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Vom Zuhören zum Miterzählen und Mitmachen im inklusiven Deutschunterricht – Mündliche Sprachbildung handlungsorientiert und demokratisch gestalten

Anna Gausepohl | Seminar

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Ziele und Inhalte der Veranstaltung

Das Seminar betrachtet die komplementäre Beziehung zwischen Sprach- und Demokratiebildung im inklusiven Deutschunterricht am Beispiel des Erzählens. Der Auf- und Ausbau diskursiver Teilhabe ist eine Zielsetzung, die gleichermaßen an Vorgaben individueller Förderung sowie fächerübergreifender Demokratiebildung (KMK 2018, SWK 2024) anknüpft. Demokratie ist im Verständnis Himmelmanns nicht nur als Herrschaftsform, sondern ebenfalls als Lebens- und Gesellschaftsform zu definieren (vgl. ebd. 2022: 50). Der narrative Ansatz (Juchler 2022) ermöglicht, politische Urteilsbildung über Perspektivwechsel, emotionale Zugänge und (Selbst-/Sprach-)Reflexion im Deutschunterricht zu verankern.

Am Beispiel der Diskurspraktik des Erzählens werden im Seminar narrationsdidaktische Ansätze und handlungsorientierte Lernmethoden exploriert, um sprachliche Partizipation im Klassenzimmer zu stärken. Um einen unterrichtspraktischen Transfer zu erleichtern, werden Methoden und Materialien anhand der Charakteristika einer authentischen inklusiven Lerngruppe reflektiert und differenziert. 

Im Rahmen einer Fortbildung mit der „Kamishibai-Akademie“ begegnen die Studierenden Kamishibai als interaktive und multimodale Erzählmethode und haben die Möglichkeit, das Material vertiefend selbst anzuwenden. Außerdem werden theaterpädagogische Methoden des partizipativen Storytellings exploriert, wobei anhand von Improvisationsübungen spielerische Erfahrungsmöglichkeiten ausprobiert werden. Nach Möglichkeit sollen zudem zwei mobile Escape-Rooms des Bielefelder „Helden e.V.“ durchgeführt werden, die an schulalltäglichen Szenarien anknüpfen und u.a. Cybermobbing als teilhabegefährdendes Phänomen in den Blick nehmen. 

Insgesamt zielt das Seminar darauf ab, die Lehramtsstudierenden für Demokratiebildung durch die Förderung diskursiver Partizipation im inklusiven Deutschunterricht zu sensibilisieren und ihr methodisch-didaktisches Handlungsrepertoire zu erweitern.