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Open Access-Publikation in Wiley-Zeitschriften „kostenfrei“

Wir berichteten bereits über den Deutschlandweiten Vertrag mit Wiley, dem drittgrößten Publisher weltweit. Die meisten wissen, dass dieser Vertrag gegen eine jährliche Gebühr den Zugang zu rund 1.700 Journals von Wiley ermöglicht. Diese Gebühr (die Publish&Read Fee heißt) entspricht theoretisch** dem Betrag, der 2018 in Deutschland für alle Wiley-Zeitschriften bezahlt wurde. Deutlich weniger ist vielen bekannt, dass Forscher ihre Artikel „kostenfrei“ (s.u.) als Open Access in Wiley Zeitschriften veröffentlichen können (siehe auch den entsprechenden ULB-Artikel).

Dadurch ergeben sich folgende Veränderungen für die Universität Münster:

  • Hybrid Open Access: Ab dem 1.7.2019 gilt: Fungieren WWU-Angehörige in diesen hybriden Zeitschriften als ersteinreichende Autorinnen und Autoren (submitting corresponding author), erscheinen diese Artikel ohne Mehrkosten als Open-Access-(OA)-Publikationen.
  • Gold Open Access: Zusätzlich beinhaltet der Vertrag eine Rabattierung von 20% gegenüber dem Listenpreis der Artikelbearbeitungsgebühr (APC) für ersteinreichende Autorinnen und Autoren (submitting corresponding author) in den ca. 110 Gold Open Access-Zeitschriften von Wiley.

Was heißt das jetzt für die Finanzierung der Artikel, die Sie als ersteinreichende Autorin in Wiley-Zeitschriften veröffentlichen?

  • Der Autor erhält keine Rechnung mehr! Die Rechnungslegung erfolgt über den Weg Wiley -> Max Planck Gesellschaft -> Universität Münster -> Universitätsbibliothek -> Fachbereich. Inwieweit die Fachbereiche die Kosten dann weitergeben, ist Fachbereichsangelegenheit.
  • Artikel mit einer APC unter 2.000 € (brutto) werden über den OA Publikationsfonds der WWU abgerechnet. Dabei trägt die ULB ein Drittel und der betreffende Fachbereich zwei Drittel.
  • Artikel mit einer APC über 2.000 € (brutto) werden den betreffenden Fachbereichen zu 100% in Rechnung gestellt.
  • Die Rechnungsstellung über die Publish&Read-Fee für die ca. 1.700 hybriden Zeitschriften wird nach den von der Lizenzkommission der WWU einvernehmlich festgelegten Verteilungsgrundsätzen auf die ULB und die Fachbereiche verteilt (auch hier wird das Verursacherprinzip gelten s.u.)


** Da nicht nach Subskriptionen sondern nach Publikationen bezahlt wird, werden publikationsstarke Institutionen (große, naturwiss./med. Unis) stärker zur Kasse gebeten als publikationsschwache (kleine, geisteswiss. Unis und Fachhochschulen).

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