Suchergebnisse: 1505
Im Seminar bekommen die Studierenden die Möglichkeit, individuell ausgewählte Fragestellungen aus dem Forschungsbereich „Persönlichkeit, Interaktion und sozialen Beziehungen“ projektbezogen zu vertiefen. Vor dem Hintergrund der Literatur und im wissenschaftlichen Diskurs mit der Seminarleitung und den anderen Studierenden werden a) eine eigene Fragestellung und konkrete Hypothesen herausgearbeitet und b) die notwendigen Methoden der Datenerhebung und Datenanalyse diskutiert und festgelegt.
Hierbei können, mit Unterstützung durch die Seminarleitung, je nach individuellem Interesse Fragestellungen bezüglich unterschiedlichster Persönlichkeitsaspekte sowie diverser Beziehungsformen und Interaktionskontexte (z.B. romantische Partnerschaften, Freundschaften, Familienbeziehungen, Personalauswahl, Dating, Therapeut-Patient- / Lehrer-Schüler- / Vorgesetzten-Mitarbeiter-Interaktionen, Begegnungen zwischen Deutschen und Geflüchteten) ausgewählt und entwickelt werden.
Sukzessive werden wissenschaftliche Standards der Hypothesenableitung und –formulierung sowie der empirischen Überprüfung dieser vorgestellt und diskutiert (inkl. Open Science-Aspekte), auf das eigene Projekt angewandt und im wissenschaftlichen Diskurs geschärft. Im Seminar wird explizit Wert auf einen intensiven Austausch über die einzelnen Projekte gelegt, was unter anderem über geleitete Diskussionen und Kontroversen, Blitzlicht-Vorträge, wissenschaftliche Speed-Dates, strukturiertes mündliches Feedback, schriftliche Peer-Reviews, sowie die Dokumentation und den Austausch in einem gemeinsamen OSF-Projekt erreicht wird.
Das Ergebnis des Seminars ist für jede/n Teilnehmer/in ein Kurzbericht angelehnt an sogenannte „Registered Reports-Stage 1“ (vgl. https://cos.io/rr/), der den Hintergrund, die theoretische Ableitung der Hypothesen und die geplanten Methoden (Sampling, Abläufe, Maße, Datenaufbereitung, statistische Analyse) zu deren Überprüfung zusammenfasst. Bei Interesse kann dieser individuelle Registered Report die Grundlage einer späteren Masterarbeit darstellen.
Neben einem vertieften Einblick in die aktuelle Forschung zu Persönlichkeit, Interaktion und sozialen Beziehung in Grundlagen- und Anwendungskontexten erwerben die Teilnehmer insbesondere essentielle Kenntnisse und Kompetenzen des guten und transparenten wissenschaftlichen und evidenzbasierten Arbeitens.
- Lehrende/r: Mitja Back
In diesem Kurs stehen die Vermittlung und Einübung deutscher wissenschaftssprachlicher Prinzipien und Strukturen im Fokus. Ziel ist es, durch verschiedene Übungen zu einem vertieften Sprachverständnis zu gelangen sowie dadurch künftig häufige Fehler in eigenen Textproduktionen zu vermeiden und somit insgesamt einen verbesserten Sprachstil zu etablieren. Inhaltliche Schwerpunkte des Kurses im Wintersemester sind dabei:
- Ausgewählte wissenschaftssprachliche Grundstrukturen kennen-, benennen und verwenden lernen;
- Einübung und Vertiefung der indirekten Rede;
- Zusammenfassen von Argumenten, bzw. Kernaussagen erkennen und gerafft wiedergeben;
- „Rückübersetzung“ von Texten mit politisch-gesellschaftlichem Inhalt in leichter Sprache in solche der deutschen Wissenschaftssprache.
Studienleistungen: Zwei schriftliche Übungen
Prüfungsleistung: 90minütige Abschlussklausur
- Lehrende/r: Tanja Jasmin Woschalik
Johann Gottlieb Fichte (1762-1814) gehört zu den berühmtesten Autoren des deutschen Idealismus, die in kritischer Absicht an die theoretische und praktische Philosophie Immanuel Kants (1724-1804), insbesondere an dessen drei berühmte ‚Kritiken‘ anknüpften.
