden |
| ab 06/2006 | Assistentin in der Abteilung Foreign Rights des Coppenrath-Verlags Münster |
| 11/2008 | Magister-Abschluss, Thema der Magisterarbeit: "Zur Konzeption eines deutsch-usbekischen Wörterbuchs" |
| 02/2009 | Aufnahme in die Graduiertenschule des Exzellenzclusters "Religion und Politik" der WWU Münster als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin |
Beteiligung am Exzellenzcluster:
- Mitglied in der Arbeitsgruppe Autorschaft
- Koordinatorin der Arbeitsgruppe Zwischen Fakten und Fiktionen
Promotionsprojekt:
Kulturelle Blüte in Zeiten politischen Übergangs. Literaturproduktion und Politik bei Timuriden und Habsburgern in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und zu Beginn des 16. Jahrhunderts
Das Lebenswerk des zentralasiatischen Eroberers Amir Timur, der in Europa auch unter dem Namen ‚Tamerlan’ bekannt ist, war nichts weniger als die Unterwerfung nahezu der gesamten islamischen Welt. Sein Reich erstreckte sich von Russland bis Indien, von Kleinasien bis nach China. Timur begründet die Timuriden-Dynastie, die von ca. 1370 bis 1507 währte.
Während Kunst, besonders die Literatur, und Wissenschaft der Timuriden vor allem in Herat im heutigen Afghanistan florierten, zerbrach das einstige Weltreich Timurs nach und nach an den inneren Auseinandersetzungen seiner Nachfolger, denen es nicht gelang, die Einheit des Reiches aufrechtzuerhalten.
Einer dieser Nachfolger war Bābur (*1483-†1530), der später ein Großmogulreich in Indien gründete, sich aber auch einige Zeit am Hof Sultāns Husain Baiqara in Herat aufhielt. Er verfasste mit dem Bābur-Name eine berühmte Herrscherautobiographie.
Unter den deutschen Höfen am Ausgang des 15. Jahrhunderts genoss der Kaiserhof in Wien unter der Regierung Maximilians I. (*1459-†1519) den Ruf, ein „Musenhof“ zu sein.
Maximilian beschäftigte einen großen Kreis an Künstlern (neben Literaten wie Konrad Celtis z. B. auch Miniaturmaler und Musiker) und galt als Förderer des Humanismus. Seine Tätigkeit beschränkte sich jedoch nicht auf das Mäzenatentum, der Kaiser betätigte sich selbst schriftstellerisch und lenkte die künstlerische Produktion an seinem Hof. Kunst und Wissenschaft erlebten unter Maximilian I. eine Blütezeit inmitten politischen Übergangs. Insbesondere Auseinandersetzungen mit den Ständen sowie Spannungen außen- und innenpolitischer Art prägten Maximilians Regierungszeit.
In der Arbeit wird untersucht, welche Rolle die Literatur in den Machtzentren der Timuriden und Habsburgern gespielt hat. Insbesondere den Verflechtungen von Literatur und Politik gilt die Aufmerksamkeit. Anhand der panegyrischen, didaktischen und allegorischen Textsorten wird die politische Dimension der beiden Literaturen aufgezeigt. Im Mittelpunkt des Vergleichs stehen die beiden (Auto-)Biographien von Bābur und Maximilian I. und ihre politischen Funktionen. Die propagandistischen Ziele, die die Herrscher mit diesen Werken verfolgten, werden beschrieben und verglichen.
Im Dissertationsprojekt wird die These verfolgt, dass der Literatur in politisch unsicheren Zeiten ein kulturübergreifendes Potential zur Inszenierung von Herrschaft und damit zur Herrschaftsstabilisierung und -legitimation innewohnt, dessen verschiedene Ausprägungen es herauszuarbeiten gilt.
Da sich mit der Literatur und der Kunst ein Raum bietet, in dem Entwicklungsmöglichkeiten durchgespielt werden können, soll auch ihr innovativer Charakter betrachtet werden.
Auf beiden Seiten, so wird zu zeigen sein, finden sich in dieser Zeit neuartige Strömungen vor allem in den Bereichen Politik, Religion, Wissenschaft und Kunst, die parallel gesetzt werden können und eine Gemengelage formten, die auf der Schwelle zur Neuzeit schließlich ganz unterschiedliche Entwicklungsrichtungen präfigurierten.
Arbeits- und Interessenschwerpunkte:
- Literatur der frühen Neuzeit
- Literatur und Politik
- Zentralasien (Schwerpunkt: Usbekistan)
- Kulturvergleich
- zweisprachige Lexikographie
Organisation:
- Internationale Tagung: „4. usbekisch-deutsche Tagung. Sprache – Kultur –Literatur – Didaktik“, 23.-25. November 2009, Westfälische Wilhelms-Universität Münster.
- Interdisziplinärer Workshop: „Zwischen Fakten und Fiktionen. Literatur und Geschichtsschreibung in der Vormoderne“, Münster, 16.-17.02.2011 (zusammen mit Daniel Lizius und Merle Schütte).
