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- Lehrende/r: Christina Eichhorn-Hartmeyer
- Lehrende/r: Thomas Böcker
- Lehrende/r: Thomas Böcker
Die Vorlesung Grammatikalisierung führt zum einen in einen einflussreichen Forschungsansatz der historischen Linguistik ein, der sich seit den 1980er Jahren entwickelt hat. Es geht darum, zu beschreiben, wie sich neue grammatische Einheiten entwickeln, welche Teilprozesse sich typischerweise dabei abspielen und welche Grammatikalisierungspfade im Sprachvergleich immer wieder begangen werden. Typischerweise werden grammatikalisierende Einheiten semantisch abstrakter werden (z.B. vom Bewegungsverb zum Futur-Auxiliar bei dt. werden und engl. be going to) und verlieren an phonologischer Masse (gonna).
Zum anderen und damit verzahnt werden weichenstellende Entwicklungen der deutschen Sprachgeschichte als Grammatikalisierungsprozesse analysiert, z.B. die Enststehung des Perfekts, der Wandel der Negationsmöglichkeiten und die Entstehung des Definitartikels. Aber auch Grammatikalisierungsprozesse, die gerade in Gang sind, wie das Rezipientenpassiv (?sie bekommt geholfen) oder Progressivkonstruktionen (ich bin den Hund am füttern) werden unter die Lupe genommen. Wo immer es sich lohnt, werden diese Entwicklungen vergleichend auf Dialekte des Deutschen und andere germanische Sprachen bezogen
- Lehrende/r: Antje Dammel
- Lehrende/r: Sophie Ellsäßer
- Lehrende/r: Kristin Kopf
Die Gregorius-Legende erzählt vom Leben des inzestuös gezeugten Gregorius, der ausgesetzt und in der Fremde aufgezogen wird. Auf der Suche nach seiner Bestimmung gewinnt er die Hand seiner Mutter und geht mit ihr wiederum eine inzestuöse Beziehung ein. Als die Verwandtschaft ans Licht kommt, entschließt sich Gregorius zu radikaler Buße auf einem Felsen. Wunderzeichen weisen seine Heiligkeit aus und er wird nach vielen Jahren in der Einsamkeit zum Papst erwählt.
Die Legende des Sünderheiligen Gregorius, der weder ein kirchlich autorisierter Heiliger noch ein bezeugter Papst ist, wurde vom Mittelalter bis in die Moderne vielfach bearbeitet. Im Zentrum des Seminars soll der am Ende des 12. Jhs. verfasste Legendenroman ‚Gregorius‘ Hartmanns von Aue stehen, der auf eine altfranzösische Vorlage zurückgeht und wiederum bereits zu Beginn des 13. Jhs. zur Grundlage einer lateinischen Bearbeitung wird. Im ausgehenden Mittelalter wird die Legende vom heiligen Sünder als volkssprachliche Prosaauflösung auch in das Legendar ‚Der Heiligen Leben‘ (um 1400) aufgenommen, in der Neuzeit als Volksbuch herausgegeben und schließlich 1951 von Thomas Mann in seinem Roman ‚Der Erwählte‘ bearbeitet.
Nach einer allgemeinen Auseinandersetzung mit der Thematik der Sünderheiligen, der Gattung der Legende und ihrer spezifischen Erzählverfahren sollen ausgehend von Hartmanns Werk zum einen Schwerpunkte der Forschung kritisch aufgearbeitet werden: Dazu gehören neben der Gattungszuweisung (Legende/höfischer Roman?) auch die Aspekte des Verhältnisses von Prolog und Erzählung und die fragliche Notwendigkeit des Zusammenhangs von Schuld und Buße. Zum anderen sollen Vergleiche zwischen den verschiedenen Bearbeitungen zu Neulektüren des mittelhochdeutschen ‚Klassikers‘ anregen: Welche Bearbeitungstendenzen lassen sich jeweils aufzeigen und welche Schlüsse lassen sich daraus im Hinblick auf zeitgenössische Diskurse und Funktionszusammenhänge religiöser Dichtung ziehen?
Als Textgrundlage ist anzuschaffen:
Hartmann von Aue: Gregorius. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Friedrich Neumann neu hrsg., übers. u. komm. von Waltraud Fritsch-Rößler. Stuttgart: Reclam 2011 (= Reclams Universal-Bibliothek, 18764).
