Dr. Kristina Deutsch


kristina.deutsch@uni-muenster.de

 

Liebe Studierende,

anlässlich eines Gerda Henkel-Forschungsstipendiums verlege ich meine Wirkungsstätte von April 2017 bis März 2018 nach Süddeutschland und Österreich. Für Fragen bezüglich Studienberatung, Anrechnungen von Studienleistungen, Bafög und Erasmus wenden Sie sich in dieser Zeit bitte an meine Kolleginnen und Kollegen.

Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Jahr und freue mich auf ein Wiedersehen im Sommersemester 2018!

Ihre Kristina Deutsch

 

Schwerpunkt der Lehre und Forschung:

Bildende Kunst und Architektur der Frühen Neuzeit, Kunsthandwerk

Habilitationsprojekt:

„Schlossbäder im Alten Reich: Baderäume an den Höfen der Wittelsbacher zwischen Repräsentation und Rückzug.“
Gefördert durch die Gerda Henkel Stiftung.

Projektskizze:
Als Rückzugs- und Rekreationsbereiche wurden höfische Bäder bislang kaum auf Strategien herrschaftlicher Repräsentation hin befragt. Dabei belegen neue Beiträge, dass ihre Ausstattung – ebenso wie jene der Paradeappartements – ein bestimmtes Herrschaftsverständnis und die politischen Ambitionen des Auftraggebers vermittelt. Aufgrund ihrer Nutzung jenseits des Zeremoniells eignen sich Bäder besonders gut zum Studium des (sich im untersuchten Zeitraum erheblich wandelnden) Verhältnisses von höfischer Öffentlichkeit und Privatheit, wobei die Forschung bezüglich des letztgenannten Bereichs noch ganz am Anfang steht.
Den Schwerpunkt des Projekts bilden die Wittelsbacher Höfe auf den Gebieten des ehemaligen Kurbayerns, Kurkölns und der Kurpfalz, wobei insbesondere die noch weitgehend erhaltenen Bäder umfassend untersucht werden: das Bad Ottheinrichs in Neuburg an der Donau, die sog. ‚Badstube‘ der Trausnitz in Landshut, die Badenburg im Park von Schloss Nymphenburg in München und die beiden Badekabinette in Schloss Benrath (Düsseldorf).
Die künstlerische Gestalt von Schlossbädern ist dabei als Teil eines komplexen Geflechts internationaler bzw. transhöfischer Beziehungen zu verstehen. Für Landshut sind neben Impulsen aus Florenz und Fontainebleau die Vernetzungen innerhalb des Alten Reichs bedeutsam. Im 18. Jahrhundert entstehen die Baderäume dann im Rückgriff auf aktuelle Ausstattungstendenzen in Frankreich und in der Konkurrenz der Reichsfürsten untereinander, die aus den verfügbaren Modellen ganz eigene Repräsentationsstrategien entwickeln. Diese in der Übertragung der – an den offiziellen Paraderäumen erprobten – Methoden der Residenzforschung offen zu legen und zu analysieren ist das Anliegen der Arbeit.

  • Dr. Kristina Deutsch

    Vita

    08/2004 Abschluss des Magisterstudiums mit einer Arbeit zum Thema „Richelieu. Eine französische Planstadt des 17. Jahrhunderts“, betreut von Prof. Dr. Marcel Baumgartner, Justus Liebig Universität Giessen

    10/2004-03/2005 Wissenschaftliche Hilfskraft im Graduiertenkolleg „Transnationale Medienereignisse“ der Justus Liebig Universität Giessen zur Vorbereitung der Ausstellung „Medienereignisse“ im Museum für Kommunikation Frankfurt

    04/2005-09/2006 Redaktionsassistentin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Ressort Kunstmarkt) in Frankfurt am Main

    2006-2009 Dreijährige allocation de recherche am europäischen Graduiertenkolleg „Institutionelle Ordnungen, Schrift und Symbole“ der Technischen Universität Dresden und der École Pratique des Hautes Études, Paris

    10/2009-02/2011 Chercheur associé der Bibliothèque nationale de France, Département des estampes et de la photographie; Vorbereitung des Bandes zu Jean Marot im Inventaire du fonds français des graveurs du XVIIe siècle

    12/2009-05/2010 DAAD-Stipendium für Forschungen in Paris

    01/10/2010 Verteidigung der Doktorarbeit in Kunstgeschichte zum Thema „Jean Marot und der Architekturstich im 17. Jahrhundert in Frankreich. Die Darstellung des Louvre-Palastes im sogenannten Grand Marot“ unter der Leitung der Professoren Sabine Frommel (Paris) und Bruno Klein (Dresden)

    2011 Wolfgang-Ratjen-Preis des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der graphischen Künste

    03/2011-09/2012 Wissenschaftliche Volontärin in der Museumsabteilung der Bayerischen Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen in München

    2012 Absolventenpreis 2011 der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Dresden

    seit 10/2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Assistentin) am Lehrstuhl von Prof. Dr. Eva-Bettina Krems, Institut für Kunstgeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

    seit 2016 assoziiertes Mitglied der Équipe d'accueil „Histara“ (Histoire de l’art, des représentations et de l’administration dans l’Europe moderne et contemporaine, EA 7347) an der École Pratique des Hautes Études, Paris

    Habilitationsprojekt zum Thema "Herrschaft im Bade: Schlossbäder im Alten Reich vom 16. bis zum 18. Jahrhundert“ (Arbeitstitel)

  • Dr. Kristina Deutsch

    Publikationen


    Herausgeberschaften

    Kristina Deutsch, Claudia Echinger-Maurach, Eva-Bettina Krems (Hrsg.), Höfische Bäder in der Frühen Neuzeit. Gestalt und Funktion, Berlin-Boston: De Gruyter 2017

    Selbstständige Veröffentlichungen

    Jean Marot. Un graveur d’architecture à l’époque de Louis XIV (Ars et Scientia, Bd. 12), Berlin-Boston: De Gruyter 2015.

