Herzlich Willkommen zu unseren Biodialogen!

Aktuelle Info

Im Frühjahr und Sommer 2021 und 2022 fanden insgesamt drei Biodialoge mit vielen Bürger*innen und Praxispartner*innen statt, die engagiert über das Thema Bioökonomie diskutiert haben. Vielen Dank für das Engagement! Aktuell werten wir Ergebnisse dieser Biodialoge aus.

  • Rückschau: 3. Dialogveranstaltung des Projektes BIOCIVIS

    Bürger*innen im Dialog – Kriterien für eine nachhaltige Bioökonomie

    Wie kann eine nachhaltige, zukunftsfähige Wirtschaftsweise gelingen und wie können wir selbst dazu beitragen? Dieser Frage gingen vom 12. bis 14. Mai 2022 14 interessierte Bürger*innen beim „Biodialog“ des Forschungsprojekts BIOCIVIS auf den Grund. Lebhafte Diskussionen entsponnen sich im Seminarraum und im Klostergarten des Kapuzinerklosters in Münster zu der Frage, ob und wie die Bioökonomie zu mehr Nachhaltigkeit beitragen kann. Bioökonomie bezeichnet eine spezielle Form des Wirtschaftens, in der mithilfe nachwachsender Rohstoffe erdölbasierte Produkte und Verfahren abgelöst werden sollen. Während der dreitägigen Veranstaltung erwarben die teilnehmenden Bürger*innen neues Wissen über die Bioökonomie und kamen miteinander sowie mit eingeladenen Interessensvertreter*innen und Referent*innen ins Gespräch. Zum Abschluss entwickelten sie Kriterien, wie eine nachhaltige Bioökonomie aussehen sollte.

    Am Donnerstagnachmittag fanden das Projektteam und die eingeladenen Bürger*innen aus Münster, Hamm und Recklinghausen ihren Weg in die ruhige Oase des Kapuzinerklosters mitten in der Stadt. Stefan Löchtefeld (e-fect) führte durch das Programm und war für die kommenden Tagen der Moderator des Dialogs. Zunächst lernten sich die Teilnehmenden bei einem ersten Brainstorming zu Fragen rund um Nachhaltigkeit kennen, bevor sie dann auch das Thema des Dialogs näher kennenlernten. Mithilfe eines Films, den das Projektteam bereits im letzten Jahr produziert hatte, wurde das allgemeine Konzept der Bioökonomie dargestellt. Eine eher kritische Sichtweise auf die Bioökonomie vermittelte Jun.-Prof´in Lisa Biber-Freudenberger vom Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn, die per Videokonferenz am Biodialog teilnahm und sich im Anschluss den Fragen der Bürger*innen stellte. Nach einer Pause bei Kaffee und Kuchen im Sonnenschein, kamen Interessensvertreter*innen mit ganz verschiedenen Blicken auf die Bioökonomie zu Wort. Sie teilten ihre Sichtweisen auf das Thema und vermittelten den Teilnehmenden Einblicke in das Zusammenspiel von Bioökonomie und Forschung (Fraunhofer IME), Klima (Scientists for Future), Religion (Institut für Theologische Zoologie) und Gerechtigkeit (Uni Jena). Die Bürger*innen nutzen die Gelegenheit, diese Sichtweisen genauer zu betrachten und zu hinterfragen. In der anschließenden Diskussionsrunde in Kleingruppen unterhielten sie sich angeregt mit den Interessenvertreter*innen – teilweise bis weit in die Pause hinein.

    Anschließend lernten die Bürger*innen verschiedene Zukunftsszenarien kennen, die vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) erarbeitet wurden und unterschiedliche Auslegungen der Bioökonomie in eine fiktive Zukunft übersetzen. Angeregt diskutierten die Teilnehmenden die Vor- und Nachteile dieser Zukunftsbilder und stellten sich auch die Frage, wie viel Wandel in der Zeitspanne bis 2040 (das Jahr, in dem diese Zukünfte spielten) tatsächlich stattfinden kann. Der erste Tag endete bei entspannten und angeregten Gesprächen mit einem gemeinsamen Abendessen.

