Religiös motivierte Gewalt in den 1970ern und 1980ern

Historiker Dr. Stephan Ruderer spricht über die Militärdiktaturen in Chile und Argentinien

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Dr. Stephan Ruderer

Foto: han

Religiöse Argumente sind während der chilenischen und argentinischen Militärdiktatur in den 1970er und 1980er Jahren zur Legitimation, aber auch zur Ablehnung von Gewalt genutzt worden. Darüber spricht der Historiker Dr. Stephan Ruderer vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ am Dienstag, den 28. Juni, in der Ringvorlesung „Religion und Gewalt“. Sein Vortrag trägt den Titel „Mit der Hilfe Gottes? Die Militärdiktaturen in Argentinien und Chile und die katholische Kirche“. Der Forscher will dabei auch die historischen, politischen und sozialen Faktoren herausarbeiten, die zur religiösen Rechtfertigung oder Ablehnung von Gewalt geführt haben.

Sowohl die chilenische als auch die argentinische Diktatur berief sich laut Ruderer in ihrem gewalttätigen Eingreifen gegen die eigene Bevölkerung auf religiöse Argumente. Der jeweiligen katholischen Nationalkirche sei somit ein hohes Legitimierungspotential zugekommen, das die Kirchenführung in den beiden Ländern unterschiedlich genutzt habe.

Die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ beschäftigt sich im Sommersemester mit dem Thema „Religion und Gewalt – Erfahrungen aus drei Jahrtausenden Monotheismus“. Zu Wort kommen Vertreter unterschiedlicher Disziplinen wie Historiker, Germanisten, Theologen und Religionswissenschaftler. Die öffentlichen Vorträge mit anschließender Diskussion finden dienstags ab 18.15 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22 statt. (han)


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