    Burg Lauenstein. Amtlicher Führer, hrsg. von der Bayerischen Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, München: BSV 2012.

    Unselbstständige Veröffentlichungen

    Eintrag zu Jean Marot im Allgemeinen Künstler Lexikon, Berlin: De Gruyter 2015, S. 278-279.

    „Im Auftrag des Kurfürsten? Jean Marots Entwurf für das Mannheimer Schloss“, in: Sabine Frommel und Eckhard Leuschner (Hgg.): Architektur- und Ornamentgraphik der Frühen Neuzeit: Migrationsprozesse in Europa, Ausst. Kat. (Gotha, Schloss Friedenstein, 5. Juni-31. Juli 2014), Rom: Campisano 2014, S. 273-284.

    „Ein König als Retter seiner Burg. Das „Absteigequartier“ Ludwigs II. auf der Trausnitz in Landshut“, Verhandlungen des historischen Vereins für Niederbayern, 137 (2011), S. 5-38.

    „Le Magnifique chasteau de Richelieu dans la gravure. Les deux suites d’estampes par Jean Marot“, in: Richelieu à Richelieu. Architecture et décors d’un château disparu, Ausst. Kat. (Orléans, Richelieu, Tours, Musées des Beaux-Arts, 12. März-13. Juni 2011), Mailand: Silvana 2011, S. 415-423.

    „ʻMarot. Il se nommait Jean…’. Essai sur l’œuvre d’un graveur d’architecture du Grand Siècle“, Nouvelles de l'Estampe, 236 (2011), S. 4-23.

    „Une piscine pour Maisons par Jean Marot? Étude d’un dessin de la Réserve du département des Estampes“, Revue de la Bibliothèque nationale de France, 35 (2010), S. 72-79.

    „Reproduktion, Invention und Inszenierung: Jean Marot (1619-1679) und die druckgraphische Architekturdarstellung in Frankreich“, in: Markus A. Castor, Jasper Kettner, Christien Melzer und Claudia Schnitzer (Hgg.): Druckgraphik. Zwischen Reproduktion und Invention (Deutsches Forum für Kunstgeschichte Passagen/Passages 31) Berlin-München: Deutscher Kunstverlag 2010, S. 403-417.

    „ʻLe magnifique château de Richelieu’, par Jean Marot. Représentation et panégyrique. De la relation entre l’architecture et son image gravée“, in: Jean-Claude Boyer, Bénédicte Gady und Barbara Gaethgens (Hgg.): Richelieu. Patron des arts (Deutsches Forum für Kunstgeschichte Passagen/Passages 17), Paris: Editions de la Maison des sciences de l’homme 2009, S. 55-74.

    „Gian Lorenzo Bernini, Jean Marot et Paul Fréart de Chantelou: La suite du Louvre dans le Grand Marot“, Confronto. Studi e ricerche di storia dell'arte europea, 10/11 (2007-2008), S. 123-132.

    Rezensionen und Tagungsberichte

    Jean Guillaume en collaboration avec Peter FUHRING (Hgg.): Jacques Androuet Du Cerceau « un des plus grands architectes qui se soient jamais trouvés en France », Paris: Cité de l’architecture et du patrimoine-Picard, 2010. Rezension online veröffentlicht am 27. September 2010 auf der Seite Les comptes rendus HISTARA.

    „Architectura picta. Internationale Tagung zum Thema „Die Darstellung der Architektur in der Malerei (1300-1600)“. Institut National d’Histoire de l’Art in Paris, 14-16. Dezember 2009“, Tagungsbericht veröffentlicht in Frühneuzeit-Info, hrsg. vom Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit in Wien, 21 (1/2, 2010), S. 254-258.

    Jestaz, Bertrand, Jules Hardouin-Mansart, Paris, Picard, 2008. Rezension online veröffentlicht am 3. April 2009 auf der Seite Les comptes rendus HISTARA.

    „Bernini in Francia. Internationaler Studientag anlässlich der italienischen Übersetzung des Tagebuchs von Paul Fréart de Chantelou über den Aufenthalt Gianlorenzo Berninis in Paris. Institut National d’Histoire de l’Art in Paris, 26. November 2007“, Tagungsbericht veröffentlicht in Frühneuzeit-Info, hrsg. vom Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit in Wien, 19 (2, 2008), S. 118-122.

    Farhat, Georges (Hg.): André Le Nôtre, Fragments d'un paysage culturel. Institutions, arts, sciences et techniques, Sceaux: Musée de l'Île-de-France, 2006. Rezension online veröffentlicht am 25. April 2007 auf der Seite Les comptes rendus HISTARA.

    Eric Hazan: Paris. Kein Schritt ist vergebens. Aus dem Französischen von Michael Müller und Karin Uttendörfer, Zürich: Ammann 2006. Rezension online veröffentlicht am 15. Dezember 2006 in Sehepunkte 6, 12 (2006)

    Pablo Schneider und Philipp Zitzlsperger (Hgg.): Bernini in Paris. Das Tagebuch des Paul Fréart de Chantelou über den Aufenthalt Gianlorenzo Berninis am Hof Ludwigs XIV., Berlin: Akademie Verlag, 2006. Rezension online veröffentlicht am 15. September 2006 in Sehepunkte 6, 9 (2006).

    Alexandre Gady: Jacques Lemercier. Architecte et ingénieur du Roi, Tours: Maison des Sciences de l'Homme, 2005. Rezension online veröffentlicht am 15. Mai 2006 in Sehepunkte 6, 5 (2006).