Der Leonardo-Campus-Run: wie alles begann

Der Leonardo-Campus-Run als studentisches Lernprojekt und Angebot für Alle
© Markus Jürgens | Logo: Hochschulsport Münster

Der Leonardo-Campus-Run (LCR) ist ein Kind der universitären Welt vor der Zeit der Bachelor- und Masterstudiengänge. Er wurde erfunden von Studierenden im Rahmen eines zweisemestrigen Studienprojekts, die auf Lehramt und Magister studierten bei Wissenschaftlern des damaligen Instituts für Sportkultur und Weiterbildung. Der Ideengeber und Promotor war Professor Jütting, der selbst ein begeisterter Läufer ist und auch schon den Volkslauf „Rund um das Schloss“ in die Welt gesetzt hatte. Die Studierenden hatten Zeit oder nahmen sie sich jenseits von Modulen und Leistungspunkten. Sie studierten, was sie begeisterte und was für sie nützlich war. Sie schauten dabei nicht auf die Uhr oder dachten an ECTS-Punkte und Workloads, sondern daran, etwas Besonderes zu kreieren und mit der Praxis in Kontakt zu kommen.

Der äußere Anlass war die Eröffnung des Leonardo Campus im Frühjahr 2001 auf dem weitläufigen Gelände einer ehemaligen Reiterkaserne. Diese Location war zu einem neuen Standort für die münsterschen Hochschulen (Westfälische Wilhelms-Universität, Kunstakademie, Fachhochschule) entwickelt worden.
Der Leonardo-Campus-Run sollte ein Beitrag zur Eröffnung sein, aber nicht nur das. Er sollte ein qualitätvolles Angebot werden, dass die Läuferinnen und Läufer, die Sponsoren und Mäzene und die Studierenden und Lehrenden gleichermaßen zufrieden stellte.

Das Ziel war, ein Laufevent für Alle zu schaffen, für Frauen und Männer, Jung und Alt, Jogger und Runner, Anfänger und alte Hasen, Breitensportler und Leistungssportler. Ein solcher Anspruch sollte sich realisieren in unterschiedlichen Streckenlängen, in einer Startgebühr, die für jeden bezahlbar und nachvollziehbar ist, in Startzeiten, die auch für Berufstätige wahrnehmbar sind, in einem Rahmenprogramm mit Aufwärmgymnastik und mit einer Messehalle mit nützlichen Informationen und Werbemöglichkeiten für Sponsoren und mit einer Kaffee- und Kuchentheke, die bei keinem guten Volkslauf fehlen darf.
Der LCR sollte aber auch ein Lehr-/Lernprojekt sein und als solches erkennbar. Studierende sollten als verantwortliche Manager sichtbar sein, begleitende Vorträge angeboten und die Veranstaltung wissenschaftlich evaluiert werden. Und so geschah es.

Am 11. Juli fiel um 18:00 der erste Startschuss für die ersten beiden Läufe (über 2.5 km bzw. 7.5 km), der zweite um 18:45 für die beiden Läufe über 5km und 10km. Insgesamt starteten 823 Läuferinnen und Läufer auf dem 2,5km-Rundkurs. Der LCR war geboren und gleich mit einem vielversprechenden Beginn. Heute zählt er zu den größten Volksläufen in Westfalen.

Seit 2008 wurde die Organisation des LCR erfolgreich in die Hände des Hochschulsport Münster übergeben. Mittlerweile ist der LCR eine der größten Laufveranstaltungen in NRW.

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Zusätzlich organisierte der Förderverein Münsteraner Sportwissenschaft von 2013-2015 den LCR Speech bei der im Rahmen des Leonardo-Campus Run einer breiten Öffentlichkeit in populärer Form wissenschaftliches Wissen nahegebraucht wurde und der gleichzeitig ein Treffpunkt für die Vereinsmitglieder war (weiterlesen).

  • Literaturtipps

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    Dieter H. Jütting: Wer läuft denn da?