- Lehrende/r: Susanne Spreckelmeier
Hans Magnus Enzensberger war einer der ersten, die Grimmelshausens Courasche positiv als Anarchistin bewerteten. Während die Courasche einerseits als allegorische Gestalt der Acedia, als „Frau Welt” oder als Hexe gesehen und anagogisch mit der Hure von Babylon verglichen wird, zeichnet die in Gender-Kategorien denkende Literaturwissenschaft das Bild einer sich emanzipierenden Frau in misogyner Gesellschaft. So stehen aktuelle (!) moraltheologische Verurteilungen dieser Romanfigur neben Ansätzen, die von der ersten sich selbst thematisierenden starken Frau in der Geschichte der neueren deutschen Literatur sprechen. Wir werden Grimmelshausens Roman einer intensiven Lektüre unterziehen und ihn dabei in den Kontext seines simplicianischen 10-Bücher-Zyklus stellen, zudem einen Bogen schlagen zum „Rathstübl Plutonis”, in dem Grimmelshausen die Figur weitererzählt. So wird sich ein spannender Blick in die Literatur der frühen Neuzeit ergeben, der die Themen Religion, Gewalt, Geschlecht und Recht in den Mittelpunkt stellt. Der Roman muss selbstverständlich bekannt sein, damit wir sinnvoll arbeiten können (Textkenntnisklausur!).
Anzuschaffen ist: Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen: Courasche / Springinsfeld / Wunderbarliches Vogelnest I–II / Rathstübel Plutonis. Text und Kommentar, herausgegeben von Dieter Breuer. Frankfurt am Main: Deutscher Klassiker Verlag 2007. (Taschenbuchausgabe 18 €).
Buchvorschläge zur Einführung: Volker Meid: Grimmelshausen. Ditzingen: Reclam 2011. Dieter Breuer: Grimmelshausen-Handbuch. München: Fink 1999.
- Lehrende/r: Ortwin Lämke
Diese Veranstaltung findet im WS nicht statt und wird erst wieder im Sommersemester 2018 angeboten.
Diese Leichtathletik-Veranstaltung orientiert sich an den Richtlinien des Deutschen Leichtathletikverbandes und den Lehrplänen der Schulen in NRW. Sie thematisiert neben ausgewählten Disziplinen vor allem die Aufarbeitung und Erprobung von Themen einer vielschichtigen und motivierenden Schul- und Vereins-Leichtathletik. Durch die Kooperation mit Münsteraner Schulen und Vereinen können auch schul- und vereinspraktische Erfahrungen gesammelt werden.
Im Rahmen der Veranstaltung ist es möglich einen Kampfrichterausweis zu erwerben. Der Lehrgang findet am Freitag, den _______ von 18-21 Uhr und Samstag, den _________ von 09-16 Uhr statt und wird Herrn Rainer Jütte geleitet und durchgeführt.
Aufgrund der Kooperationsmöglichkeiten mit der Sportmedizin, dem HSP sowie Schulen und Vereinen werden 4-6 Sondertermine innerhalb des Semsters am Nachmittag stattfinden. Ein verbindlicher Sondertermin ist die Mithilfe beim LCR am ________!!!
Ein weiterer verbindlicher Sondertermin ist die Organisation und Durchführung eines Kinder-Leichtathletik-Wettkampfes mit der Grundschule Nienberge. Der genaue Termin wird in der ersten Seminarsitzung bekanntgegeben.
Die erste Seminarsitzung findet im Seminarraum der Leichtathletikhalle statt.
- Lehrende/r: Andreas Klose
Das Seminar vertieft Themenbereiche, die im Zusammenhanag mit dem Erwerb des Deutschen als Zweitsprache in der Schule stehen. In der Hauptsache folgt die thematische Gliederung der Vorlesung, die im Ramen des DaZ-Moduls absolviert wird.
Jedoch wird der Schwerpunkt auf den Themen "Lesen und Schreiben im Unterricht" und dem "Unterrichtsdiskurs" liegen. Diese Themenschwerpunkte werfen Fragen auf, die in der Seminararbeit anhand konkreter Daten gemeinsam analysiert und diskutiert werden sollen; beispielsweise Fragen wie "Welche spezifischen Texte kommen im Deutschunterricht vor?" und "Welche Fähigkeiten und Kompetenzen verlangen diese dem ein- und zweisprachigen Schüler ab?"
