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Seminars für Alte Kirchengeschichte.

Das Fach „Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie“ widmet sich der Erforschung von Geschichte und Theologie des antiken Christentums in allen seinen Dimensionen. Die wichtigste Basis der Forschungsarbeit bilden literarische Quellen, sei es in Form von Originalzeugnissen der Epoche (Inschriften, Graffiti, Papyri, Funde von Pergamenthandschriften), sei es in Form von Manuskripten der späteren handschriftlichen Überlieferung und von neuzeitlichen Drucken und Editionen. Als wichtige weitere Quelle werden die monumentalen und archäologischen Hinterlassenschaften der Antike in die Arbeit einbezogen (Plastik, Malerei, Bauten).

Weil die Theologie nicht ohne die Einsicht auskommt, dass Christentum und Kirchen geschichtlich vielfältig vermittelt sind, sind fundierte historische Kenntnisse über die Geschichte des Christentums und der Kirchen unerlässlich. Ein wichtiges Anliegen von Forschung und Lehre am Seminar für Alte Kirchengeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist es daher, im Kontext der Antike die Vielfalt der antiken Formen von Christentum in allen seinen Bereichen zu untersuchen und den Studierenden zu vermitteln.

Die besondere Bedeutung des antiken Christentums und damit des Faches „Alte Kirchengeschichte“ beruht darauf, dass sich in dieser Epoche die entscheidenden Elemente der christlichen und kirchlichen Identität(en) herausgebildet haben: die rituellen und liturgischen Formen des Gottesdienstes, Gebet und Bekenntnisse (Dogmen), der Bibelkanon, die Theologie in ihren methodisch-hermeneutischen Grundlagen (Schrift- und Traditionsprinzip, die Unterscheidung zwischen Orthodoxie und Häresie) wie in ihren spezifischen Inhalten (Trinitätslehre, Soteriologie, Eschatologie und vieles mehr), das ambivalente Verhältnis zu Kultur, Gesellschaft und Staat, schließlich die kirchlichen Strukturen. In diesem Prozess entstanden sehr haltbare Traditionen und Kontinuitäten, die die verschiedenen christlichen Kirchen bis in die Gegenwart prägen.