Ziele und Inhalte der Veranstaltung
Was haben Theater und Demokratie(bildung) miteinander zu tun? Dieser Frage geht das Seminar aus kultur- und theatergeschichtlicher Perspektive und in der Praxis nach. Von Theater spricht man, wenn etwas öffentlich zur Aufführung gebracht und von Menschen gesehen und gehört wird. Theater kann als Probehandeln in einem ästhetischen Feld beschrieben werden; es kann ein Ort sein, an dem eine Gesellschaft über sich selbst nachdenkt. In diesem Verständnis bietet Theater einen Ort für Demokratie, wenn mit Demokratie das Diskutieren von gesellschaftlichen Konflikten gemeint ist. In theatergeschichtlicher Sicht hatten jedoch nicht alle Menschen die gleichen Möglichkeiten, an solchen ästhetischen Aushandlungsprozessen teilzunehmen. Die Institution Theater regelt also auch Teilhabemöglichkeiten. Mit diesem Fokus auf Theater als demokratiefördernder Ort setzt sich das Seminar auseinander, indem es sich 1. historische ‚Knackpunkte‘ und Theaterstücke anschaut, die das Verhältnis von Theater und Demokratie reflektieren, und indem es 2. partizipative Theatermethoden (ausgehend von Augusto Boal) selbst ausprobiert. Studierende können sich auf einen großen Praxisanteil auf der Studiobühne freuen. Das detaillierte Seminarprogramm inklusive der Textauswahl, der Modalitäten für Studien- und Prüfungsleistungen werden gemeinsam im Seminar besprochen; schriftliche Hausarbeiten können z.B. intermedial gestaltet werden und Bezug auf Praxisanteile nehmen oder den Transfer etwa in den Schulunterricht reflektieren.
