Origenes - Grieche und Christ in römischer Zeit
© AHV

Origenes - Grieche und Christ in römischer Zeit

Der frühchristliche Theologe Origenes aus Alexandria (185-253/4) stellte als Grieche mit hervorragender Bildung und zugleich als überzeugter Christ seine umfassende Gelehrsamkeit in den Dienst der Auslegung der Bibel. Gnosis und Judentum, antike Wissenschaft und Philosophie waren die Bezugspunkte seiner christlichen Philosophie, in deren Zentrum die Freiheit Gottes und des Menschen steht. Mit der Begründung einer hermeneutisch fundierten und methodisch kontrollierten Bibelauslegung und mit dem ersten Entwurf einer Metaphysik der Freiheit schuf er zugleich die Grundlagen für eine christliche Kultur.
Trotz seiner nachträglichen Verurteilung als Ketzer wurde er damit zu einem der großen Gründerväter der christlichen Philosophie, der einen tiefgehenden Einfluss auf die spätere Theologie- und Philosophiegeschichte ausübte. Alfons Fürst stellt Leben und Werk des Origenes in den Kontext seiner Zeit und erschließt seine Wirkung bis heute.
Alfons Fürst (Hg.), Origenes - Grieche und Christ in römischer Zeit (Band 9 der Reihe "Standorte in Antike und Christentum"), Stuttgart: Anton Hiersemann Verlag, 2017, 237 Seiten, Paperback, 39,-/44,- €. ISBN 978-3-7772-1723-9

Adamantiana 10
© AsV

Adamantiana 10 - Origenes in Frankreich

Die Origeniana Pierre-Daniel Huets

Die im Jahre 1668 publizierten Origeniana von Pierre-Daniel Huet (1630–1721) sind ein Meilenstein der Wissenschaftsgeschichte und der Origenesforschung. Sie enthalten die erste wissenschaftliche Analyse des Lebens, der Lehre und der Schriften des Origenes. Der französische Gelehrte Huet stand der Vernunfttheologie des christlichen Philosophen Origenes allerdings kritisch gegenüber. Gegen den Rationalismus von René Descartes’ Cogito ergo sum vertrat Huet einen radikalen Skeptizismus, dessen Misstrauen in die Vernunft in einen ebenso radikalen Fideismus mündete, in dem der Glaube der Vernunft übergeordnet ist. Aus dieser Einstellung heraus kritisierte Huet das Bemühen des Origenes um eine rationale Durchdringung des christlichen Glaubens: Mit seiner übermäßigen Betonung der Vernunft und der in ihr gründenden Freiheit habe der Alexandriner die Theologie auf falsche Wege gewiesen. Ungeachtet dieser ablehnenden Haltung hat Huet Origenes dennoch gegen ungerechtfertigte und überzogene Vorwürfe, wie sie in der Geschichte des Origenismus immer wieder vorgebracht worden sind, verteidigt und seine Gedanken auf der Basis einer wissenschaftlichen Methodik objektiv und kritisch dargestellt.
Alfons Fürst (Hg.), Origenes in Frankreich. Die Origeniana Pierre-Daniel Huets (Adamantiana 10), Münster: Aschendorff Verlag, 2017, 390 Seiten, gebunden, 59,- €. ISBN 978-3-402-13723-9