Aufbauend auf seiner (in zahlreichen Fassungen erarbeiteten) ‚Wissenschaftslehre‘ als Grundlegungswerk systematischer Philosophie, entwickelt Fichte in den „Grundlagen des Naturrechts“ von 1796 sein rechtsphilosophisches Hauptwerk. Auf Basis der in der ‚Wissenschaftslehre‘ entfalteten grundlegenden Prinzipien sinnvollen systematischen Philosophierens entwickelt Fichte eine komplexe Rechts- und Staatsphilosophie, die – seinem eigenen Anspruch nach – aus vernünftigen und strikt a priorischen Prinzipien eine intersubjektiv verbindliche und für alle als vernünftig einsehbare Philosophie rechtlicher Verhältnisse zwischen Individuen und Staaten offeriert.
Im Seminar werden wir uns zentrale Passagen dieses Unternehmens im Detail widmen, um die Vorzüge und Nachteile bzw. die Überzeugungskraft von Fichtes Vorschlägen rekonstruieren und kritisch evaluieren zu können.
Das Seminar bietet sowohl die Gelegenheit sich mit klassischen Fragen der Rechts- und Staatsphilosophie zu befassen als auch die Gelegenheit die systematische Komplexität der Philosophie Fichtes kennenzulernen. Zu den grundlegenden Lernzielen gehört es, die hermeneutischen Mittel einzuüben, derer es bedarf, um sich in kritischer Lektüre mit einem herausfordernden Text zu befassen.
Das Seminar setzt keine Vorkenntnisse hinsichtlich des deutschen Idealismus oder der kantischen Philosophie voraus, wohl aber die Bereitschaft, sich in gründlicher Lektüre auf Fichtes Vorschläge einzulassen.
Die zu behandelnden Passagen des Textes werden im Learnweb zur Verfügung gestellt.
- Lehrende/r: Tim Rojek
Die Frankfurter Schule steht bis heute fast als Synonym für Kritische Theorie in den deutschen Sozialwissenschaften. In den 1960er und 70er Jahren erlebten die Vertreter – es waren alles Männer – des Instituts für Sozialforschung eine mediale Aufmerksamkeit, welche der Sozialwissenschaft bis heute kaum mehr zu Teil wird. Dies macht die Arbeiten der Frankfurter Schule einerseits zu einem bedeutenden Zeitdokument, anderseits sind viele der Texte bis heute hoch aktuell. Die studentischen Proteste ab Mitte der 1960er Jahre wandten sich auch gegen die Kommerzialisierung des Hochschulbetriebs. Aus Sicht des heutigen BA/MA- Systems wird die immense Bedeutung der Arbeiten der Frankfurter Schule für die Studierendenschaft umso deutlicher.
Entlang von drei bedeutenden Vertretern – Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse – soll die Bedeutung der Frankfurter Schule und deren Wirken für die heutige Sozialforschung rekonstruiert werden. Der Kurs richtet sich an Studierende in der Frühphase ihres Studiums, die Interesse an der Kritischen Theorie haben. Der Kurs wird sich der Theorie sowie der Textlektüre widmen. Dies schließt die Lektüre von Originaltexten mit ein.
Am Kurs kann natürlich aus Interesse teilgenommen werden, aber es können selbstverständlich auch Leistungspunkte erworben werden. Als Studienleistung muss neben der Anwesenheit ein Referat gehalten werden. Eine Prüfungsleistung erfordert zusätzlich eine Hausarbeit.
Hinweise: Die Teilnahme am Kurs setzt die Bereitschaft voraus, sich aktiv in die Veranstaltung einzubringen und auch in Lern- und Arbeitsgruppen mitzuarbeiten. Hierzu gehört auch die körperliche Anwesenheit. Die Referate werden in der ersten Sitzung vergeben, nicht per E-Mail vorab. Politikwissenschaft ist ein Lesestudium! Für die Teilnahme am Kurs wird die Bereitschaft zum Lesen der notwendigen Texte vorausgesetzt. Informationen, Materialien und der Ablauf der Veranstaltung werden rechtzeitig über das LearnWeb bereitgestellt. Bitte schaut euch die Unterlagen in Ruhe an und informiert euch hier vorab, ob euch das Format und der Inhalt ansprechen.
- Lehrende/r: Ulrich Hamenstädt
Die Vorlesung stellt die Entwicklung der deutschen Wirtschaft seit der Mitte des 19. Jahrhunderts im Überblick dar. Die Vorlesung ist Grundlage für andere Lehrveranstaltungen im Bereich der Wirtschaftsgeschichte. Inhalt sind u. a.: Führungssektoren der Industrialisierung bis ca. 1870; Wirtschaftsentwicklung und ökonomische Institutionen im Kaiserreich; Wirtschaft im ersten Weltkrieg, Kriegsfolgen und Hyperinflation; Weltwirtschaftskrise; Wirtschaft im Nationalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg; Die Goldenen Jahre der BRD bis 1975 und die Stagnation in Verbindung mit steigender Arbeitslosigkeit danach; Wirtschaftsentwicklung der DDR.