    Der zweite Tag begann wiederum bei schönem Wetter am Freitagnachmittag. Heute wurde dem interdisziplinären Ansatz des Projekts Rechnung getragen und der Tag drehte sich unter anderem um drei konkrete Anwendungsbeispiele, in denen die mikrobielle Biotechnologie (die technische Nutzung von Mikroorganismen) als Werkzeug der Bioökonomie dient. Begleitet wurde der Tag von der Grafikerin Janna Schipper (Illustre Runde), die die Diskussionen und Vorträge im Rahmen des sogenannten Graphic Recording zeichnerisch festhielt. Erneut waren neben den Bürger*innen Interessensvertreter*innen und Referent*innen anwesend, von denen zwei nach einer ersten Einführung ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf die Biotechnologie schilderten. So erhielten die Bürger*innen Einblicke in die Möglichkeiten und Chancen der Biotechnologie für die Bioökonomie. Doch auch Risiken kamen zur Sprache und, dass der Einsatz von Biotechnologie immer „mit Sinn und Verstand“ überprüft werden sollte. Die vielen Fragen der Bürger*innen mündeten in einer angeregten Diskussion.
    Mit Dr. Ulrich Robecke vom Tiefbauamt Münster und Andreas Brügmann von den Abfallwirtschaftsbetrieben Münster brachten zwei Experten ihr Detailwissen zu zwei der Anwendungsbeispiele der Biotechnologie in den Biodialog ein. Sie veranschaulichten den Teilnehmenden die mikrobielle Abwasserreinigung und die Produktion von Biogas aus organischen Abfällen und standen bei den zahlreichen Fragen der Bürger*innen Rede und Antwort.
    Mithilfe eines Memories lernten die Teilnehmenden spielerisch das dritte biotechnologische Anwendungsbeispiel kennen. Es stellte drei biobasierte Chemikalien (den Biokunststoff Polylactat (PLA), den Aromastoff Vanillin und Insulin als Medikament) vor, die alle mithilfe von Mikroorganismen produziert werden. Dass das Spiel durch einen aufmerksamen Besuch des Gallery Walks, einer Ausstellung bioökonomischer Produkte, ein wenig abgekürzt werden konnte, war indes kein Versehen. Erneut brachten Interessensvertreter*innen aus der Industrie (Remondis, Evonik), vom Naturschutzverband NABU und dem Cluster Industrielle Biotechnologie (CLIB), sowie aus der politikwissenschaftlichen Forschung (WWU Münster) ihre jeweilige Sichtweise auf die Anwendungsbeispiele ein.
    Zum Abschluss beschäftigten sich die Teilnehmenden mit dem komplexen Thema der Gentechnik. Besonders anschaulich vermittelte Dr. Joachim Kremerskothen als Beauftragter für biologische Sicherheit und Gentechnik der Universität Münster die Grundlagen der Gentechnik und stellte dar, wie streng die Regeln für gentechnische Arbeiten vor allem in Deutschland sind. Einen weiteren Aspekt fügte Dr. Johann Ach vom Centrum für Bioethik der Uni Münster hinzu, der den Teilnehmenden ethische Fragestellungen im Umgang mit der Gentechnik vermittelte. Trotz des anspruchsvollen und straffen Tagesprogramms nutzen einige Bürger*innen die Gelegenheit und diskutierten das (neu) erworbene Wissen beim gemeinsamen Abendessen mit den Referent*innen und Interessensvertreter*innen in entspannter Atmosphäre.

