Botanik-Kernprojekt der Biodiversitäts-Exploratorien

Infrastrukturprogramm SPP 1374 der DFG
© K. Schwesig
  • Hintergrund

    Die Biodiversitäts-Exploratorien sind eine einzigartige, offene Forschungsplattform zur Erforschung der funktionalen Bedeutung der Biodiversität unter verschiedenen Intensitäten der Landnutzung und die größte ihrer Art in Europa. Im Rahmen einer Initiative zur Förderung der Biodiversitätsforschung in Deutschland, wurden in den Jahren 2006-2009 drei große Langzeituntersuchungsgebiete in Deutschland etabliert. Diese Biodiversitäts-Exploratorien werden unter den Bedingungen realer Landnutzung sowohl für vergleichende als auch experimentelle Forschungen genutzt, mit dem Ziel die Beziehungen zwischen Landnutzung, Biodiversität und Ökosystemfunktionen zu entschlüsseln. Seit Anbeginn fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) dieses Projekt und ermöglicht zum ersten Mal Biodiversitätsforschung in großem Maßstab, auf real bewirtschafteten Flächen kombiniert mit einer Langzeitperspektive. Das Projekt ist momentan in seiner achten Projektphase, die Ende Februar 2029 enden wird.

  • Ziele

    Die interdisziplinäre Forschung im Rahmen der Biodiversitäts-Exploratorien untersucht

    • wie sich unterschiedliche Formen und Intensität der Landnutzung auf Biodiversität und Ökosystemprozesse auswirken
    • wie verschiedene Komponenten der Biodiversität wechselwirken
    • wie Biodiversität verschiedene Ökosystemprozesse und Ökosystemleistungen beeinflusst

    Das Botanik-Kernprojekt widmet sich aktuell insbesondere der zeitlichen Entwicklung pflanzlicher Diversität und Produktivität des Grünlandes, sowie dem Einfluss von Klimawandel, Nutzungsextensivierung, Ausbreitungslimitierung und Störung auf Biodiversität und Ökosystemfunktionen. Als Primärproduzenten sind Pflanzen von grundlegender Bedeutung für das Verständnis der Auswirkungen der Landnutzung auf Ökosystemprozesse, da viele Landnutzungseffekte über Veränderungen der Pflanzenvielfalt vermittelt werden, die sich kaskadenartig auf das gesamte Nahrungsnetz auswirken. Neben der Bereitstellung langfristiger Daten im Grünland und im Wald für die Beantwortung vielfältiger Forschungsfragen, beschäftigt sich das Projekt mit der Stabilität, der Regenerationsfähigkeit nach Störungen und den zeitlichen Trends in der Zusammensetzung der Pflanzengemeinschaften.