Religiöse Paralleljustiz im Rechtsstaat?

Vortrag von Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Fabian Wittreck eröffnet Ringvorlesung des Clusters

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Prof. Dr. Fabian Wittreck

dienstags 18.15 bis 19.45 Uhr, Hörsaal F2 Fürstenberghaus am Domplatz 20-22

Über geistliches Recht im säkularen Verfassungsstaat von heute spricht Jurist Prof. Dr. Fabian Wittreck vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der WWU Münster am Dienstag, dem 9. Oktober. Mit dem öffentlichen Vortrag „Religiöse Paralleljustiz im Rechtsstaat?“ beginnt die Ringvorlesung des Exzellenzclusters und des neuen „Centrums für Religion und Moderne“ (CRM) zum Thema „Religiöse Vielfalt. Eine Herausforderung für Politik, Religion und Gesellschaft“.

Der Vortragstitel erinnere an muslimische „Friedensrichter“ und Imame, die in Berlin und anderen deutschen Städten auf der Grundlage der Scharia Streitigkeiten unter Muslimen schlichten, so Prof. Wittreck. Dieses Phänomen solle aber nicht isoliert betrachtet werden. Der Vortrag bettet es in den größeren Zusammenhang der Interaktion von weltlicher und geistlicher Gerichtsbarkeit sowie von staatlichem und religiösem Recht ein. Dazu stellt der Jurist zunächst die verschiedenen Typen geistlicher Gerichtsbarkeit vor und prüft sie auf ihr Konfliktpotential mit dem Recht des säkularen Verfassungsstaates. Der Vortrag zeigt auf, welchen Raum die deutsche Rechtsordnung für geistliche Gerichtsbarkeit lässt. Am Ende steht die rechtspolitische Frage, ob ein staatliches Entgegenkommen gegenüber „Friedensrichtern“ zulässig, geboten oder gar ratsam ist.

Die Ringvorlesung analysiert Beispiele religiöser Pluralität von der Antike über das Mittelalter und die Frühneuzeit bis zu Deutschland, England, China und den USA heute. Die Vorträge mit anschließender Diskussion finden dienstags ab 18.15 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22 statt. (bhe/vvm)