    Am dritten Tag schließlich blieben die Bürger*innen unter sich und nahmen sich die Zeit für weitergehende Diskussionen und Überlegungen. Der Tag begann bei blauem Himmel im Freien auf der Wiese hinter dem Kloster mit einer tiefergreifenden Diskussion zum Thema Gentechnik. Und obwohl keine Einigkeit herrschte bei der Bewertung von Gentechnik, war man sich sicher, dass sie – wie jede Technologie – Chancen und Stärken sowie Schwächen und Risiken birgt. Mit einer zweiten Reise in die Zukunft lernten die Teilnehmenden nun weitere, potentielle Chancen und Risiken der gestrigen Anwendungsbeispiele kennen. Anhand der fiktiven Geschichten zu Biogas, Bioplastik, Vanillin und Insulin wurden schnell Vor- und Nachteile der Anwendungen ausfindig gemacht, die die Teilnehmenden schließlich in Kriterien für eine nachhaltige und in ihrem Sinne „gute“ Bioökonomie umformulierten. Dabei blickten alle Bürger´*innen weit über den Tellerrand hinaus. So bedachten sie neben ganz greifbaren Beispielen wie dem eigenen Konsumverhalten auch Auswirkungen in anderen Teilen der Welt (globale Gerechtigkeit), die Umwelt, die Wirtschaft sowie moralische und ethische Fragestellungen. Auch die Forschung und die Bedeutung einer transparenten Kommunikation in die Gesellschaft und viele weitere Punkte wurden als wichtige Kriterien der Bioökonomie erarbeitet.
    Neue Impulse und weitere Aspekte von Nachhaltigkeit lieferte der Kapuzinerbruder Bernd Beermann während einer Führung durch den Klostergarten. Das anschließende Mittagessen bot die Möglichkeit ein wenig zu entspannen und die Gedanken zu ordnen. Weitere, ganz konkrete Hinweise und Sichtweisen von Bürger*innen erhielt das Projektteam während der sich anschließenden Diskussion zur Gestaltung von Bürgerbeteiligung im Allgemeinen. Pünktlich endete der Biodialog schließlich am Samstagnachmittag. Mit viel neuem Wissen und allerlei Denkanstößen verließen die Bürger*innen das Kapuzinerkloster. Mit allerlei Ergebnissen und vielen neuen Einblicken im Gepäck geht das BIOCIVIS-Team nun an die Auswertung des dritten Biodialogs. Und während viele Antworten auf die Forschungsfragen noch in den gesammelten Ergebnissen darauf warten entdeckt zu werden, hat sich eine wichtige Erkenntnis erneut bestätigt: Für die allermeisten Bürger*innen gilt, dass nur eine nachhaltige Bioökonomie eine gute Bioökonomie ist. 
     

  • Rückschau: 2. Dialogveranstaltung des Projektes BIOCIVIS

    Bei strahlendem Sonnenschein und vor farbenfroher Garten-Kulisse war es Ende August so weit: Die zweite Dialogrunde der Biodialoge fand am 20. und 21. August im Botanischen Garten der WWU Münster statt. Innerhalb von zwei Tagen erwarben die teilnehmenden Bürger*innen und Praxispartner*innen Wissen über das Thema Bioökonomie und diskutierten über das Nachhaltigkeitspotential dieser besonderen Form des Wirtschaftens, in der Stoffkreisläufe von großer Bedeutung sind.

    Das BIOCIVIS Projektteam, hatte sich  lange auf diese Tage vorbereitet. Die Planung begann schon viele Monat zuvor mit der Auswahl des Termins und des Veranstaltungsortes. Von der Werbung für die Veranstaltung, über die Akquise und Auswahl der Teilnehmer*innen, die Planung und Vorbereitungen des inhaltlichen Inputs und der Diskussionsformate bis schließlich zum Aufbau und zur Durchführung der Biodialoge – es gab viel zu tun. Mit dem Botanischen Garten und der Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO), die beide zur WWU Münster gehören, unterstützten zwei engagierte Partner das interdisziplinäre Forschungsprojekt.
    So begann die eigentliche Dialogveranstaltung  schon einen Tag früher, am 19. August mit dem Aufbau des Veranstaltungsraumes in der Orangerie des Botanischen Garten. Wo bis in die warmen Monate hinein sonst tropische und kälteempfindliche Pflanzen überwintern, sollte nun ein Raum für Diskussionen entstehen. Stühle und Bänke sowie die Technik fanden in der Orangerie ihre Plätze, sodass  eine Hälfte des Raumes für die „Wissensvermittlung“ und das Plenum zur Verfügung stand. Weitere Stühle und Tische und die vielen Einzelteile des Gallery Walks wurden quer durch den Botanischen Garten in Zelte getragen, die den Biodialogen ausreichend Platz boten, Kleingruppendiskussionen und die Ausstellung hierher zu verlegen. Letzte Vorbereitungen und der Feinschliff folgten am Freitagmorgen und -vormittag, bis kurz vor 13 Uhr die ersten Teilnehmer*innen die Kulisse/den Ort des Geschehens betraten. Von der Anmeldung am Info-Point im Holzpavillon ging es direkt zur Orangerie, vor der das Catering (Herd & Seele) einen kleinen Mittagssnack anbot. Durch den Tag führte Moderator Dr. Wilhelm Bauhus von der AFO und so vergingen die ersten Stunden des  Biodialogs mit einem Warm-up und ersten Informationen zur Bioökonomie, die das  Team in kurzen Info-Filmen erarbeitet hatte. Einen eher kritischen Einblick in die Hintergründe der Bioökonomie gab Jun.-Prof’in Lisa Biber-Freudenberger von der Universität Bonn in ihrem Gastbeitrag, der online übertragen wurde und eine Basis für eine angeregte Diskussion der Teilnehmer*innen bot.

