Lebenslauf:
| geboren am 15. Juli 1977, Ägypten | |
| August 1997 | Azharitisches Abitur (Sektion für Naturwissenschaften) |
| Mai 2002 | B.A.-Abschlussprüfung in Germanistik und Islamwissenschaft, Al-Azhar Universität, Kairo |
| Oktober 2003 | Koordinator für akademische und kulturelle Beziehungen an der Generalverwaltung für akademische und kulturelle Beziehungen, Al-Azhar Universität, Kairo |
| Mai 2004 | Abschlussprüfung der zweijährigen postgradualen Vorbereitungsstufe des Magisterstudiums, Abteilung für Germanistik, Al-Azhar Universität, Kairo |
| Juli 2004 | Wissenschaftlicher Assistent an der Sektion für Islamwissenschaft in Deutsch, Abteilung für Germanistik, Al-Azhar Universität, Kairo |
| Juli 2008 | M. A. in Islamwissenschaft, Thema "Textanalyse zwischen Usul al-Fiqh und der Hermeneutik", Sektion für Islamwissenschaft in Deutsch, Al-Azhar Universität, Kairo |
| Seit Oktober 2008 | Wissenschaftlicher Oberassistent an der Sektion für Islamwissenschaft in Deutsch, Al-Azhar Universität, Kairo |
| Seit April 2010 | Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Graduiertenschule des Exzellenzclusters "Religion und Politik" an der WWU Münster |
Promotionsprojekt:
Verstehenstheorie im islamischen geistigen Erbe. Eine usulitische Studie im Lichte der Allgemeinen Hermeneutik
Das Bedürfnis nach Sinn und Verstehen ist anthropologisch elementar und stellt eine wesentliche Problematik in allen Kulturen dar, einschließlich des Islam, sei es hinsichtlich der Sinnstiftung, -ermittlung oder -vermittlung. So darf man in Bezug auf den Islam mit Recht fragen: Wie behandelt(e) die islamische Gelehrsamkeit die Problematik des Verstehens und der Verständigung? Gab bzw. gibt es eine Wissenschaft bzw. Disziplin, die das Verstehen universell behandelt? Welche Prinzipien bzw. Grundzüge hat eine solche Wissenschaft? Inwieweit deckt(e) sie die verschiedenen Dimensionen des Verstehens- und Verständigungsprozesses ab? Die Antwort auf diese Fragen stellt das Hauptanliegen des vorliegenden Projektes dar. Zum ersten soll die Frage beantwortet werden, ob eine solche Wissenschaft bzw. Disziplin in der islamischen Gelehrsamkeit schon existiert(e), und zum zweiten sollen die Grundzüge dieser Wissenschaft im Licht der Allgemeinen Hermeneutik nachgezeichnet werden.
Ein schneller Blick auf die islamische Gelehrsamkeit und deren fachspezifische Disziplinen zeigt, dass das islamische Denken eine ganze Reihe von Wissenschaften entwickelte, die sich die islamischen autoritativen Texte - besonders Koran und Sunna - und Begebenheiten zum Gegenstand nehmen, und zwar unter Bezugnahme auf einen gewissen Aspekt des Wissens. Man kann auch feststellen, dass in dieser Reihe der islamischen Wissenschaften keine besondere Wissenschaft bzw. Kunst existiert, welche die Thematik des Verstehens allgemeingültig erforscht: Keine Spezialwissenschaft, die sich wesentlich mit dem Verstehen im allgemeinen Sinne und mit seinen Methoden, Verfahren, Formen, Fragen, Voraussetzungen etc. befasst; keine Disziplin bzw. Lehre, bei der die Regeln und Grundsätze des Verstehens keinen besonderen Bezug auf ein bestimmtes Fachgebiet der islamischen Religion haben, und zwar parallel zur Allgemeinen Hermeneutik. Das Fehlen einer solchen Disziplin kann negative Folgen für das Verständnis des Islams und des islamischen Denkens haben. In der vorgeschlagenen Studie soll anhand der Grundprobleme und Begrifflichkeiten der Allgemeinen Hermeneutik versucht werden, eine oder mehrere hypothetische islamische Verstehenstheorien aufzuspüren.
Das Verstehen als Prozess bildet den Hauptforschungsgegenstand der Studie. Es ist das Grundproblem, das aus usulitischer Sicht sowie im Lichte der Allgemeinen Hermeneutik untersucht werden wird. Dabei werden u. a. die von den muslimischen Gelehrten in den frühesten islamischen Jahrhunderten entwickelten Einstellungen zu den hauptsächlichen Elementen des Verstehensprozesses erforscht werden, nämlich die Einstellungen zum Urheber des zu Verstehenden, zu dem zu Verstehenden selbst, zum Empfänger und zu den möglichen kontextuellen Gegebenheiten, welche die vorigen drei Hauptelemente beeinflussen könnten. Auf diese Weise soll versucht werden, die Thesen der muslimischen Gelehrten über die Grundprobleme des Verstehens im weiteren Sinne aufzuzeigen und zu kristallisieren.
Arbeits- und Interessenschwerpunkte:
- Islamische Rechts- und Verstehensmethodik (Usul al-Fiqh & at-Tafsir)
- Dogmatische und Allgemeine Hermeneutik
- Trans- und Interdisziplinarität der islamischen und arabischen Gelehrsamkeit
- Islamische Philosophie
- Moderne und Allgemeine Linguistik
Publikationen:
- „Textanalyse zwischen usul al-fiqh und der Hermeneutik, eine vergleichende Studie.“ (Magisterarbeit auf Deutsch) Kairo 2008 (157 Seiten)
- „tahlil an-nusus baina at-ta´wiliyya wa Cilm usul al-fiqh, dirasa muqarina” (Arabische Fassung der oben genannten deutschen Magisterarbeit) Kairo 2008 (119 Seiten)
- „As-Sahir الساحر“: Eine arabische Übersetzung des literarischen Kompendiums „New Wave“ von Christian Kracht; Herausgeber der Übersetzung: Sphinx Agency for Art und Literature, mit Unterstützung von ProHelvita, Kairo 2008. (258 Seiten)
- „Heinrich al-masri هاينريش المصري“: Ein Mitübersetzung des Romans „Der ägyptische Heinrich“ von Markus Werner; Herausgeber der Übersetzung: Sphinx Agency for Art und Literature, (Im Druck). (etwa 40 Seiten)
- „Az-zaman al-makhtum الزمن المختوم “: Eine arabische Mitübersetzung des Werkes „Versiegelte Zeit: Über den Stillstand in der islamischen Welt“ von Dan Diner, Propyläen, Berlin 2005, (im Druck). (etwa 150 Seiten)
- „Wiederkehr Jesus zwischen Islam und Christentum, eine vergleichende Untersuchung“: Eine unveröffentlichte Hausarbeit. (25 Seiten)
- „Die Negation im Deutschen und Arabischen, eine vergleichende Untersuchung“: Eine unveröffentlichte Hausarbeit. (20 Seiten)
Kontakt
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