Ziele und Inhalte der Veranstaltung

Literaturunterricht hat auf den ersten Blick nicht viel mit Politik zu tun, immerhin bezieht sich Literatur ja nicht auf die Wirklichkeit, sondern auf eine eigens ausgedachte Welt. Auf den zweiten Blick ist diese Diagnose aber nicht stimmig: Literatur hat immer auch ein zeitdiagnostisches Potenzial, sie ist auch indirekt politisch. Immerhin werden auch in fiktionalen Welten immer implizite Regeln des Zusammenlebens ausgestaltet und es werden alternative Modelle von Gesellschaften entworfen. Und literarisches Lernen ist auch immer politisches Lernen: So geht es darum, Schüler:innen mit einer kritischen Reflexionskompetenz auszustatten, Reflexionen anderer Standpunkte anzuregen. Insofern hat der Literaturunterricht das Potenzial, Menschen zu Toleranz zu bewegen, Vertrautes mit dem Fremden zu verbinden und so auch eine neue Urteilskompetenz grundzulegen. 

Gerade, wenn im Unterricht auch Texte mit politischen Inhalten, etwa zu Rassismuskritik eingesetzt werden, kann entsprechend ein Beitrag zum Zusammenleben in unserer Demokratie entworfen werden. 

In dem Seminar werden Unterrichtsmaterialien entwickelt und Podcasts/Booktubes aufgenommen, in denen Fragen der Demokratieförderung mit Literatur verhandelt werden. 


Andockend an die Veranstaltung:

Lesung "White Lives Matter"

Jasmina Kuhnke liest aus ihrem Roman "White Lives Matter" und steht im Anschluss für Fragen bereit. Alle Interessierten sind herzlich zur Teilnahme via Zoom eingeladen.

"White lives matter" ist ein Roman, der die Geschichte umkehrt: Weiße Menschen werden in Menschenzoos gehalten, bis in die Gegenwart strukturell benachteiligt und exkludiert. Daraus entspinnt sich ein packendes Gedankenmodell, das alltägliche Mikroaggressionen und den strukturellen Rassismus in der Realität spürbar macht. 

Weitere Informationen: Plakat