Lehrveranstaltungen:
- September 2006: Tutorium an der Nationalen Mirzo-Ulugbek Universität Usbekistans/Taschkent zum Thema: „Deutsche Landeskunde und Konversation“
- WS 2007/2008: Literaturwissenschaftliches Propädeutikum am Germanistischen Institut der WWU Münster
- November/Dezember 2008: Sprachwissenschaftliches Blockseminar zum Thema: „Deutsch-usbekische Lexikographie“ an der Nationalen Mirzo-Ulugbek Universität Usbekistans/Taschkent
- Wintersemester 2010/11 (zusammen mit Daniel Lizius und Merle Schütte): „Zwischen Fakten und Fiktionen. Literatur und Geschichtsschreibung in Mittelalter und Früher Neuzeit“, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Germanistisches Institut / Historisches Seminar
Publikationen:
Herausgeberschaft:
- Daniel Lizius, Kristina Rzehak, Merle Marie Schütte (Hrsg.): Zwischen Fakten und Fiktionen. Literatur und Geschichtsschreibung in der Vormoderne. Würzburg 2012 (in Vorbereitung).
- Usbekisch-deutsche Studien III. Sprache – Literatur – Kultur – Didaktik, hg. von Rudolf Suntrup, Kordula Schulze, Jane Brückner, Kristina Rzehak, Tomas Tomasek, Khalida Madjitova, Iraida Borisova, Abduzukhur Abduazizov (= Deutsch-usbekische Studien, Band 3,1 und 3,2), Münster 2010.
- Band 1: Begegnung von Orient und Okzident in der Literatur – Linguistik und Varietäten, hg. von Rudolf Suntrup, Kristina Rzehak, Iraida Borisova (= Deutsch-usbekische Studien, Band 3,1). Münster 2010.
Aufsätze:
- Baburs Selbststilisierung als (mystisch) Liebender im Baburnama. In: Daniel Lizius, Kristina Rzehak, Merle Marie Schütte (Hrsg.): Zwischen Fakten und Fiktionen. Literatur und Geschichtsschreibung in der Vormoderne. Würzburg 2012 (in Vorbereitung).
- „Wer Ime in seinem leben kain gedachtnus macht ...“ – Die Herrscher Maximilian I. und Bābur und ihre Rolle für die Literatur. In: Begegnung von Orient und Okzident in der Literatur – Linguistik und Varietäten, hg. von Rudolf Suntrup, Kristina Rzehak, Iraida Borisova (= Deutsch-usbekische Studien, Band 3,1). Münster 2010. S. 173-199.
- Zur Benutzung und Lexik eines deutsch-usbekischen Wörterbuchs. In: Fachdidaktik – Deutsch als Fremdsprache – Lexikographie, hg. von Kordula Schulze, Jane Brückner, Khalida Madjitova (= Deutsch-usbekische Studien, Band 3,2). Münster 2010. S. 313-338.
Tagungsbericht:
- (zus. mit Daniel Lizius und Merle Schütte): Zwischen Fakten und Fiktionen. Literatur und Geschichtsschreibung in der Vormoderne, Münster, 16./17.02.2011, in: AHF-Information 128, 21.07.2011.
Rezension:
- Oesterle, Jenny Rahel: Kalifat und Königtum. Herrschaftsrepräsentation der Fatimiden, Ottonen und frühen Salier an religiösen Hochfesten. Darmstadt 2009. In: Mitteilungen der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 20, Nr. 2, 2010. S. 108-110.
Vorträge:
- 10.02.2012: Dichter und Lenker. Die Literatur der Staatsmänner, Päpste und Despoten vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart (Augsburg); Thema: Die Literatur Baburs und Maximilians I. als Reaktion auf die Abhängigkeiten und Gefährdungen ihrer Herrschaft.
- 25.11.2009: 4. usbekisch-deutsche Tagung. Sprache, Literatur, Kultur, Didaktik (Münster); Thema: Zur Lexik eines usbekisch-deutschen Wörterbuchs
- 24.11.2009: 4. usbekisch-deutsche Tagung. Sprache, Literatur, Kultur, Didaktik (Münster); Thema: Babur und Maximilian I. und ihre Rolle für die Literatur
- 08.04.2008: Arbeitstagung zum deutsch-usbekischen Wörterbuch in Taschkent/Usbekistan; Thema: „Zur Konzeption eines usbekisch-deutschen Wörterbuchs“
- 25.05.2007: Eröffnungstagung zum deutsch-usbekischen Wörterbuch in Münster; Thema: „Zur Konzeption eines usbekisch-deutschen Wörterbuchs“
Kontakt
Kristina Rzehak M. A.Johannisstraße 1
Zimmer 112
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Tel.: +49 251 83-23371
Fax: +49 251 83-23340
kristina.rzehak@uni-muenster.de
Betreuer
Prof. Dr. Tomas TomasekGermanistisches Institut
Schlossplatz 34
Zimmer SH 108
D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-24411
Fax: +49 251 83-24600
tomasek@uni-muenster.de
Betreuer
Prof. Dr. Thomas BauerInstitut für Arabistik und Islamwissenschaft
Schlaunstraße 2
Zimmer 214
D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-24571
Fax: +49 251 83-29932
sindibad@uni-muenster.de

