Forschungsfeld B: Medialität

Wenn man von einem nicht-essentialistischen Verständnis von Religion und Politik ausgeht, stellt sich die Frage nach den Formen der Vermittlung zwischen den beiden Feldern und ihrer wechselseitigen Konstituierung neu. Nachdem in der ersten Förderphase des Exzellenzclusters von 2007 bis 2012 die Rolle der Inszenierung des Politischen und Religiösen im Zentrum stand, werden in der zweiten Förderphase bis 2017 im Forschungsfeld B die Medien untersucht, in denen politische und religiöse Phänomene reflektiert werden. Diese Perspektive erlaubt es, Vermittlungs-, Aushandlungs- und Symbolisierungsprozesse zwischen den Feldern Religion und Politik hinsichtlich ihrer konkreten textlichen, bildlichen und anderen kommunikativen Darstellungsverfahren zu analysieren.

Zugrunde gelegt wird ein offener und flexibler Medienbegriff, der davon ausgeht, dass in bestimmten Funktionszusammenhängen gewissermaßen alles zum Medium werden kann: nicht nur Text, Bild und Ton, sondern auch Körper, Räume, Objekte etc. Daher gilt es Vorgängen und Verfahrensweisen der „Medialisierung“ Aufmerksamkeit zu schenken, das heißt jenen Prozessen, die etwas oder jemanden zum politischen oder religiösen Medium machen.

In der zweiten Förderphase des Exzellenzclusters von 2012 bis 2017 konzentriert sich die Arbeit in zwei Koordinierten Projektgruppen auf folgende Schwerpunkte:

Die erste Projektgruppe untersucht die Rolle von Medien und Medienwandel in Säkularisierungs- und Sakralisierungsprozessen. Die zweite Projektgruppe analysiert als „mediale Figurationen“ konkrete sprachliche, bildliche, architektonische und musikalische Formen der Darstellung, Vermittlung, Konstruktion und wechselseitige Abgrenzung des Religiösen und des Politischen.