    Fast zu jeder Tageszeit kann es passieren, dass man Menschen begegnet, die in sportlicher Kleidung laufend unterwegs sind. Man sieht sie auf den Straßen und in den Parks der Städte, aber auch auf dem Lande in der freien Natur, Jüngere und Ältere, Dicke und Dünne, eher Männer als Frauen, manche sind flott und elegant unterwegs, andere eher langsam und mühsam. Man sieht sie allein, zu zweit oder auch in kleinen Gruppen. Diese Phänomene sind heutzutage - anders als zu Beginn der Laufbewegung Mitte der 1960er Jahre - allen vertraut. Heute ist Laufen vor allem in den entwickelten, reicheren Gesellschaften zu einem Alltagsphänomen geworden, in denen harte körperliche Arbeit, die Beanspruchung der Alltagsmotorik, nur noch eine geringe Rolle spielt und die stattdessen durch Bewegungsmangel und den bekannten Anstieg der Zivilisationskrankheiten gekennzeichnet sind.

    Jogging und Running werden als Reaktionen auf diese gesellschaftliche Entwicklung angesehen und als Elemente eines gesunden, sportiven Lebensstils.
    Wer läuft denn da, wer sind nun diese aktiven, gesundheitsbewussten Zeitgenossen? Auf diese Frage gibt der voarliegende Band einige Antworten. In mehreren Beiträgen werden die Marathonis in den Blick genommen, sowohl Erfahrene als auch Anfänger sowie insbesondere junge Frauen. Behandelt werden die Volksläufe, wer sie wie managt, wer daran teilnimmt und wie sie sich entwickelt haben. Der Band wird eingeleitet mit einem Essay über den Zusammenhang von Laufen und Skulpturen im öffentlichen Raum und abgeschlossen mit einem Beitrag über das Laufen im Kontext individueller und gesellschaftlicher Veränderungen.

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    Dieter H. Jütting: Die Laufbewegung in Deutschland - interdisziplinär betrachtet

    Noch in den späten 1960er Jahren konnte sich kaum jemand vorstellen, in enganliegenden bunten Hosen und Oberteilen durch Wald und Flur oder gar Dorf und Stadt zu laufen. Zwar gab es Waldläufe und natürlich auch die langen Bahnenläufe, aber das waren Leibesübungen für wenige, meist hagere Gestalten. Heute dagegen kann sich kaum noch jemand vorstellen, nicht irgendwo zu irgendeiner Zeit eine Läuferin oder einen Läufer mit jedweder Figur und irgendeinem Outfit zu sehen. Das Laufen in seinen verschiedenen Erscheinungsformen (z.B. Trimmtraben, Fun-run, Joggen, Volkslaufwettkämpfe, Marathon) ist zu einer alltäglichen, wohlvertrauten Erscheinung geworden.

    Dieser Band versammelt Beiträge, die sich aus den verschiedenen Disziplinen und Perspektiven (Geschichte, Medizin, Ökonomie, Psychologie, Soziologie, Volkskunde, Trainingslehre) mit diesem Phänomen befassen. Es werden historische Entwicklungen beschrieben, über die Rolle der Frau nachgedacht, Jogger und Volksläufer untersucht, medizinische Erkenntnisse vorgestellt, über Laufstil und Training nachgedacht, Management und Evaluation von Volksläufen behandelt und gefragt, ob Läufer auch Literaten sind.

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    Bernd Schulze: Laufen als lokale Sportkultur

    Der Leonardo-Campus-Run begann als Studienprojekt und entwickelte sich zu einem etablierten Event der Münsteraner Laufszene. Dieses Buch berichtet über das Studienprojekt und erläutert seine didaktisch-methodischen sowie inhaltlichen Grundlagen. Beschrieben werden Events in der modernen Gesellschaft, Laufen als lokale Sportkultur und Projektmanagement als Organisationsmethode.
    Das Buch richtet sich an Lehrende und Studierende der Sportwissenschaft, Organisatoren von Laufveranstaltungen, aber auch an ein interessiertes Fachpublikum

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Fotos

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Sie haben Lust auf eine Teilnahme am Leonardo-Campus-Run bekommen? Eine Ausschreibung, die Anmeldung und weitere Informationen zum Lauf finden Sie unter www.leonardo-campus-run.de