- Lehrende/r: Alexia Ibrahim
- Lehrende/r: Ulrich Pfister
Die Vorlesung möchte im Ausgang von Kants kritischen Schriften und den Philosophien des Deutschen Idealismus (Fichte, Schelling, Hegel) in die „Philosophie der Moderne“ einführen. Die verschiedenen sich in der Folgegeschichte des Idealismus im 19. und 20. Jahrhundert herausbildenden philosophischen Strömungen – Junghegelianismus, Existenzialismus, Neukantianismus, Phänomenologie, Pragmatismus, Kritische Theorie, (Post-)Strukturalismus – sollen hierbei philosophiehistorisch und begriffsgeschichtlich eingeordnet sowie mit Blick auf ihre thematischen und konzeptuellen Schwerpunktsetzungen systematisch vorgestellt werden. Hierbei wird insbesondere das Ineinandergreifen von theoretischen und praktischen Aspekten der Philosophie unter dem Index ihrer internen Ausdifferenzierung in Themenfelder wie Geschichte, Gesellschaft, Sprache, Leben und Existenz sowie Wissenschaft in den Blick genommen. Ein orientierender und exemplarischer philosophischer Leitfaden durch die moderne Philosophiegeschichte soll hierbei insbesondere die Konzentration auf Fragen nach der theoretischen und praktischen Fassung von „Subjektivität“ im diversen philosophischen Diskurs der Moderne leisten.
- Lehrende/r: Christian Thein
- Lehrende/r: Christian Fischer-Bakker
Für das Lukasevangelium ebenso wie für das Johannesevangelium spielt die Reflexion über den heiligen Geist eine besondere Rolle. Die Rolle des göttlichen Geistes wird hier vielschichtiger gezeichnet als bei Markus und Matthäus. Deutlicher als dort tritt er bei Lukas und Johannes als eigenständiger Akteur des Heilsgeschehens in den Blick. Welche Funktionen übernimmt der Geist bei Lukas und Johannes? In welcher Relation steht er zu Gott und Christus? In welcher Realtion steht er zu den Jüngern und zu der sich ausbreitenden "Kirche"? Diesen und anderen Fragen werden wir im Seminar an Hand des griechischen und deutschen Textes nachgehen.
- Lehrende/r: Christina Hoegen-Rohls
- Lehrende/r: Anne-Sophie Münch
- Lehrende/r: Stefan Zorn
30 Jahre nach dem Mauerfall am 9.11.1989 ist es angebracht, die Zeit der Teilung Deutschlands bildungshistorisch zu vergegenwärtigen. Obwohl diese zeitgeschichtliche Epoche nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erheblich länger gedauert hat als der Erste Weltkrieg, die Weimarer Republik und die nationalsozialistische Herrschaft zusammen, droht sie bildungsgeschichtlich weitgehend aus dem aktuellen gesellschaftlichen Gedächtnis zu verschwinden. In der Vorlesung werden deshalb bewusst vergleichend die historischen und pädagogischen Umstände der deutschen Zweistaatlichkeit für die Erziehungs-, Sozialisations- und Bildungsprozesse zwischen dem Ende der NS-Herrschaft 1945 und der Wiederherstellung der deutschen Einheit 1990 thematisiert.
Inhaltliche Schwerpunkte sind die Untersuchung der ideengeschichtlichen, politik- und sozialgeschichtlichen sowie internationalen Voraussetzungen für die Entwicklung der beiden unterschiedlichen Bildungssysteme der DDR und der Bundesrepublik sowie der direkte Vergleich einzelner Aspekte und Sektoren des Bildungswesens: Traditionen des Bildungsdenkens, Politik der Besatzungsmächte, Re-Education, Hochschulwesen und Wissenschaft, Schulstrukturen und Schulentwicklung, Unterricht und Didaktik, Umgang mit Migranten, Berufs- und Allgemeinbildung, politische Erziehung und Bildung, Jugendpolitik, außerschulische Erziehung, Bildungsexpansion und Chancengleichheit, exemplarische Bildungspolitikerinnen, Prozesse und Konflikte der Vereinigung. Die dargestellten Inhalte sollen gleichermaßen an autobiographischen und bildungspolitischen Quellen sowie erziehungs- und bildungstheoretischen Deutungsansätzen behandelt werden.
