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Argumentieren in Rede und Gespräch – Argumentationskompetenz stärken – Demokratie gestalten

Dr. Annette Lepschy | Seminar

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Ziele und Inhalte der Veranstaltung

In einer Zeit, in der öffentliche Debatten zunehmend zugespitzt, emotionalisiert und von vereinfachenden Positionen geprägt sind, gewinnt die Fähigkeit zur fundierten Argumentation an zentraler Bedeutung. Dieses sprachdidaktische Seminar widmet sich der Frage, wie man Argumentationskompetenz bei Schülerinnen und Schülern entwickeln und fördern kann – als Schlüsselqualifikation für die persönliche Urteilsbildung und als unverzichtbarer Beitrag zur Demokratiebildung. Argumentieren zu können bedeutet mehr als nur eine Meinung zu äußern. Es geht darum, Standpunkte begründet zu vertreten, unterschiedliche Perspektiven nachzuvollziehen und sich respektvoll mit anderen auseinanderzusetzen. Gerade im schulischen Kontext eröffnet dies wichtige Lernräume: Schülerinnen und Schüler lernen, komplexe Sachverhalte zu durchdringen, ihre eigenen Positionen zu reflektieren und in einen konstruktiven Dialog einzubringen.

Ein Schwerpunkt des Seminars liegt auf dem angemessenen Umgang mit unfairen, populistischen und rassistischen Äußerungen. Lehrkräfte stehen hier oft vor der Herausforderung, solche Aussagen nicht unwidersprochen zu lassen und zugleich einen pädagogisch sensiblen Rahmen zu wahren. Im Seminar werden Strategien erarbeitet, um diskriminierende oder vereinfachende Argumentationen zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und ihnen sachlich und klar zu begegnen – ohne dabei den Dialog abzubrechen. Die argumentative Auseinandersetzung bildet das Fundament einer demokratischen Gesellschaft. Wer argumentieren kann, kann sich einbringen, Position beziehen und Verantwortung übernehmen. Indem Schulen gezielt Argumentationskompetenz fördern, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Stärkung demokratischer Werte und zur Befähigung junger Menschen, aktiv und reflektiert am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.