Lebenslauf:

WS 1999/2000 Beginn des Magisterstudiums in den Fächern Alte Geschichte (HF), Lateinische Philologie (NF), Deutsche Philologie (NF)
März 2000-Dezember 2003 Studentische Hilfskraft im SFB 493 "Funktionen von Religion in antiken Gesellschaften des Vorderen Orients" in der Gruppe D3 "Griechisch-römische Vereinigungen - christliche Gemeinden"
SS 2003 Aufnahme des Lehramtsstudiums Sek Ⅰ/Ⅱ in den Fächern Geschichte/Latein
Juli 2003-Februar 2004 Studentische Hilfskraft am Seminar für Alte Geschichte/Institut für Epigraphik der WWU Münster
April 2004-November 2004 Studentische Hilfskraft im SPP 1080 "Römische Reichs- und Provinzialreligion: Globalisierungs- und Regionalisierungsprozesse in der antiken Religionsgeschichte", Teilprojekt: "Christlicher Staat und 'panhellenische Heiligtümer'. Zum Wandel überregionaler paganer Kultstätten im spätantiken Griechenland"
WS 2004/2005 Erasmusaufenthalt in Clermont-Ferrand, Frankreich
November 2006 Magistra Artium
November 2006 Staatsexamen für Lehramt (Sek Ⅰ/Ⅱ)
SS 2007 Lehrauftrag an der Universität Kassel
April 2007-September 2008 Wissenschaftliche Hilfskraft am Seminar für Alte Geschichte/Institut für Epigraphik der WWU Münster
Oktober 2007-September 2008 Tutorin (wissenschaftliche Hilfskraft) am Seminar für Alte Geschichte/Institut für Epigraphik der WWU Münster
Seit Oktober 2008 Mitglied der Graduiertenschule des Exzellenzclusters „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne“ der (WWU Münster)
Seit April 2010 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Alte Geschichte/Institut für Epigraphik der WWU Münster
Dezember 2011 Disputatio und erfolgreicher Abschluss der Dissertation

Promotionsprojekt

Zwischen Konflikt und Konsens. Informationsaustausch der Bischöfe in christlichen Gemeinden des dritten Jahrhunderts

Betrachtet man die Entwicklung des Christentums der ersten drei Jahrhunderte, so fallen vor allem die überregionale Verbreitung der christlichen Gemeinden und die wiederholte Verfolgungssituation in einer von religiöser Pluralität geprägten Gesellschaft ins Auge. Christliche Gemeinden finden sich verstreut in vielen Teilen des Imperium Romanum, standen aber ungeachtet erheblicher räumlicher Distanzen in regem Kontakt und Informationsaustausch miteinander. Sie traten also in soziale Beziehungen zueinander ein, weil und insofern sie sich als Teil einer christlichen communio sahen und somit nach christlichem Verständnis eine Einheit bildeten bzw. bilden sollten. Mit der Ausbreitung des Christentums lässt sich dementsprechend auch ein Ausbau der Informationsnetze beobachten.

Verfügbare antike Mechanismen der Kontaktpflege und des Informationsaustausches waren seit der paulinischen Mission Briefe und Reisen. Besonders in innerchristlichen Konfliktsituationen war der Austausch von Briefen ein unerlässlicher Bestandteil der Klärung, dem allerdings Grenzen gesetzt waren. Die Bedeutung von Briefen verstärkte sich unter den Bedingungen von lokalen und überregionalen Verfolgungen, als Bischöfe, die als Träger der Informationsnetze gelten können, gezwungen waren, aus der Verbannung heraus mit ihren Gemeinden in Kontakt zu treten. Die Christenverfolgungen besaßen also direkte Auswirkungen auf die Aus- und Weiterbildung des Informationsverkehrs zwischen Bischof und Gemeinde bzw. anderen Bischöfen.