Hieronymus_AskeseundWissenschaft
© VHe

Hieronymus - Askese und Wissenschaft in der Spätantike

Choleriker mit misanthropischen Zügen, militanter Propagandist des asketischen Ideals, vielseitiger und produktiver Schriftsteller, Sprachgenie, fleißiger Übersetzer und origineller Wissenschaftler – all diese Beschreibungen treffen auf den Kirchenvater Hieronymus (347–419) zu. Hieronymus war ein Exzentriker. Er stammte aus der Provinz, machte in den Metropolen der spätantiken Welt (Rom, Konstantinopel, Antiochia) Karriere, kehrte in der zweiten Lebenshälfte aber wieder in die Provinz, diesmal nach Bethlehem in Palästina, zurück. Aufgrund seiner hebräischen Sprachkenntnisse vermochte er als einziger Theologe seiner Zeit, der christlichen Exegese jüdisches Bibelwissen zu erschließen.
Alfons Fürst beschreibt die theologischen Kontroversen, in die Hieronymus im Laufe seines spannungsreichen Lebens verwickelt war (Arianismus, Origenismus, Pelagianismus), erörtert seinen Beitrag zur Verbreitung der christlichen-asketischen Lebensform besonders unter Frauen der römischen Aristokratie und stellt seine innovativen wissenschaftlichen Leistungen als Übersetzer und Ausleger der Bibel dar. Die vielfältigen sozialen Beziehungen, in denen Hieronymus lebte, treten erstmals in Form einer Prosopographie lebendig vor Augen. Ausgewählte Texte (lateinisch-deutsch) gewähren einen unmittelbaren Einblick in sein Arbeiten.
Alfons Fürst, Hieronymus - Askese und Wissenschaft in der Spätantike, Freiburg im Breisgau: Verlag Herder, 2016, 448 Seiten, gebunden, ca. 39,99 €, ISBN: 978-3-451-31144-4

OWD 9_2
© VdG

Origenes - Die Homilien und Fragmente zum Hohelied

Mit seiner Auslegung des Hoheliedes habe Origenes sich selbst übertroffen. Mit diesem Lob machte Hieronymus Werbung für das christliche Genie aus Alexandria und übersetzte zu diesem Zweck zwei Predigten des Origenes über das biblische Lied auf die Liebe in das Lateinische. Von dessen Hoheliedauslegung im Kommentar haben sich, neben der lateinischen Übersetzung des Rufinus, auf Griechisch nur kleine, aber zahlreiche Fragmente erhalten.
Alfons Fürst/Holger Strutwolf, Origenes - Die Homilien und Fragmente zum Hohelied (Origenes Werke mit deutscher Übersetzung 9/2), Berlin/Boston: Verlag Walter de Gryuter, Freiburg/Basel/Wien, 2016, 288 Seiten, gebunden, Leinen, ca. 69,95 €. ISBN De Gruyter 978-3-11-046440-5

Owd9 1
© AKG Münster

Origenes - Der Kommentar zum Hohelied

Im Kommentar zum Hohelied, in dem Origenes sich nach den Worten des Hieronymus selbst übertroffen hat, deutet er die in einer dramatischen Erzählung geschilderte Liebe zwischen Braut und Bräutigam auf die Beziehung zwischen dem göttlichen Wort und der menschlichen Seele bzw. Christus und der Kirche. Da in der personalen Ekklesiologie des Origenes die Kirche eine kollektive Person aus den Seelen aller Gläubigen bildet, konvergieren die beiden Auslegungslinien und gehen oft ineinander über. Im Zuge der Auslegung werden Grundgedanken christlicher Spiritualität wie der Begriff der Liebe, die Ordnung der Liebe oder die Selbsterkenntnis als Weg zur Gotteserkenntnis ausführlich erläutert. Die Basis der Exegese bildet die Einstufung des Hoheliedes als höchster Stufe der christlichen Philosophie, auf der die vollkommene Seele zur Schau Gottes gelangt. Diese Deutung prägte die christliche Hoheliedauslegung, die bis an das Ende des Mittelalters aus Fußnoten zu Origenes besteht. Der Band enthält die erste deutsche Übersetzung dieses Kommentars mit ausführlichen Erläuterungen.
Alfons Fürst/Holger Strutwolf, Origenes - Der Kommentar zum Hohelied (Origenes Werke mit deutscher Übersetzung 9/1), Berlin/Boston: Verlag Walter de Gryuter, Freiburg/Basel/Wien: Verlag Herder, 2016, 481 Seiten, gebunden, Leinen, ca. 99,95 €. ISBN Herder 978-3-451-32913-5, ISBN De Gruyter 978-3-11-044255-7