Die Teilnehmer sollen durch die Seminararbeit letztlich in der Lage sein, Lehrer-Schüler-Interaktionen zu analysieren und Lese- und Schreibkompetenzen von Schülern zu beurteilen sowie diese im Hinblick auf die Rolle der Mehrsprachigkeit zu betrachten. Die Leistungserbringung besteht darin, unter Rückgriff auf die im Seminar erarbeiteten theoretischen Kenntnisse, eine schriftliche Analyse einer Lehreinheit (aus einem selbst ausgesuchten Lehrbuch) bezüglich der Vermittlung von Textkompetenzen anzufertigen.
- Lehrende/r: Yazgül Simsek
Das Hauptseminar blickt auf das Schnittfeld und den Konnex zwischen Reformationsgeschichte und frühneuzeitlicher Mediengeschichte. Der Buchdruck trug in den 1520er Jahren ganz entscheidend dazu bei, dass sich die Theologie und die Kirchenkritik der Reformation im römisch-deutschen Reich rasch ausbreiten konnten. Die neuen Kommunikations- und Informationsbedürfnisse der Reformationszeit führten zugleich aber auch dazu, dass sich das Druckwesen entwickelte und entfaltete; kleinformatige, erschwingliche, nun meist in der Volkssprache gehaltene „Flugschriften“ von überschaubarem Textumfang, die größere Adressatenkreise anzusprechen vermochten, traten in den Vordergrund.
Im Rahmen des Hauptseminars werden ausgewählte deutschsprachige Flugschriften vor allem der frühen Reformationszeit studiert und interpretiert. Außerdem beschäftigt sich das Seminar mit dem Kommunikationsgefüge, in dem die Flugschriften standen.
- Lehrende/r: Thomas Brockmann
Während die Familiensynoden 2014 und 2015 eine vorsichtige Annäherung einer größeren Akzeptanz homosexueller Identität in der Kirche den Boden bereitete (aber letztlich scheiterten) gibt es derzeit in der Kirche eine rege Diskussion darüber, ob "Segnungen" für gleichgeschlechtliche Partnerschaften möglich sein könnten. Das Seminar wird die theologischen Argumente für ein Für und Wider aufarbeiten und die Gründe für den erbitterten Streit in dieser Frage zu erhellen versuchen.
Leitung:
Dr. Andreas Heek, Kirchliche Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit in den deutschen Diözesen, Sprecher des Arbeitskreises Homosexuellenpastoral in den deutschen Diözesen
- Lehrende/r: Andreas Heek
«Forscher rekonstruieren 500 Millionen Jahre der Insektenevolution». So lautet eine Schlagzeile auf der Website der WWU Münster im Januar 2020. Auf Facebook wird das Angebot des Hochschulsports angekündigt. Pressemitteilungen informieren über wissenschaftliche Kontakte nach China, die Verleihung von hochdotierten Wissenschaftspreisen und die aktuellsten Studierendenzahlen. Im Hochschul-Magazin stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre aktuellen Forschungsvorhaben vor und der Termin für die nächste Kinderuni steht schon – Beispiele aus dem Alltag der Pressestellen und Kommunikationsabteilungen an deutschen Hochschulen. Die Bedeutung der Hochschulkommunikation ist „sowohl für die Wissenschaftsorganisationen selbst als auch für Stakeholder und die breitere Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen […]” (Fähnrich / Metag / Post / Schäfer 2019: 2). Es stellen sich also Fragen danach, auf welchen Kanälen Hochschulen heute mit welchen relevanten Zielgruppen kommunizieren, wie sie sich nach außen präsentieren, welche Rolle Journalismus und Online-Medien für Hochschulkommunikation spielen und wie die Kommunikation von Hochschulen in der Bevölkerung wahrgenommen wird. Neben der Heranführung an ein aktuelles Forschungsfeld erwartet die Teilnehmenden ein Einblick in die praktische Arbeit von Hochschulkommunikationsabteilungen.
Literatur:
Birte Fähnrich, Julia Metag, Senja Post, Mike S. Schäfer [Hrsg.] (2019): Forschungsfeld Hochschulkommunikation. Wiesbaden: Springer VS.
