• Forschungsschwerpunkte

    • Geschichte des Adels in der Frühen Neuzeit
    • Reformations- und Konfessionsgeschichte
    • Westfälische Landesgeschichte
  • Promotionen

    Dynastiebildung der Grafen zur Lippe und der Grafen von Waldeck im konfessionellen Zeitalter

    Betreuerin
    • Professor Dr. Barbara Stollberg-Rilinger, Dr. h. c.

    Dynastiebildung der Grafen zur Lippe und der Grafen von Waldeck im konfessionellen Zeitalter

    Betreuerinnen
    • Professor Dr. Barbara Stollberg-Rilinger, Dr. h. c.

    Seitdem jüngere Forschungen für eine De-Essentialisierung von Dynastien plädiert haben, wächst der Frage, wie eigentlich soziale Ordnung innerhalb adliger Verwandtschaftsverbände zustande kam, neue Bedeutung zu. In diesem Projekt, das sich mit den Grafen zur Lippe und den Grafen von Waldeck im 16. und 17. Jahrhundert beschäftigt, werden die soziale Abschließung einer Dynastie sowie die Zuweisung bestimmter Rollenmuster als Ordnungsbehauptungen verstanden, die mittels bestimmter Praktiken und Repräsentationen reproduziert wurden. Zum einen geschah dies durch das konkrete Handeln der Akteure, etwa bei Eheschließungen oder der Vererbung von Herrschaft und Besitz. In diesem Zusammenhang bildeten sich bestimmte Normen aus, die in Form von Testamenten und Hausverträgen auch in schriftlich-gesatzte Form gegossen wurden. Zum anderen wurden in genealogischen Konstruktionen und Gründungsmythen Idealvorstellungen einer in sich geschlossenen, überzeitlichen Dynastie symbolisch dargestellt. In der Praxis lässt sich dagegen viel stärker ein konfliktbehafteter Aushandlungsprozess um die Deutungshoheit und die soziale Hegemonie feststellen.

    Beide Phänomene, die zunehmende Normierung und Verrechtlichung der dynastischen Beziehungen sowie die Symbolisierung der Dynastie mithilfe einer legitimationsspendenden Eigengeschichte, lassen sich bei den untersuchten Grafen ab dem ausgehenden Spätmittelalter fassen. Das Projekt interessiert sich vor allem dafür, wie sich aus der inhärenten Spannung zwischen Hierarchisierung und Kohäsion bestimmte dynastische Strukturtypen entwickelten. Wie gestalteten sich die Beziehungen zwischen den einzelnen Mitgliedern der Dynastie? Welche Regelungen zur Herrschaftsweitergabe und zur Eheschließung wurden getroffen und wie verhielten sich die Akteure dazu?

    Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Frage gelegt, inwiefern die Reformation einen Bruch in der ansonsten auf Kontinuität angelegten Ausbildung einer dynastischen Ordnung darstellte. Wie konnte etwa der Rückbezug auf das ‚Herkommen‘ seine Geltung trotz dramatischer Veränderungen in den Praktiken der Herrschaftsausübung, der verwandtschaftlichen Organisation oder auch der Memoria behalten? So bedeutete der Übergang zur neuen Lehre einerseits einen Wandel des Konnubiums und eine Einschränkung der Versorgungsmöglichkeiten für nachgeborene Söhne durch geistliche Ämter, ermöglichte jedoch andererseits neue Formen der dynastischen Integration. Auch bei der Frömmigkeitspraxis änderten sich die Parameter durch einen Verzicht auf Fürbitten für die Toten, wohingegen neue Formen wie Leichenpredigten und prächtige Epitaphien erweiterte Möglichkeiten der dynastischen Repräsentation boten.

  • Vita

    Akademische Ausbildung

    -
    Studium der Geschichte (M.A.) an der Universität Bielefeld
    -
    Studium der Geschichte und der Sozialwissenschaften (B.A.) an der Universität Bielefeld

    Beruflicher Werdegang

    seit
    Mitglied der Graduiertenschule des Exzellenzclusters "Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne"
    -
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bielefeld (Lehrstuhl Prof. Dr. Peter Schuster)
    -
    Mitglied der Bielefeld Graduate School in History and Sociology
    -
    Studentische/wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Bielefeld
  • Publikationen

    Aufsätze

    Aufsätze (Zeitschriften)
    • Pieper, Lennart. . „Bernhard VII. zur Lippe als Stifter dynastischer Traditionen.“ Lippische Mitteilungen 81: 141-159.
    • Pieper Lennart. . „Ehrenbürger und Feindbild. Die lokale Bismarckverehrung am Beispiel Osnabrücks 1885–1915.“ Osnabrücker Mitteilungen 116: 181-210.
    Buchbeiträge (Sammel- Herausgeberbände)
    • Pieper Lennart. . „Blomberg huldigt dem Landesherrn. Huldigungen und die Bestätigung städtischer Privilegien zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert.“ In Miscellanea Blombergense. Quellen und Beiträge zur Stadtgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit, herausgegeben von Kümper Hiram, 127-139.
    • Pieper Lennart. . „Bierbrauen in Blomberg. Städtische und landesherrliche Kontrolle des Brauwesens in der frühen Neuzeit.“ In Miscellanea Blombergense. Quellen und Beiträge zur Stadtgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit, herausgegeben von Kümper Hiram, 55-66.

    Rezensionen

    • Pieper Lennart. . „Rezension zu: Weckenbrock, Olga, Adel auf dem Prüfstand. Strategien der Selbstbehauptung bei Ernst (1738-1813) und Ludwig (1774-1844) Freiherren von Vincke, Münster 2014.Zeitschrift für Historische Forschung 43, Nr. 1: 215-217.