Adamantiana 5

Adamantiana 5 - Origenes Humanista

Pico della Mirandolas Traktat De salute Origenis disputatio

Die Schriften des Origenes waren eine wichtige Inspirationsquelle für die geistigen Aufbrüche der Renaissance und des Humanismus. Ein Schlüsseltext hierfür ist die 1496 postum veröffentlichte Rede des Giovanni Pico della Mirandola (1463–1494) Über die Würde des Menschen von 1486, in der Freiheit als Konstituens des menschlichen Seins gedacht wird: Der Mensch bestimmt kraft seiner Freiheit selbst seine Stellung im Kosmos. Diese Fähigkeit zur Selbstbestimmung begründet die Verantwortung für sein Tun und macht seine Würde aus. Auch in seinen berühmten Neunhundert Thesen von 1486 äußerte sich Pico über Origenes: Es sei vernünftiger anzunehmen, Origenes sei erlöst, als anzunehmen, er sei verdammt. Unter anderem dafür der Häresie bezichtigt, verteidigte er sich und Origenes 1487 in einer Abhandlung Über das Heil des Origenes, der ersten ausführlichen Apologie des Genies aus Alexandria seit der Antike.
Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Origenes Humanista. Pico della Mirandolas Traktat De salute Origenis disputatio (Adamantiana 5), Münster: Aschendorff Verlag, 2015, 464 Seiten, gebunden, 62,- €. ISBN 978-3-402-13715-4

Owd 7

Origenes - Die Homilien zum ersten Buch Samuel

Von den Predigten des Origenes zu den Samuel- und Königsbüchern sind nur wenige Reste erhalten geblieben. Darunter befindet sich die berühmte Homilie über die »Hexe« von Endor (1 Sam 28) mit Gedanken zur Höllenfahrt Christi. Der Band bietet erstmalig eine deutsche Übersetzung samt ausführlichen Erläuterungen in den Fußnoten. In der Einleitung werden die wichtigsten Daten zur Überlieferung und zum Inhalt dieser Homilien erläutert.
Alfons Fürst, Origenes - Die Homilien zum ersten Buch Samuel (Origenes Werke mit deutscher Übersetzung 7), Berlin/Boston: Verlag Walter de Gryuter, Freiburg/Basel/Wien: Verlag Herder, 2014, 318 Seiten, gebunden, Leinen, ca. 79,95 €. ISBN Herder 978-3-451-32908-1, ISBN De Gruyter 978-3-11-030088-8

Monotheistische Denkfiguren

Monotheistische Denkfiguren in der Spätantike

Der Glaube an einen einzigen Gott ist elementarer Bestandteil des christlichen Selbstverständnisses. In der Antike war diese Vorstellung jedoch keineswegs auf das Christentum beschränkt, sondern findet sich auch in der 'paganen' Kultur. Die Beiträge dieses Bandes widmen sich dem äußerst vielschichtigen Phänomen des spätantiken Monotheismus in christlichen wie in paganen Quellen.
Alfons Fürst/Luise Ahmed/Christian Gers-Uphaus/Stefan Klug (Hg.), Monotheistische Denkfiguren in der Spätantike (Studien und Texte zu Antike und Christentum 81), Tübingen: Verlag Mohr Siebeck, 2013, 293 Seiten, Broschur, 74,- €. ISBN 978-3-16-152385-4

Adamantiana 4

Adamantiana 4 - Die Cambridge Origenists

George Rusts Letter of Resolution Concerning Origen and the Chief of His Opinions

Die Jahre 1658–1662 stellen so etwas wie einen origenistischen Moment innerhalb der englischen Theologie dar, der neben Übersetzungen und Werkeditionen ganze im Geiste des Origenes entworfene philosophische Systementwürfe hervorbringt. Die 1661 anonym erscheinende Schrift des anglikanischen Bischofs George Rust ist ein Manifest des neuzeitlichen Origenismus: In kritischer Auseinandersetzung mit den neuen Philosophien eines Hobbes oder Descartes einerseits und der calvinistischen Theologie andererseits schreibt der Autor darin auf originelle Weise grundlegende Einsichten des Origenes fort.
Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Die Cambridge Origenists. George Rusts Letter of Resolution Concerning Origen and the Chief of His Opinions (Adamantiana 4), Münster: Aschendorff Verlag, 2013, 384 Seiten, gebunden, 52,- €. ISBN 978-3-402-13714-7