    In den Pausen hingegen dürfte einigen Teilnehmenden die Entscheidung schwergefallen sein: Bei Kaffee und Kuchen die Sonne genießen und die angeregten Diskussionen aus dem Plenum fortführen? Oder den Gallery Walk besichtigen, in dem bioökonomische Produkte erkundet und ihre Vor- und Nachteile beleuchtet wurden?
    In Kleingruppen besprachen die Teilnehmenden in verschiedenen Diskussionsformaten die zuvor dargestellten Chancen und Risiken der Bioökonomie, diskutierten weitere Vor- und Nachteile und erarbeiteten Stellungnahmen. Während der Plenumsrunden stellten sie schließlich einander die Ergebnisse ihrer Arbeit in Kleingruppen vor. Nicht selten entwickelte sich daraus schnell ein angeregter Dialog. In entspannter Atmosphäre und mit einem gemeinsamen Abendessen bei weiteren Gesprächen zu Bioökonomie und Nachhaltigkeit ließen wir den ersten Tag der Biodialoge ausklingen.

    Am zweiten Tag ging es am Samstagmorgen schließlich „ans Eingemachte“. Die Teilnehmenden lernten einige bioökonomische Produkte und Verfahren im Detail kennen und erfuhren, welche Rolle Mikroorganismen und die Biotechnologie in der Bioökonomie spielen. Anhand von zwei konkreten Anwendungsbeispielen erörterten sie die Chancen und Risiken der Bioökonomie. Bieten biobasierte Chemikalien tatsächlich die Möglichkeit erdölbasierte Verfahren abzulösen? Oder ist das der falsche Ansatz, sollten wir eher auf Verzicht setzen? [VH4] Andreas Brügmann von den Abfallwirtschaftsbetrieben der Stadt Münster stellte  mit der Biogasanlage der AWM eine Möglichkeit dar, Bioabfälle als Ressource weiter zu nutzen und daraus Energie herzustellen. *Insert Stichpunkte der Diskussion here*. Der mitunter wichtigsten Frage widmeten sich die Bürger*innen und Praxispartner*innen zum Schluss der Biodialoge. Wie kann und soll die Gesellschaft in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden? Denn die politische Teilhabe von Bürger*innen ist gewünscht, doch wie kann sie gelingen? Schon in unserer kleinen Gruppe gab es viele unterschiedliche Meinungen zum Thema Bioökonomie und deren Nachhaltigkeitsnutzen. Und der gesellschaftliche Wandel, den die Nachhaltigkeit fordert, geht schließlich uns alle an. Wie wünschen sich Bürgerinnen und Bürger, an Diskussionen zu komplexen Themen, wie der Bioökonomie, teilzuhaben?
    Die Teilnehmer*innen waren inzwischen zusammengewachsen und manch einer oder einem viel der Abschied schließlich schon fast schwer. Das Projektteam indes war froh, dass die Veranstaltung den Teilnehmenden offenbar Spaß gemacht hatte und sich so angeregt unterhalten und diskutiert worden war. Doch an Entspannung ist so schnell nicht zu denken: Nach dem Abbau ging es direkt an die Auswertung der Materialfülle, die dank der engagierten Teilnehmendenschaft erarbeitet worden war.

