
Ökumene des Hasses: Christliche Kirchen und Anti-Genderismus
Prof.'in Dr. Regina Elsner | Hauptseminar

Prof.'in Dr. Regina Elsner | Hauptseminar
Ökumene, also die Begegnung und Zusammenarbeit christlicher Kirchen auf dem Weg zu einer sichtbaren Einheit, gilt gemeinhin als der Bereich der Kirchen, wo das Engagement für Menschenrechte und Gemeinwohl besonders groß ist. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich jedoch eine weitere Zusammenarbeit christlicher Kirchen entwickelt, die vor allem auf gemeinsamen Feindbildern – in erster Linie Liberalismus, Säkularismus und Demokratie – beruht. Diese "Ökumene des Hasses" (Antonio Sparado) verbindet auch Kirchen und Gemeinschaften, die sich nicht als Kirchen anerkennen, sie betonen jedoch gleichzeitig, dass alle christlichen Kirchen gegen die Anfechtungen von Liberalismus und Säkularismus gemeinsam handeln müssen. Besonders stark wirkt dabei der Verweis auf die sogenannte „Gender Ideologie“, der als Feindbild besonders konfessionsverbindend und mobilisierend wirkt. Das Hauptseminar analysiert Akteure und Argumente dieser „alternativen Ökumene“, bestimmt die Funktion der Feindbilder und zeigt, wie Themen und Sprache von Kirchen für den Kampf gegen demokratische Grundwerte vereinnahmt werden.