09/2019 Geochemiker messen neue Zusammensetzung des Erdmantels

Forscher vermuten größere Dynamik zwischen Erdoberfläche und Erdmantel als bisher angenommen / Studie in "Nature Geoscience"

Wie ist das Innere der Erde chemisch aufgebaut? Da es nicht möglich ist, mehr als etwa zehn Kilometer tief in die Erde zu bohren, sind es häufig vulkanische Gesteine, die darüber Aufschluss geben. Geochemikerinnen und Geochemiker der Universitäten Münster und Amsterdam haben sich die vulkanischen Schmelzen, die die portugiesische Inselgruppe der Azoren aufbauen, genauer angesehen. Ihr Ziel war es, daraus Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Erdmantels zu ziehen, also die Schicht zwischen etwa 30 und 2.900 Kilometern tief im Erdinneren. Mithilfe eines spezialisierten Verfahrens fanden sie jetzt heraus, dass das untersuchte Material anders zusammengesetzt ist als bisher gedacht: Große Teile enthalten viel weniger sogenannte inkompatible Elemente – das sind die chemischen Elemente, die sich durch stetiges Schmelzen des Erdmantels bevorzugt in der Erdkruste anreichern, der äußersten Schale der Erde.

Die Wissenschaftler folgern, dass über die Erdgeschichte hinweg ein größerer Teil des Erdmantels aufgeschmolzen ist und letztendlich die Erdkruste gebildet hat als bisher angenommen. „Um die Stoffbilanz zwischen Erdinnerem und Erdkruste aufrecht zu erhalten, muss deshalb auch der Materialtransfer zwischen der Erdoberfläche und dem Inneren der Erde höher sein als gedacht“, betont Studienleiter Prof. Dr. Andreas Stracke von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).

Da das Material unter den Azoren aus sehr tiefen Regionen des Erdmantels aufsteigt, es aber auch Hinweise darauf gibt, dass besonders der obere Teil des Erdmantels ähnlich zusammengesetzt ist, könnten die Ergebnisse auf weite Teile des Erdmantels übertragbar sein. „Unsere Ergebnisse öffnen ein neues Fenster, denn wir müssen die Zusammensetzung des größten Teils der Erde überdenken. Immerhin macht der Erdmantel mehr als 80 Prozent des Erdvolumens aus“, fügt Andreas Stracke hinzu. Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Nature Geoscience“ erschienen.

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07/2019 Antrittsvorlesung und Verleihung des Titels "Außerplanmäßiger Professor"

Am Freitag, den 12.07.2019, 15:00 Uhr (Hörsaal, GEO1, Heisenbergstraße 2) hält Frau Dr. Christine Putnis anlässlich der Verleihung des Titels "Außerplanmäßiger Professor" ihre Antrittsvorlesung zum Thema "Seeing Mineral-Fluid Reactions at the Nanoscale".

Der Dekan des Fachbereichs 14 – Geowissenschaften lädt alle Interessierten herzlich ein.

07/2019 Welcome Malcolm Massuyeau

We welcome Malcolm Massuyeau as a new postdoc at the Institute for Mineralogy.

07/2019 Welcome Hadi Omrani & Sepideh Mehrani

We welcome Hadi Omrani and Sepideh Mehrani from Golestan University, Gorgan, Iran, who will be working with Michael Bröcker.

06/2019 Promotion von Xenia Ritter

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Xenia Ritter hat am 06.06.2019 ihre Dissertation erfolgreich verteidigt und wurde zum Doktor promoviert. Wir gratulieren ganz herzlich!

06/2019 Magnetismus im Erdmantel entdeckt

Neue Erkenntnisse über das Erdmagnetfeld: Forscher zeigen, dass das Eisenoxid Hämatit tief im Erdmantel magnetisch ist / Studie in "Nature"

Das riesige Magnetfeld, das die Erde umgibt, sie vor Strahlen und geladenen Teilchen aus dem All schützt und an dem sich viele Tiere sogar orientieren können, ist in ständigem Wandel – weshalb es auch unter ständiger Beobachtung von Geowissenschaftlern ist. Die altbekannten Quellen des Erdmagnetfelds sind der bis etwa 6.000 Kilometer im Erdinneren liegende Kern, aber auch der Boden, auf dem wir stehen – die Erdkruste. Der Erdmantel hingegen, 35 bis 2.900 Kilometer tief, wurde bisher weitestgehend als „magnetisch tot“ angesehen. Ein internationales Forscherteam aus Deutschland, Frankreich, Dänemark und den USA hat nun gezeigt, dass eine Form des Eisenoxids, das Hämatit, auch tief im Erdmantel seine magnetischen Eigenschaften behalten kann. Das passiert in verhältnismäßig kalten Gesteinsplatten, die vor allem unter dem Westpazifischen Ozean vorkommen. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" veröffentlicht.

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04/2019 Promotion von Michael Willig

Michael Willig hat am 15.04.2019 seine Dissertation erfolgreich verteidigt und wurde zum Doktor promoviert. Wir gratulieren ganz herzlich!

04/2019 DFG bewilligt Schwerpunktprogramm "DOME"

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet 14 neue Schwerpunktprogramme für das Jahr 2020 ein, darunter auch das Programm "Dynamik der Erzmetallanreicherung (DOME)". Koordiniert wird "DOME" durch Prof. Dr. Max Wilke vom Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam, vom Institut für Mineralogie der WWU ist Prof. Dr. Carmen Sanchez-Valle im Programmkommitee. Der Forschungsverbund, in dem voraussichtlich ab Frühjahr 2020 bis zu 30 Einzelprojekte durchgeführt werden, ist zunächst für drei Jahre bewilligt.

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