Als Studienleistung im Modul TEB des M.Ed. wird zum Abschluss des Semesters ein Test (45 Minuten) geschrieben; als Prüfungsleistung kann (im Modul M1 des M.A. Ew. und von Studierenden aus anderen Studiengängen) eine Klausur (90 Minuten) angefertigt werden.
- Lehrende/r: Jürgen Overhoff
- Lehrende/r: Hans-Joachim von Olberg
- Lehrende/r: Olga Fekete
- Lehrende/r: Juliane Schopf
- Lehrende/r: Timo Schürmann
In dieser Übung werden wir uns mit den Grundlagen der Grammatik der deutschen Sprache beschäftigen. Die Übung richtet sich an Studierende, die am Anfang ihres Germanistikstudiums stehen und sich grundlegend in die Grammatik der Deutschen Sprache einarbeiten möchten. Grundlagentext der Übung ist: Imo, Wolfgang (2016): Grammatik. Eine Einführung. Stuttgart: Metzler.
- Lehrende/r: Elisa Wessels
- Lehrende/r: Netaya Lotze
- Lehrende/r: Paul Diestelhorst
- Lehrende/r: Paul Diestelhorst
- Lehrende/r: Thomas Böcker
- Lehrende/r: Lirim Selmani
- Lehrende/r: Silvia Vogelsang
- Lehrende/r: Kristina Peyrer
- Lehrende/r: Verena Wecker
Bitte beachten Sie: Veranstaltungsbeginn in der 15.10.2018.
- Lehrende/r: Kristina Peyrer
- Lehrende/r: Verena Wecker
- Lehrende/r: Andrea Streckenbach
Vorlesung: Einführung in das politische System der Bundesrepublik Deutschland
Mit Unterzeichnung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet.
Welchen Ideen und Leitbildern folgt die Gründung der zweiten deutschen Demokratie?
Welche Institutionen prägen das damit geschaffene politische System Deutschlands?
Welche Akteure agieren hier in welchen Arenen?
Wie versucht die Politikwissenschaft dieses System zu beschreiben, zu analysieren und zu verstehen?
Anhand der Geschichte der Bundesrepublik von Wirtschaftswunder über SPIEGEL-Affäre bis hin zur EURO-Krise sollen diese Fragen beantwortet werden. Ziel ist, dass am Ende fundierte politische und politikwissenschaftliche Kenntnisse über das politische System Deutschlands stehen, auf die das weitere Studium der Politikwissenschaft aufbauen kann.
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme:
regelmäßiger Besuch der Veranstaltung und eines Tutoriums
Studienleistung (im Tutorium) und Prüfungsleistung (Abschlussklausur)
Weitere Informationen:
Nach der ersten Sitzung der Vorlesung am Dienstag, 08.10.2019, wird bis Freitag, 11.10.2019, über die Lernplattform „Learnweb“ die Tutorienvergabe freigeschaltet sein. Die Teilnahme an der Platzvergabe ist erforderlich für den späteren Besuch des vorlesungsbegleitenden Tutoriums. Das Passwort zum Kurs in „Learnweb“ sowie Informationen zur Platzvergabe erfahren Sie in der ersten Sitzung der Vorlesung am Dienstag, 08.10.2019.
Die 90-minütige Abschlussklausur wird am Dienstag, 28.01.2020, 10 - 12 Uhr geschrieben.
Die 90-minütige Nachschreibeklausur wird am Donnerstag, 26.03.2020, 10 - 12 Uhr geschrieben (eine vorherige Anmeldung zum Haupttermin der Abschlussklausur ist Voraussetzung für eine Anmeldung zum Nachschreibtermin).
- Lehrende/r: Johannes Keil
- Lehrende/r: Klaus Schubert
- Lehrende/r: Olga Fekete
Die Veranstaltung nimmt die Reformation als Geschehen im Schnittfeld von Theologie, Religion, Politik und Gesellschaft in den Blick. Sie fragt nach den politischen und sozialen Faktoren, die zum Erfolg der Reformation beitrugen, beschäftigt sich mit der Beanspruchung und Indienstnahme der Reformation für politische Ziele und stellt Gruppen und Akteure vor, die ihre Anliegen und Interessen im Bund mit der Reformation zu fördern suchten. Zugleich thematisiert sie das Agieren Luthers und anderer Reformatoren im politischen Raum sowie die Auffassungen der Reformatoren zum Verhältnis von Religion und Politik und zur Rolle der weltlichen Obrigkeit.