Einf _hrung Geschichte Christentums

Einführung in die Geschichte des Christentums

Diese "Einführung in die Geschichte des Christentums" benutzt gegenüber chronologischen Darstellungen ein neues Konzept: In drei zentralen Themenblöcken werden kirchenhistorische Entwicklungen in ihrer regionalen Vielfalt behandelt. Ausgehend von Zeiten und Räumen (Ausbreitungsgeschichte) gelangt sodann das Verhältnis von Kirche und Welt/Staat im Laufe der Zeiten in den Blick, schließlich wird die innere Entwicklung des Christentums (kirchliche Ämter und Strukturen, Lehrentwicklung und Konzilien, Mönchtum und Orden) skizziert.
Franz Xaver Bischof/Thomas Bremer/Giancarlo Collet/Alfons Fürst, Einführung in die Geschichte des Christentums, Freiburg im Breisgau: Verlag Herder, 2012, 640 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 49,99 €. ISBN 978-3-451-30710-2 | Sonderausgabe, 2014, Paperback, 29,99 €. ISBN 978-3-451-31210-6

Bild Adamantiana Band 2

Adamantiana 2 - Autonomie und Menschenwürde

Origenes in der Philosophie der Neuzeit

Mit ihrer Betonung der moralischen Autonomie des Menschen und seiner unveräußerlichen Würde als Abbild Gottes und ihrer universalen Hoffnungsperspektive hat die Theologie des Origenes (185-253/54) nachhaltig Einfluss auf das neuzeitliche Denken ausgeübt: Im europäischen Humanismus, im Platonismus der Schule von Cambridge und in der klassischen deutschen Philosophie wird das origeneische Freiheitsdenken auf vielfältige Weise rezipiert und weiter entfaltet. Anhand exemplarischer Schlaglichter aus der neuzeitlichen Philosophie- und Theologiegeschichte zeichnet der zweite Band der Reihe "Adamantiana" das Nachleben des Alexandriners bis zur Gegenwart nach. Origenes selbst erweist sich so als ein bedeutender geistiger Stammvater des neuzeitlichen Gedankens der Autonomie und Menschenwürde.
Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Autonomie und Menschenwürde. Origenes in der Philosophie der Neuzeit (Adamantiana 2), Münster: Aschendorff Verlag, 2012, 307 Seiten, gebunden, 42,- €. ISBN 978-3-402-13711-6

Von Ketzern Und Terroristen

Von Ketzern und Terroristen

Interdisziplinäre Studien zur Konstruktion und Rezeption von Feindbildern

In religiösen und politischen Konfliktsituationen verdichten sich stereotype Vorstellungen von 'den Anderen' regelmäßig zu Feindbildern, die Gruppengrenzen definieren und manchmal Gewalt legitimieren. Feindbilder können auch über einen konkreten Konflikt hinaus virulent bleiben und dauerhaft identitätsstiftende Wirkung für gesellschaftliche Gruppen oder Nationen entwickeln. Beispiele für Feindbilder sind zahlreich und vielfältig. Sie reichen von der antiken Auseinandersetzung zwischen 'rechtgläubigen' und 'häretischen' Glaubensgemeinschaften über die Ketzerverfolgungen des Mittelalters bis zur gegenwärtigen Diskussion über die Existenz eines 'Feindbildes Islam' in westlichen Gesellschaften.
Alfons Fürst/Harutyun Harutyunyan/Eva-Maria Schrage, Verena Voigt (Hg.), Von Ketzern und Terroristen, Interdisziplinäre Studien zur Konstruktion und Rezeption von Feindbildern, Münster: Aschendorff Verlag, 2012, 239 Seiten, gebunden, 29,80 €. ISBN 978-3-402-12871-8