Studienleistungen:
Regelmäßige Lektüre, aktive Teilnahme, Referat und/oder Übung
Prüfungsleistung:
Hausarbeit oder mündliche Prüfung
- Lehrende/r: Julia Metag
Wenige Geschichtsschreiber des deutschen Hochmittelalters haben die neuere Forschung lebhafter und strittiger beschäftigt als der Prediger Helmold aus dem nordelbischen Pfarrdorf Bosau am Plöner See. Als Zeitgenosse Barbarossas und Heinrichs des Löwen verfasste er um 1167 eine „Chronica Slavorum“. Nach Person und Lebenskreis weder mit dem großen oberdeutschen Chronisten der Zeit, dem Bischof Otto von Freising, noch mit seinen sächsischen Vorgängern Widukind, Thietmar oder Adam zu vergleichen, erweist er sich doch auf seine eigene, gestaltvoll schildernde Art als einer der Meister historischer Darstellung im hohen Mittelalter. In seinem Werk beschreibt Helmold die Geschichte der Bekehrung der Slawen nördlich der Elbe. Fernab aller Exkurse in die Reichsgeschichte und nordische Geschichte, steht das Thema der Slawen an zentraler Stelle, viel zentraler als im Werk Adams von Bremen oder Arnolds von Lübeck. Es ist somit die wichtigste erzählende Quelle zu den Slawen in dieser Region. Auch wenn das Bild der Slawen bei Helmold insgesamt eher negativ ist, wird es doch in der persönlichen Begegnung und in der Schilderung der einzelnen Situationen doch differenzierter. In der Veranstaltung werden jeweils ausgewählte Ausschnitte aus dem genannten Werk gelesen und anschließend diskutiert. Da eine deutsche Übersetzung zur Verfügung steht, ist eine Kenntnis der lateinischen Sprache nicht Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme.
- Lehrende/r: Martin Koschny
Aus einer ottonischen Königspfalz entwickelte sich die Reichsstadt Mühlhausen in Thüringen mit ihren vielen Pfarrkirchen, Hospitälern und Klöstern sowie vor allem einer mächtigen Präsenz des Deutschen Ordens. Der städtische Raum gliederte sich im Spätmittelalter in eine Ober- und eine Unterstadt, um die sich seit dem Mauerbau (etwa 1200) ein Ring von Vorstädten gebildet hatte. Inwiefern spiegelt dieses heterogene Gebilde soziale Teilräume und Ungleichheiten wieder? Was geben die Quellen über die Einwohner und ihre Wohnorte preis? Wie verteilten sich Wohlstand und Berufsgruppen in der Stadt?
Solchen Fragen nach der Sozialtopographie der Stadt geht die Summer School nach und verbindet dabei ‚klassische‘ und computergestützte Forschungsmethoden. Die Veranstaltung eröffnet Interessierte dieses städtegeschichtliche Arbeitsfeld und führt in Grundprobleme der Digital Humanities ein – die Möglichkeiten und Voraussetzungen digitaler Datenanalyse, Datenstrukturierung und vor allem die Benutzung des Geoinformationssystems QGIS. Aus den spätmittelalterlichen Steuerregistern des Stadtarchivs Mühlhausen werden gemeinsam Daten erhoben und so aufbereitet, dass mittels der GIS-Analyse neuen Erkenntnisse gewonnen und in Karten dargestellt werden.
Von den TeilnehmerInnen wird intensive Mitarbeit bei der Quellentranskription und die Übernahme eines Kurzreferates erwartet, Kenntnisse in (Geo-)Informatik werden nicht vorausgesetzt.
Planmäßig startet die Summer School mit einer bezuschussten Exkursion nach Mühlhausen zur Besichtigung des historischen Stadtkerns (zweitgrößtes Flächendenkmal in Thüringen) und der bemerkenswerten Bestände des Stadtarchivs. Die Durchführung der Exkursion ist derzeit aufgrund der mit der Coronakrise verbundenen Einschränkungen nicht gesichert. Die Lehrveranstaltung an sich wird – je nach Bedarf – gegebenenfalls auf entsprechende Online-Formate umgestellt. Näheres dazu wird so bald wie möglich bekannt gegeben.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung per Mail (stracked[a]uni-muenster.de) ist erforderlich.
