Ziele und Inhalte der Veranstaltung

Literaturunterricht hat auf den ersten Blick nicht viel mit Politik zu tun, immerhin bezieht sich Literatur ja nicht auf die Wirklichkeit, sondern auf eine eigens ausgedachte Welt. Auf den zweiten Blick ist diese Diagnose aber nicht stimmig: Literatur hat immer auch ein zeitdiagnostisches Potenzial, sie ist auch indirekt politisch. Immerhin werden auch in fiktionalen Welten immer implizite Regeln des Zusammenlebens ausgestaltet und es werden alternative Modelle von Gesellschaften entworfen. Und literarisches Lernen ist auch immer politisches Lernen: So geht es darum, Schüler:innen mit einer kritischen Reflexionskompetenz auszustatten, Reflexionen anderer Standpunkte anzuregen. Insofern hat der Literaturunterricht das Potenzial, Menschen zu Toleranz zu bewegen, Vertrautes mit dem Fremden zu verbinden und so auch eine neue Urteilskompetenz grundzulegen. 

Gerade, wenn im Unterricht auch Texte mit politischen Inhalten, etwa zu Rassismuskritik eingesetzt werden, kann entsprechend ein Beitrag zum Zusammenleben in unserer Demokratie entworfen werden. 

In dem Seminar werden Unterrichtsmaterialien entwickelt und Podcasts/Booktubes aufgenommen, in denen Fragen der Demokratieförderung mit Literatur verhandelt werden.