

Münster ist eine weltoffene Stadt, die auf mehr als 1200 Jahre Stadtgeschichte zurückblickt. Ob als Bischofssitz, Hansestadt, Hauptstadt der preußischen Provinz Westfalen, Universitätsstadt oder modernes Oberzentrum – schon immer hat Münster für die Region und weit darüber hinaus eine wichtige Rolle gespielt. Doch mit einem hat sich Münster in der Weltgeschichte einen Namen gemacht: als Stadt des Westfälischen Friedens. Als Wissenschafts- und Kulturstandort bietet Münster zudem ein großes Angebot an Museen, Theatern und Veranstaltungen. Bekannt ist die Stadt außerdem als Fahrradhauptstadt.
Bischofssitz und Hansestadt – Münster im Mittelalter

© Stefan Klatt Das Jahr 793 gilt als offizielles Gründungsjahr Münsters: Im Auftrag Karls des Großen gründete der friesische Missionar Liudger auf dem Horsteberg in der kleinen Bauernsiedlung Mimigernaford oder in ihrem unmittelbaren Umfeld ein Kloster (monasterium). Am 30. März 805 wurde in Münster ein Bistum eingerichtet und Liudger vom Kölner Erzbischof Hildebold als erster Bischof von Münster beziehungsweise Mimigernaford, wie es immer noch hieß, berufen.
Schätzungsweise um das Jahr 900 herum entstand um die inzwischen deutlich angewachsene Stadt ohne eigentliche Stadtrechte eine Wallanlage um den Dom herum. Aufgrund der immer größer werdenden Gemeinde wurde um 1040 westlich der Domburg die Überwasserkirche gegründet. Ebenfalls zu Beginn des 11. Jahrhunderts wurde der erste Kirchenbau der Lambertikirche als erste Marktkirche der Stadt gegründet, die von den Kaufleuten gestiftet wurde.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt hielt an bis zur Vertreibung des Bischofs aus der Stadt durch die Bürger, die sich nach dem Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst um das Recht der Bischofseinsetzung entzweiten. Als Folge wurde die Stadt durch Lothar von Süpplingenburg belagert und brannte am 2. Februar 1121 komplett nieder. Nach dem Wiederaufbau und der Erweiterung der bislang existierenden Märkte, zum Beispiel durch den Prinzipalmarkt, erhielt Münster – oder „Munstre“, wie es zu jener Zeit auch umgangssprachlich genannt wurde – um 1170 das Stadtrecht und am 4. Mai 1173 mit Bischof Hermann II. von Katzenelnbogen den ersten fürstbischöflichen Landesherren.
Zeitgleich mit dem Wiederaufbau der Stadt wurde auch der Bau einer äußeren Stadtmauer um die Marktsiedlungen beschlossen, um auch die Händler vor möglichen Angreifern verteidigen zu können. Sie wurde 1278 fertiggestellt. Diese Stadtmauer war acht bis zehn Meter hoch, über 4 km lang und mit einem vorgelagerten Graben versehen. Zur Sicherung der Mauer und der zehn Stadttore existierten in deren Verlauf sechs Türme, von denen heute nur noch der Buddenturm erhalten ist. Im 14. Jahrhundert wurde sie durch einen Außenwall und zweiten Graben zusätzlich verstärkt. Der Verlauf der Stadtmauer ist in etwa durch die heutige Promenade gekennzeichnet.
Gegen Mitte des 13. Jahrhunderts schloss sich Münster mit anderen Städten zum Ladbergener Städetebund sowie zum Werner Bund zusammen. Diese Bündnisse stellten die ersten Vorläufer der Hanse in Westfalen dar und führten zu einem andauernden wirtschaftlichen Aufschwung. Münster stieg zu einer bedeutenden Handelsstadt in Westfalen auf und der Einfluss der Händler und Kaufleute auf die Stadt wuchs.
Zeugen von diesem wirtschaftlichen und politischen Aufschwung sind der größere Neubau der bürgerlichen Marktkirche St. Lamberti ab 1375 und das gegen Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts erbaute gotische Rathaus in direkter Sichtlinie zum Dom. Seit der 1200-Jahr-Feier im Jahre 1993 erinnern in der Salzstraße, Münsters ältestem Handelsweg, mit Messing umrandete und in das Pflaster eingelassene Originalsteine aus allen Hansestädten mitsamt deren Stadtwappen an die Bedeutung der Stadt innerhalb der Hanse.
Ab 1450 kam es über einen Streit um die Besetzung des Bischofstuhls in Münster und damit auch um die Herrschaft im Hochstift Münster zur Münsterischen Stiftsfehde. Nach Jahren der Gewalt, in denen keine der beteiligten Parteien entscheidend die Oberhand gewinnen konnte, und nach einem zeitweiligen Ausschluss der Stadt Münster aus der Hanse, endete die Fehde 1457 mit dem Kranenburger Vertrag, der mit Johann von Pfalz-Simmern einen neutralen Dritten als Bischof festlegte, und infolgedessen auch das Kräfteverhältnis im Münsteraner Stadtrat neu geordnet wurde.
Stadt des Westfälischen Friedens