Eine gemeinsame Lehrveranstaltung des Historischen Seminars und des Instituts für vergleichende Städtegeschichte.
- Lehrende/r: Colin Arnaud
- Lehrende/r: Tobias Kniep
- Lehrende/r: Daniel Stracke
Seminarbeschreibung:
Das Hörspiel ist primär eine Zeitkunstform: Es entfaltet seinen Bedeutungsgehalt auf akustischem Wege in und mit der Zeit. Anders als beispielsweise ein Gemälde entzieht es sich damit tendenziell der statisch-kontemplativen Beobachtung durch das analytische Subjekt und erfordert einen spezifischen Zugang für seine wissenschaftliche Erschließung und Interpretation, der zumeist in der Überführung des akustischen, zeitlich flüchtigen Informationsgehalts in einen spatialen, graphisch fixierten besteht. Unterschiedliche Verfahren einer solchen wissenschaftlichen Annäherung an das Hörspiel haben sich im Laufe der Jahre etabliert. Indem diese Methoden jedoch ihren Analysegegenstand in ein anderes, in der Regel nicht-akustisches System übersetzen und sich dabei in jedem Fall auf bestimmte Aspekte des Ausgangsmaterials konzentrieren (müssen), erstellen sie alle abstraktive Modelle ihres Forschungsobjektes, die dieses immer nur näherungsweise und nur partiell erfassen können. Eine Kombination verschiedener Untersuchungsverfahren erlaubt so zumindest eine tiefergehende und multiperspektivische Erfassung des jeweiligen Hörspiels.
Das Seminar vermittelt zunächst eine Kenntnis der grundlegenden medienkonstitutiven Bestandteile des Hörspiels, ihrer Funktionsweisen und Einsatzmöglichkeiten, ein Verständnis für die hörspielspezifischen Analysekategorien sowie ein Bewusstsein für den Aufbau, die Struktur, die Tektonik und die Funktionsweise von Hörspielen aus dem narrativen und akustisch-künstlerischen Bereich. Im Anschluss daran werden verschiedene Möglichkeiten der wissenschaftlichen Rekonstruktion von Hörspielen in Form von Verschriftlichung, Visualisierung und Schematisierung vor- und zur Diskussion gestellt. Diese werden von den Seminarteilnehmer_innen dann auf konkrete Hörspielbeispiele angewandt, womit nicht nur eigene Erfahrungen mit der Hörspielanalyse gesammelt, sondern auch die Potentiale und Grenzen derselben erfahren werden sollen. Auf diesem Wege vermittelt das Seminar einen Einblick in die verschiedenen Ausprägungsformen des Hörspiels und stattet die Seminarteilnehmer_innen mit hörspieltheoretischen und -analytischen Kompetenzen aus. Ziel des Seminares ist es dabei auch, das Gehör auf die verschiedenen, besonderen Kommunikationsebenen eines Hörspiels hin zu schulen, Fertigkeiten in der Beschreibung und Interpretation dieser Ebenen zu vermitteln sowie einen wissenschaftlich-reflektierten Umgang mit Audiotexten zu entwickeln.
Das Seminar richtet sich in erster Linie an Studierende, die eine Studienleistung in Form einer Sitzungsgestaltung erbringen möchten.
Literaturempfehlungen:
Götz Schmedes: Medientext Hörspiel. Ansätze einer Hörspielsemiotik am Beispiel der Radioarbeiten von Alfred Behrens. Münster 2002.
Armin P. Frank: Das Hörspiel. Vergleichende Beschreibung und Analyse einer neuen Kunstform durchgeführt an amerikanischen, deutschen, englischen und französischen Texten. Heidelberg 1963.
Elke Huwiler: Erzähl-Ströme im Hörspiel. Zur Narratologie der elektroakustischen Kunst. Paderborn 2005.
Antje Vowinckel: Collagen im Hörspiel. Die Entwicklung einer radiophonen Kunst. Würzburg 1995.
Hans Emons: Montage – Collage – Musik. Leipzig 2009.
Martin Maurach: Das experimentelle Hörspiel. Eine gestalttheoretische Analyse. Wiesbaden 1995.
Dieter K. Müller, Esther Raff (Hg.): Praxiswissen Radio. Wie Radio gemacht wird – und wie Radiowerbung anmacht. Wiesbaden 2007.