Adamantiana 1

Adamantiana 1 - Origenes und sein Erbe in Orient und Okzident

Der Alexandriner Origenes (185-253/54) hat mit seinem Wirken als Lehrer, Exeget und Philosoph die Grundlagen für eine christliche Kultur gelegt. Als erster christlicher Theologe beteiligte er sich auf intellektuell höchstem Niveau an den philosophischen und religiösen Debatten seiner Zeit. Mit der Weite und Kühnheit seines Denkens prägte er nicht nur maßgeblich das christliche Denken in allen von der Spätantike ausgehenden kirchlichen Traditionen, sondern übte auch einen tiefgehenden Einfluss auf die Philosphiegeschichte aus. Die neue Reihe "Adamantiana", die mit diesem Band eröffnet wird, ist sowohl dem Denken als auch der Wirkungsgeschichte des Origenes in Orient und Okzident gewidmet und will beides für die wissenschaftliche Forschung in verschiedenen Disziplinen erschließen.
Alfons Fürst (Hg.), Origenes und sein Erbe in Orient und Okzident (Adamantiana 1), Münster: Aschendorff Verlag, 2011, 266 Seiten, gebunden, 39,- €, ISBN 978-3-402-13710-9

Von Origenes Und Hieronymus Zu Augustinus_

Von Origenes und Hieronymus zu Augustinus

Studien zur antiken Theologiegeschichte

Der Band bietet Streifzüge durch das Wirken von drei führenden antiken Theologen abseits der üblichen Pfade der christlichen Dogmengeschichte. Origenes begründet mit seiner Freiheitsanthropologie die wissenschaftliche Exegese und Theologie auf dem Niveau der Zeit und legt die Grundlagen für eine christliche Kultur. Hieronymus, der größte Philologe der Alten Kirche, übermittelt in seinen Übersetzungen und Kommentaren griechisches und dank seiner Hebräischkenntnisse auch jüdisches Bibelwissen an den lateinischen Westen. Augustinus ist von beiden beeinflusst, entwickelt aber in kritischer Auseinandersetzung mit ihnen eine eigenständige und folgenreiche lateinische Theologie.
Alfons Fürst, Von Origenes und Hieronymus zu Augustinus. Studien zur antiken Theologiegeschichte (Arbeiten zur Kirchengeschichte 115), Berlin/New York: Verlag Walter de Gryuter, 2011, 536 Seiten, gebunden, 109,95 €. ISBN 978-3-11-025103-6

Natur Und Normativit _t

Natur und Normativität

Der im katholischen Milieu lange wie selbstverständlich verankerte Rekurs auf das Naturrecht ist als Argumentationsressource ausgeschöpft. Nicht erledigt ist damit aber das dahinter stehende Anliegen. Es meldet sich heute in einem hintergründigen Ringen um einen "dichten" Naturbegriff.
Alfons Fürst/Klaus Müller (Hg.), Natur und Normativität (Pontes 46), LIT Verlag, 2010, 108 Seiten, 19,90 €. ISBN 978-3-643-10803-6