© „Friede von Münster“, Gerard Ter Borch, Rijksmuseum Amsterdam Fünf Jahre lang verhandelten die europäischen Mächte in Münster und Osnabrück, bis sie den Dreißigjährigen Krieg in Europa beenden konnten. Der 24. Oktober 1648 war der offizielle Tag des Friedensschlusses. Dieses große Ereignis wurde vom Sommer 1648 bis zum Frühjahr 1649 mit zahlreichen Staatsakten und Festveranstaltungen gefeiert – und bis heute ist Münster als Stadt des Westfälischen Friedens untrennbar mit diesem Ereignis verbunden.
Die Bedingungen, unter denen verhandelt wurden, waren denkbar schwierig: Es gab keinen Waffenstillstand, die Kriegshandlungen wurden ununterbrochen fortgeführt, ebenso wenig gab es international anerkannte und erprobte Regeln für solche Verhandlungen. Die Verhandlungen auf dem Weg zum Westfälischen Frieden gelten deshalb als wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einer europäischen Friedensordnung und zur Entwicklung des heutigen Völkerrechtes.
Münster ist – wie auch Osnabrück – als Stadt des Westfälischen Friedens weltweit bekannt. Im April 2015 hat die Europäische Kommission die Rathäuser von Münster und Osnabrück als "Stätten des Westfälischen Friedens" mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Der Friedenssaal, der 1648 Schauplatz der Beschwörung des Spanisch-Niederländischen Friedens als Teil des Westfälischen Friedens war, wurde Anfang 2003 komplett restauriert. Am 3. und 4. November 2022 stand er als Austragungsort des G7-Treffens der Außenministerinnen und -minister erneut im Fokus des politischen Weltgeschehens.
Fahrradhauptstadt

© Uni MS - Judith Kraft Das Fahrrad, auch Leeze genannt, ist in Münster das meistgenutzte Verkehrsmittel: Über 400.000 Fahrräder kommen auf ca. 310.000 Einwohner:innen. Wer also das richtige Münster-Gefühl erleben will, sollte sich hier einmal aufs Fahrrad schwingen. Kaum eine andere Stadt verfügt über ein derart gut ausgebautes Radwegenetz und so viele spezielle Angebote rund ums Rad. Einzigartig in Europa ist der autofreie Ring um die Innenstadt. Hier, auf der Promenade, haben Radler:innen freie Fahrt.
Zum sicheren Abstellen der Räder gibt es in Münster gleich vier Radstationen. Die Radstation am Hauptbahnhof ist mit 3.500 Stellplätzen die größte in Deutschland. Sie bietet neben den Abstellplätzen einen Werkstatt-Service, einen Fahrradverleih und sogar eine Fahrrad-Waschanlage! In der Radstation der Münster Arkaden stehen ebenfalls Mietfahrräder für eine spontane Fahrradtour durch Münster zur Verfügung. Ein Reparaturservice und ein Verkauf von Fahrradzubehör komplettieren das Angebot. Das "Radlager" an der Stubengasse bietet Platz für 360 Fahrräder. In Schließfächern werden Einkaufstaschen, Regenkleidung oder Fahrradhelme sicher aufbewahrt. Kein Wunder, dass Münster schon häufiger als fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands ausgezeichnet wurde, zuletzt 2023.
Auf ruhigen, sicheren Wegen kommen Sie mit dem Fahrrad gut durch Münster. Und von hier aus führen spezielle Schilder Sie zu Ausflügen in die Region: Hängen Sie an den Kongress z. B. die 100 Schlösser-Route, eine Radreise auf den Spuren der Annette von Droste-Hülshoff oder eine der beiden Flussrouten WerseRadWeg und EmsRadweg an.
Wissenschaftsstandort

© Uni MS - Peter Grewer Rund 65.000 Studierende prägen die Stadt Münster wesentlich mit. Derzeit befinden sich elf Hochschulen und eine große Anzahl von Forschungsinstituten in und um Münster. Die Stadt ist der Campus, denn die Gebäude der verschiedenen Hochschulen sind über das ganze Stadtgebiet Münsters verteilt.
Wissenschaft und Bildung sind in Münsters DNA tief verwurzelt, was sich auch an der breiten Palette an Forschungsthemen zeigt, die von einer großen Anzahl von Forschungseinheiten und Instituten erforscht werden. Die Fachhochschule Münster (FH Münster) ist insbesondere für Ihre Schwerpunkte Ökotrophologie und Design bekannt. Die Universität Münster hat zwei Exzellenzcluster, "Religion und Politik" und "Mathematik Münster", sowie viele weitere starke Forschungsgruppen und Sonderforschungsbereiche.
Weiterhin gibt es in Münster eine Reihe von außeruniversitären Instituten. Das Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin, das Helmholtz-Institut Münster („Ionenleitung in der Energiespeicherung“) und die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB. Darüber hinaus ist die große medizinische Abteilung der Universität, das Universitätsklinikum Münster (UKM), als größter Arbeitgeber Münsters mit vielen verschiedenen exzellenten Fachrichtungen eine sehr wichtige Einrichtung in der Stadt Münster.
Die „Allianz für Wissenschaft“ verbindet Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt in einem strategischen Netzwerk. Hier arbeiten die Universität Münster, die FH Münster und die Stadtverwaltung eng zusammen, um die Profilierung Münsters als Wissenschaftsstadt weiter voranzutreiben. Schwerpunkte dieser Kooperation sind aktuell: Dialoge zum Frieden – 1648, Public Health und Nachhaltige Stadtentwicklung und Bildung.
Krimi-Stadt