Der Schwerpunkt wird auf der Reformation im römisch-deutschen Reich liegen; behandelt werden insbesondere auch die Auswirkungen von Reformation, Glaubens- und Kirchenspaltung auf die Reichspolitik und die Verfassungsentwicklung im römisch-deutschen Reich.
Das Seminar kann sowohl im Rahmen des Fachs Katholische Theologie bzw. Katholische Religionslehre (FB 2) als auch im Rahmen der geschichtswissenschaftlichen Studiengänge (FB 8) gewählt werden.
- Lehrende/r: Thomas Brockmann
In der üblichen französischen und deutschen Meistererzählung gilt König Chlodwig als Begründer des fränkischen Großreichs. Als vielleicht skrupelloser Herrscher beseitigte er andere fränkische Kleinkönige, obwohl er zu anderen Barbarenherrschern familiäre Verbindungen knüpfte. Er verdrängte die Westgoten aus Südgallien, wofür ihm Gregor von Tours religiöse Motive zuschreibt – Chlodwig habe geradezu einen Religionskrieg geführt, was ein singuläres Zeugnis im gesamten frühen Mittelalter darstellt. Geschickt bediente sich Chlodwig religiöser Argumente zur Rechtfertigung seiner Herrschaft, er knüpfte Beziehungen zur gallorömischen Senatsaristokratie und etablierte eine Dynastie, die als einzige barbarische Dynastie des frühen Mittelalters mehrere Jahrhunderte hindurch die Herrschaft behaupten konnte. In der historischen Überlieferung finden sich ganz unterschiedliche, auch legendenhafte Begründungen für das postulierte Herrschercharisma der Merowinger; die bekanntesten sind das lange Königshaar und die behauptete Abstammung von einem Meerungeheuer, doch stellt sich die Frage, wie sich dies mit dem durchaus christlich begründeten Königtum der Merowinger in Übereinstimmung bringen läßt. Das Hauptseminar führt in unterschiedliche Bereiche der spätantiken und frühmittelalterlichen Geschichte ein und berücksichtigt dabei auch die durchaus wechselhafte Forschungsgeschichte.
- Lehrende/r: Wolfram Drews
- Lehrende/r: Kristin Kopf
- Lehrende/r: Theresa Schweden
Der um 1200 entstandene ›Iwein‹, ein Spätwerk Hartmanns von Aue, gehört zu den zentralen Texten des deutschen Mittelalters. Erzählt wird die Geschichte des jungen Artusritters Iwein, der durch seine Tapferkeit die schöne Landesherrin Laudine zur Frau gewinnt, sie und seine Identität durch eigenes Fehlverhalten verliert und als „Löwenritter“ in der Begleitung eines Löwen unerkannt umherzieht, bis er sich nach einer Reihe von Abenteuern, in denen er seine Eignung zum Landesherrn unter Beweis stellt, mit Laudine wieder versöhnen kann. Am Beispiel dieses Artusromans, der, wie die ›Iwein‹-Bilderzyklen des frühen 13. Jhs. in Schmalkalden und Rodenegg zeigen, schon bei den Zeitgenossen Hartmanns auf ein breites Interesse stieß, sollen grundlegende Fragestellungen der germanistischen Mediävistik behandelt werden. Die Kenntnis des Textes wird zu Semesterbeginn vorausgesetzt.
- Lehrende/r: Heike Bismark
Weil er uns immer wieder neue, spannende Perspektiven eröffnet, wird der Blick über den Tellerrand der deutschen Forschungscommunity zunehmend unumgehbar. Die französische Forschung hat sich in den Geschichtswissenschaften immer wieder als wichtiger Ideengeber hervorgetan; wir wollen uns daher mit aktuellen Ansätzen der mediävistischen Forschung in Frankreich beschäftigen.
In der Veranstaltung werden wir uns den Arbeiten einiger französischer Mediävisten nähern, ihre Texte lesen und besprechen und im Rahmen der Vortragsreihe "Junge französische Mediävisten ..." schließlich auch mit ihnen selbst über ihre Forschungstätigkeit diskutieren. Die Übung dient dabei als Einführung in die französische Mittelalterforschung; zugleich vermittelt sie grundlegende Fertigkeiten für das Verständnis und den Umgang mit fremdsprachiger Forschungsliteratur.
Die französischsprachigen Vorträge im Rahmen der Vortragsreihe „Junge französische Mediävisten zu Gast in Münster“ (insg. 4 Termine, jeweils montags 18-20 h) sind integraler Bestandteil der Veranstaltung.
- Lehrende/r: Nils Bock