  • Rückschau: 1. Dialogveranstaltung des Projektes BIOCIVIS

    Der erste, digitale „Biodialog“ – Diskussionen über Bioökonomie und Nachhaltigkeit

    Manchmal kommt alles anders, als man denkt. Das mussten viele Menschen feststellen, als Anfang 2020 die Corona-Pandemie ihren Lauf nahm. Auch das BIOCIVIS Projektteam musste reichlich umplanen. So fand die erste Dialogveranstaltung mit dem Thema Bioökonomie am 28. und 29. Mai 2021, die ursprünglich als Präsenzveranstaltung geplant war, nach monatelanger Unsicherheit schließlich als digitales Event statt. Darin sollten interessierte Bürgerinnen und Bürger das Konzept der Bioökonomie, einer speziellen, biobasierten Wirtschaftsart, kennenlernen und über ihren Nutzen im Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit diskutieren. Die Planung und Durchführung dieser zweitägigen Veranstaltung war nicht nur in technischer Hinsicht eine Herausforderung, doch das BIOCIVIS Projektteam wusste einige starke Partner an seiner Seite: In den modernen Räumlichkeiten des REACH Euregio Start-up Centers ließ die Produktionsfirma IK Medien mit diversen Kameras und Bildschirmen ein fernsehartiges Studio entstehen, und sorgte dafür, dass Moderator Dr. Wilhelm Bauhus von der Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) wortwörtlich stets in einem guten Licht stand. 

    Pünktlich am Freitagmittag startete die Videoübertragung, zu der sich zehn Bürger*innen und acht Praxispartner*innen von daheim oder aus dem Büro mit ihren Computern hinzuschalteten. Keine Frage, das „persönliche“ Kennenlernen über den Bildschirm gestaltete sich ganz anders, als wenn man einander persönlich gegenüber gestanden hätte. Trotzdem fanden die Teilnehmenden nach einem kleinen Eisbrecher und einer Kennenlerngruppe im Speeddating-Stil gut zueinander und scheuten sich anschließend nicht in Kleingruppen, im Plenum oder im Chat das Wort zu ergreifen.
    Mithilfe eigens produzierter Erklärvideos (auch hier mit der professionellen Unterstützung von IK Medien) und einiger Vorträge wurde den teilnehmenden Bürger*innen und Praxispartner*innen das Prinzip der Bioökonomie nahegebracht, einer Wirtschaftsweise, die mithilfe nachwachsender Roh- und Reststoffe erdölbasierte Verfahren und Produkte ablösen möchte. Neben der wichtigen Rolle moderner Technologien, wie der Biotechnologie, wurde ebenso die Bedeutung und Nutzung von Kleinstlebewesen in vielen bioökonomischen Verfahren diskutiert und der Nutzen solcher Verfahren in Sachen Nachhaltigkeit auf den Prüfstand gestellt.

    Am zweiten Tag lernten die Teilnehmer*innen zwei konkrete Praxisbeispiele der Bioökonomie kennen und diskutierten anschließend in moderierten Kleingruppen über Chancen, Risiken und Herausforderungen der Anwendungsbeispiele. Die Beurteilung verschiedener biobasierter Chemikalien und der mikrobiellen Abwasserreinigung knüpften viele Teilnehmer*innen an weitere Bedingungen, die vor allem auf die Nachhaltigkeit des jeweiligen Beispiels abzielten. Neben einigen Bedenken beim Einsatz von Gentechnik, wurden auch der Wunsch nach einer bevorzugten Nutzung von Rest- und Abfallstoffen gegenüber angebauten Rohstoffen und bezahlbaren Preisen genannt sowie ein gesellschaftliches Umdenken, das Fairness und Gerechtigkeit in der Wirtschaft berücksichtigt.