Owd 10

Origenes - Die Homilien zum Buch Jesaja

In der vorliegenden Ausgabe werden die bislang wenigbeachteten Jesajahomilien des Origenes erstmalig ins Deutsche übersetzt sowie mit Einzelerklärungen und einer umfangreichen Einleitung versehen. In den neun lateinisch erhaltenen Predigten setzt sich der alexandrinische Theologe mit so diffizilen biblischen Motiven wie der Verstockung Israels und Jesajas berühmter Gottes- und Seraphenvision auseinander. Im Kontext einer reichen inner- und außerbiblischen Tradition, in die Origenes sich mit seiner Auslegung bewusst stellt, und im Rekurs auf das platonische Denken seiner Zeit entsteht so eine ausgesprochen vielschichtige Darstellung der Theologie des Jesajabuches, die für die Geschichte der Auslegung dieses biblischen Schlüsseltextes ebenso interessant und ergiebig ist wie für das Bild der origeneischen Theologie . Neben Fragen der wechselvollen Überlieferungs- und Rezeptionsgeschichte beleuchtet die Einleitung den überaus komplexen Hintergrund der Jesajadeutung des Origenes. Ein Anhang, in dem die Testimonien zu dem nicht erhaltenen Jesajakommentar des Origenes gesammelt und der im ersten Origenismusstreit entstandene Traktat des Theophilus von Alexandria gegen die origeneische Auslegung mit Übersetzung abgedruckt ist, schließen den Band ab.
Alfons Fürst/Christian Hengstermann, Origenes - Die Homilien zum Buch Jesaja (Origenes Werke mit deutscher Übersetzung 10), Berlin/New York: Verlag Walter de Gryuter, Freiburg/Basel/Wien: Verlag Herder, 2009, 400 Seiten, gebunden, Leinen, ca. 119,95 €. ISBN Herder 978-3-451-32915-9, ISBN De Gruyter 978-3-11-020436-0

Die Liturgie Der Alten Kirche

Die Liturgie der Alten Kirche

Geschichte und Theologie

Alfons Fürst bringt in seinem Buch zwei theologische Disziplinen zusammen: Kirchengeschichte und Liturgie. Darin liegt die Stärke des Bandes. Auf diese Weise ist ein ebenso erhellender wie kompakter Überblick über die Liturgie der Alten Kirche entstanden, der die Entwicklungslinien um die drei Kernthemen Eucharistie, Taufe und Buße gruppiert. Der Leser wird dabei mit einer ganzen Reihe weiterer Aspekte vertraut gemacht, sei es die Sprache in der Liturgie, die Entstehung des Kirchenbaus, die Entwicklung des Sonntags und der christlichen Feste im Jahreslauf, die Kontroversen um die Entstehung der Buße und vieles mehr. Überdies illustriert eine Reihe von Abbildungen den Text.
Das Buch ging hervor aus dem Lehrbetrieb an deutschen Universitäten (vor allem an der Universität Münster) und dem Austausch mit den Studierenden. Daher zeichnet sich der Band nicht nur durch die wissenschaftliche Verlässlichkeit des Stoffes, sondern auch durch eine klare und verständliche Sprache aus, die den hochinteressanten Band für eine breite Leserschaft empfiehlt.
Alfons Fürst, Die Liturgie der Alten Kirche. Geschichte und Theologie, Münster: Aschendorff Verlag 2008, 224 Seiten, Paperback, 16,80 €. ISBN 978-3-402-06961-5

Christentum als Intellektuellen-Religion

Die Anfänge des Christentums in Alexandria

Das antike Christentum war keine auf die unteren Schichten der Gesellschaft beschränkte Religion. Besonders in der Großstadt Alexandria waren alle namentlich bekannten Christen des 2. und beginnenden 3. Jahrhunderts Intellektuelle, nach den Maßstäben der Antike gebildete Menschen, die ihre religiöse Überzeugung mit den Mitteln der Vernunft explizierten. Christentum in Alexandria begann als Intellektuellen-Religion in den oberen Schichten und wurde erst im Laufe seiner Geschichte zu einer Religion auch für einfache Leute. Im Rahmen der Darstellung dieser Zusammenhänge analysiert die Studie die Quellen zu den Anfängen des Christentums in Alexandria und Ägypten. Der Anhang enthält die erste deutsche Übersetzung der drei ältesten möglicherweise christlichen Papyrusbriefe aus dem 2. Jahrhundert.
Alfons Fürst, Christentum als Intellektuellen-Religion. Die Anfänge des Christentums in Alexandria (Stuttgarter Bibel-Studien 213), Stuttgart: Katholisches Bibelwerk, 2007, 126 Seiten, Einband kartoniert, 22,80 €. ISBN 978-3-460-03134-0

Friede Auf Erden

Friede auf Erden?