© Raimond Spekking | Wikimedia Seit einigen Jahren machen drei münsterische Ermittler hiesigen Verbrechern das Leben schwer. Das münsterische Ermittlerduo Axel Prahl als Kommissar Thiel und Jan Josef Liefers als Pathologe Professor Boerne ist mit über 10 Millionen Zuschauern die erfolgreichste "Tatort"-Produktion der ARD. Aber auch die Ermittlungen des Privatdetektivs Wilsberg (Leonard Lansink) und seines Teams ziehen regelmäßig Millionen Zuschauer in ihren Bann. Kein Wunder also, dass es vielfältige Angebote gibt, bei denen Sie in die Fußstapfen der bekannten Ermittler treten können: vom Krimi-Reiseführer über spezielle Stadtführungen bis zum Krimi-Dinner.
Oder Sie schauen in einer Pause mal kurz beim Antiquariat Solder für ein Erinnerungsfoto vor dem Wilsberg-Drehort vorbei: Von der Rückseite des Fürstenberghauses aus folgen Sie der Aa für etwa 200m in Richtung Norden und biegen an der Spiegelturmbrücke links auf den Überwasserkirchplatz ab. Dann laufen Sie schon direkt auf die beliebte Foto-Location in der Frauenstraße 49/50 zu.
Münster kulinarisch

© Dietmar Rabich | Wikimedia | CC BY-SA 4.0 Sie möchten Münster mit allen Sinnen kennenlernen? Dann lassen Sie es sich hier schmecken! Genießen Sie regionale Spezialitäten wie Töttchen, Pumpernickel und westfälischen Knochenschinken, erleben Sie Gaumenfreuden bei kulinarischen Stadtführungen oder lassen Sie sich von Spitzenköchen verwöhnen. Münsters Gastronomie ist wie die Stadt selbst – voll interessanter Gegensätze: hier ganz urig, dort modern, westfälisch-bodenständig mit internationalem Flair, traditionsbewusst und zugleich experimentierfreudig. Genießer:innen finden hier für jeden Geschmack das richtige Lokal – von "einfach lecker" über "westfälisch-deftig" bis "sternengekrönt". Besuchen Sie doch am Mittwoch den Wochenmarkt auf dem Domplatz für typisch Westfälisches und Köstlichkeiten aus aller Welt.
Wir wünschen guten Appetit!Lebenswerte Stadt

© Presseamt Münster/Angelika Klauser Münster ist eine Stadt, die für ihre hohe Lebensqualität weithin bekannt ist. Viel Grün in der City, abwechslungsreiche Parkanlagen und ein großes Engagement für Umwelt- und Klimaschutz sorgen dafür, dass sich hier Einheimische und Gäste gleichermaßen wohl fühlen. Dafür kommt Münster bei nationalen und internationalen Wettbewerben immer wieder auf das Siegertreppchen.
Gold gab es 2004 beim LivCom-Award, als Münster vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen der Titel „Lebenswerteste Stadt der Welt“ verliehen wurde. Eine Goldmedaille gab es auch beim europaweiten Wettbewerb Entente Florale, den Münster 2007 gewann. 2006 wurde Münster von der Deutschen Umwelthilfe bereits zum zweiten Mal als „Bundeshauptstadt für Klimaschutz“ ausgezeichnet. Für seine besonderen Klimaschutz-Projekte erhielt Münster 2005, 2009 und 2012 den European Energy Award in Gold.
Mit dem Titel „Europas schönster Park 2009“ wurde Münsters Aaseepark mit seinen gepflegten Grünflächen, lauschigen Spazier- und Radwegen, modernen Skulpturen und zahlreichen Ausflugslokalen in eine ruhmreiche Reihe mit den europäischen Vorjahressiegern gestellt: dem Pollock Country Park in Glasgow und der Gartenkunst der Villa d’Este in Rom!
Wohlfühlorte gibt es viele in der Stadt. Machen Sie auf dem Weg zum Kongress doch einmal einen Schlenker über die Promenade oder nutzen Sie gutes Wetter für einen Spaziergang um den Aasee oder durch den Botanischen Garten hinter dem Schloss. Spüren Sie den zahlreichen Hinterlassenschaften der Skulpturprojekte nach, oder lassen Sie am Kreativkai im Münsteraner Hafen die Seele baumeln.