Bischöfe versuchten, im zweiten und dritten Jahrhundert die Informationsverbreitung auf ihre Person zu zentrieren und auf diese Weise ihre eigene Position innerhalb der Gemeinden zu festigen. Ein Abbruch der Beziehungen zu anderen Bischöfen bedeutete faktisch die Exkommunikation. Christliche Bischöfe schufen daher eine Infrastruktur, indem sie beispielsweise den Nachrichtenaustausch durch die Einrichtung eines von niederen Klerikern ausgeübten Botendienstes organisierten und kontrollierten, aber auch die Durchführung von Synoden und anschließend die Publikation von Synodalentscheidungen in ihre Hände nahmen. Neben dem römischen Staat mit seiner Verwaltung und seinem Heerwesen sind die Christen die einzige Gruppe im gesamten Imperium, für die sich die Organisation eines eigenen – und ungemein effektiven – „Postwesens“ zeigen lässt.

Das vorliegende Promotionsvorhaben wird sich in diachroner Perspektive mit der Genese dieser christlichen Informationsnetze im Imperium Romanum beschäftigen, um auf diese Weise Machtverhältnisse zwischen christlichen Gemeinden zu untersuchen, die an die Person des Bischofs geknüpft sind. Den Rahmen der Untersuchung bildet die Zeit der Verfolgung im zweiten und dritten Jahrhundert, doch gilt es ebenso, die Anfänge der Privilegierung des Christentums zu untersuchen, um Kontinuitäten und Brüche, Rivalitäten und Hierarchisierungsversuche (parallel) existierender Informationsnetze zu skizzieren. Um dementsprechend die überregionale Einheit des Christentums zu erfassen, kommen die zu analysierenden Briefe bedingt durch die Quellenlage aus folgenden Regionen/Städten: Afrika/Karthago (Cyprian von Karthago), Ägypten/Alexandria (Dionysius und Athanasius von Alexandria), Italien/Rom (Osterfeststreit; Briefpartner Cyprians; Briefpartner Dionysius) und Kleinasien (Osterfeststreit; Ketzertaufstreit).

Arbeits- und Interessenschwerpunkte:

  • Christentum
  • Spätantike
  • Römische Sozialgeschichte

Funktion innerhalb des Clusters/Beteiligung an Projekten/Arbeitsgruppen:

Lehrveranstaltungen:

Vorträge:

  • 27. April 2009 im Rahmen des Kolloquiums der wissenschaftlichen Mitarbeiter des GKM (Centrum für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmeerraums), Münster: "Alle übrigen Hirten der Kirche eilten von allen Seiten nach Antiochia..." - kommunikative Beziehungen von Bischöfen bei der Verurteilung von Paulus von Samosata
  • 6. Juni 2009 im Rahmen der PhD-Tagung von OIKOS (National Research School in Classical Studies in the Netherlands), Leiden/Niederlande: Christian communication networks from the second to the fourth century - Cyprian of Carthage and the recognition of Cornelius of Rome
  • 03. Dezember 2010: Krise als Chance – Überlegungen zur Konstituierung eines christlichen Mittelmeerraumes; Erster Bochumer Nachwuchsworkshop für MediterranistInnen, 3.-4.12.2010, Zentrum für Mittelmeerstudien, Bochum
  • 10. Dezember 2010: Wie handelt man richtig? Autoritätskonflikte zwischen Cyprian von Karthago und den Bekennern; Politische Märtyrer. Sinnzuschreibungen in Vormodern und Moderne, 10.-11.12. 2010, Münster
  • 06. Januar 2011: Cyprian of Carthage and the Solution of Inner Christian Conflicts; Religions and Politics in Antiquity, 6.-7.01.2011, Münster

Kontakt

Eva Baumkamp M. A.
Seminar für Alte Geschichte/Institut für Epigraphik Domplatz 20-22 Zimmer 242
D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-24352
Fax: +49 251 83-24363

Betreuer

Prof. Dr. Johannes Hahn Seminar für Alte Geschichte Domplatz 20-22 Zimmer 245
D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-24362
Fax: +49 251 83-24366

Mentor

PD Dr. Rüdiger Schmitt

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