Die Weltreligionen zwischen Gewaltverzicht und Gewaltbereitschaft

Jeder nüchterne Blick in die Realität scheint die Worte vom "Frieden auf Erden" als Illusion zu entlarven. Sind nicht gerade die Traditionen und Überzeugungen, die oft und gern vom "Frieden auf Erden" reden, weniger für Frieden verantwortlich als vielmehr für Unfrieden und Gewalt? Den Religionen wird gegenwärtig vorgeworfen, nicht den Frieden und die Versöhnung zu bringen, die sie verheißen, sondern Intoleranz, Hass und Gewalt zu schüren.
Der Band enthält vier Beiträge zu den großen Weltreligionen Judentum (Erich Zenger), Christentum (Alfons Fürst), Hinduismus und Buddhismus (Annette Wilke) sowie Islam (Muhammad Kalisch), in denen die im Titel formulierte Problematik unter Einbeziehung historischer Hintergründe erörtert wird.
Alfons Fürst (Hg.), Friede auf Erden? Die Weltreligionen zwischen Gewaltverzicht und Gewaltbereitschaft, Freiburg/Basel/Wien: Verlag Herder, 2006, 207 Seiten, gebunden. ISBN 978-3-451-29060-2

Der apokryphe Briefwechsel zwischen Seneca und Paulus

Im vierten Jahrhundert erfand ein unbekannter Autor einen Briefwechsel, in dem Seneca zum Freund des Paulus gemacht wird. Jahrhundertelang hat diese Fiktion zu Spekulationen über die Nähe zwischen Stoa und Christentum angeregt, besonders im Gottesbild und in der Ethik. Dieser Band bietet eine aktuelle Übersetzung des Briefwechsels auf der Basis der neuesten kritischen Edition.
Alfons Fürst/ Therese Fuhrer/Folker Siegert/Peter Walter, Der apokryphe Briefwechsel zwischen Seneca und Paulus (UTB 3634, SAPERE 11), Tübingen: Mohr Siebeck, 2006, unveränderte Studienausgabe 2012, 215 Seiten, Broschur, 14,99 €. ISBN 978-3-8252-3634-2

Kleine Geschichte Kirchenv _ter Aufl 3

Kleine Geschichte der Kirchenväter

Grundlagen Theologie

Dieses Buch entdeckt die Kirchenväter für unsere Zeit. Aus blassen Schemen einer fast vergessenen Vergangenheit werden kraftvolle, individuell sehr verschiedene Menschen aus Fleisch und Blut, mit Schwächen und Fehlern, Vorzügen und genialen Begabungen. Die Gloriolen überlieferter Heiligkeit weichen einer unbestechlichen Charakterisierung in kritischer und präziser Betrachtung.
Adalbert Hamman OFM (1910–2000) war Professor für Patrologie in Kanada und weltweit anerkannter Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen zu patristischen Themen. Seine lebenssprühenden Porträts der Kirchenväter werden in einer kräftig überarbeiteten Fassung neu präsentiert.
Alfons Fürst/Adalbert Hamman, Kleine Geschichte der Kirchenväter. Einführung in Leben und Werk. Grundlagen Theologie, Freiburg/Basel/Wien: Verlag Herder, 2004, 3. Auflage 2011, 200 Seiten, kartoniert, 14,95 €. ISBN 978-3-451-30516-0

Hieronymus

Hieronymus. Askese und Wissenschaft in der Spätantike

Choleriker mit misanthrophischen Zügen, militanter Propagandist des asketischen Ideals, vielseitiger und produktiver Schriftsteller, Sprachgenie, fleißiger Übersetzer und origineller Wissenschaftler – all diese Beschreibungen treffen auf den Kirchenvater Eusebius Hieronymus (347–419) zu. Hieronymus war eine Exzentriker. Er stammte aus der Provinz (aus Stridon in Dalmatien), machte in den Metropolen der spätantiken Welt (Rom, Konstantinopel, Antiochia) Karriere, kehrte in der zweiten Lebenshälfte aber wieder in die Provinz, diesmal nach Bethlehem in Palästina, zurück. Seine einzigartige Bedeutung liegt darin, dass er aufgrund seiner hebräischen Sprachkenntnisse als einziger Theologe seiner Zeit imstande war, der christlichen Exegese jüdischen Bibelwissen zu erschließen.
Das Buch beschreibt die theologischen Kontroversen, in die Hieronymus im Laufe seines spannungsreichen Lebens verwickelt wurde (Arianismus, Origenismus, Pelagianismus), erörtert seinen Beitrag zur Verbreitung der christlich-asketischen Lebensform besonders unter den Frauen der römischen Aristokratie und stellt seine innovativen wissenschaftlichen Leistungen als Übersetzer und Ausleger der Bibel dar. Die vielfältigen sozialen Beziehungen, in denen Hieronymus lebte, treten erstmals in Form einer Prosopographie lebendig vor Augen. Ausgewählte Texte in deutscher Übersetzung gewähren einen unmittelbaren Einblick in sein Arbeiten.
Alfons Fürst, Hieronymus. Askese und Wissenschaft in der Spätantike, Freiburg/Basel/Wien: Verlag Herder, 2003, 256 Seiten. ISBN 978-3451277221

Augusthiero

Augustinus - Hieronymus, Epistulae mutuae.

Die Zeitgenossen Augustinus (354–430) und Hieronymus (um 347–419/20) sind sich persönlich nie begegnet, standen jedoch 25 Jahre lang brieflich in Kontakt miteinander. 18 von (mindestens) 26 Briefen sind erhalten und werden hier erstmals gesammelt in deutscher Übersetzung mit ausführlicher Einleitung und Erläuterungen präsentiert. Reiz und Lebendigkeit dieser Korrespondenz ergeben sich aus den höchst unterschiedlichen charakterlichen und theologischen Mentalitäten der Briefpartner. Hieronymus reagierte gereizt und aggressiv auf kritische Anfragen, Augustinus kostete es viel Mühe, das sich anbahnende Zerwürfnis sensibel und geschickt zu verhindern. Inhaltlich geht es um eine breite Palette in der Alten Kirche wichtiger Themen, unter anderem um die Bibelübersetzungen des Hieronymus, um die Herkunft der Seele des Menschen im Zusammenhang mit der Erbsündenlehre Augustins und vor allem um die exegetische Frage, ob die berühmte Auseinandersetzung zwischen Paulus und Petrus in Antiochia (Gal 2,11–14) ein echter oder ein fingierter Streit gewesen sei. Zusammen mit den persönlichen Querelen eröffnet die kontroverse Debatte über den Apostelstreit paradigmatische Einsichten in den christlich-kirchlichen Umgang mit Dissens und Konflikt.
Alfons Fürst, Augustinus – Hieronymus, Epistulae mutuae, Briefwechsel übersetzt und eingeleitet, 2 Bände (Fontes Christiani 41/1–2), Turnhout: Brepols Publishers, 2002, Hardback, Band 1: 260 Seiten, 39,16 €. ISBN 978-2-503-52101-5/Band 2: 284 Seiten, 41,03 €. ISBN 978-2-503-52103-9

Augustinus

Augustins Briefwechsel mit Hieronymus

Alfons Fürst, Augustins Briefwechsel mit Hieronymus (Jahrbuch für Antike und Christentum. Ergänzungsband 29), Münster: Aschendorff Verlag, 1999 (= Habil. theol. Regensburg 1998), 289 Seiten, gebunden, 48,10 €. ISBN 978-3-402-08113-6

Streit Unter Freunden

Streit unter Freunden

Ideal und Realität in der Freundschaftslehre der Antike

Alfons Fürst, Streit unter Freunden. Ideal und Realität in der Freundschaftslehre der Antike (Beiträge zur Altertumskunde 85), Stuttgart/Leipzig: Verlag Teubner 1996 (= Diss. phil. Regensburg 1996), 307 Seiten, Hardback. ISBN 3-519-07634-9