Alice Elstner: Der Einsatz der Stimme im Hörspiel. Theorie und Praxis. Saarbrücken 2010.
Rainer Hannes: Erzählen und Erzähler im Hörspiel. Ein linguistischer Beschreibungsansatz. Marburg 1990.
Steve Ahern: Making Radio. A Practical Guide to Working in Radio. North Ryde 2000.
Vito Pinto: Stimmen auf der Spur. Zur technischen Realisierung der Stimme in Theater, Hörspiel und Film. Bielefeld 2012.
- Lehrende/r: Matthias Hänselmann
Was wird im bekenntnisgebundenen islamischen Religionsunterricht in Schulen und im Studium der islamischen Theologie vermittelt und diskutiert? Warum steht Islam auf dem Stundenplan? Wie ist der Prozess der Akademisierung des Islam in Deutschland nachzuzeichnen und was hat er auszusagen? Warum ist es überhaupt wichtig, dass sich der Islam akademisiert und in Hochschulen und Schulen seinen Platz findet? Das Seminar beschäftigt sich mit diesen Fragen, gibt einen Überblick in die Themen und öffnet Spannungsfelder, in denen sich die islamische Theologie und der islamische Religionsunterricht befinden. Ziel des Seminars ist es, einen Einblick in ein recht komplexes Themenfeld zu geben sowie neben den inhaltlichen und strukturellen Fragen die politischen Zusammenhänge und die Rechtslage zu beleuchten. Darüber hinaus erwerben Studierende die Fähigkeit des methodenkritischen Umgangs mit „Islam-Themen“. Kenntnisse aus der qualitativen empirischen Sozial- bzw. Religionsforschung sind von Vorteil, da gemeinsam Zeitungs- und Interviewausschnitte analysiert und ausgewertet werden, jedoch nicht zwingend erforderlich.
- Lehrende/r: Musa -
- Lehrende/r: Sevde Arslan
- Lehrende/r: Narin Atalan
- Lehrende/r: Rabiya Aygün
- Lehrende/r: Asligül Aysel
- Lehrende/r: Emine Barlas
- Lehrende/r: Natalie Elena Bick
- Lehrende/r: Annika Bonhoff
- Lehrende/r: Ayse Beyza Candan
- Lehrende/r: Jan-Ulrich Georg Dittmer
- Lehrende/r: Luisa Marie Droste
- Lehrende/r: Sibel Geldi
- Lehrende/r: Dominik Goris
- Lehrende/r: Beyza Güclü
- Lehrende/r: Muhammed Mustafa Gümüs
- Lehrende/r: Semiha Gündogan
- Lehrende/r: Till Holdschlag
- Lehrende/r: Sabrin Ibrahim
- Lehrende/r: Zehra Kücük
- Lehrende/r: Charlotte Lehmkuhle
- Lehrende/r: Ida Letic
- Lehrende/r: Eva Lorei
- Lehrende/r: Kerrin Sabine Marpe
- Lehrende/r: Lena Metzler
- Lehrende/r: Sevda Mutlu
- Lehrende/r: Jule Onken
- Lehrende/r: Aleyna Sahin
- Lehrende/r: Viviane Schlattmann
- Lehrende/r: Tillmann Emanuel Schönewolf
- Lehrende/r: Clara Luise Sesterhenn
- Lehrende/r: Nisa Sönmez
- Lehrende/r: Lukas Tamms
- Lehrende/r: Nathalie Thiele
- Lehrende/r: Aslihan Ünver
- Lehrende/r: Lisa Veers
- Lehrende/r: Yannik Venhoff
- Lehrende/r: Charlotte Weinert
- Lehrende/r: Harun Yapar
- Lehrende/r: Pia Zinselmeier
Auf 50 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
In diesem Seminar wird die Schule als eine pädagogische Institution in den Blick genommen. Sie wird im ersten Teil des Seminars von anderen Institutionen und Organisationen unterschieden; dadurch werden schon einige Merkmale pädagogischer Institutionen genannt, die für die pädagogische Arbeit von großer Bedeutung sind. Pädagogisches Handeln in Organisationen/Institutionen sowie ihre Rahmenbedingungen bilden den Gegenstand des zweiten Teils des Seminars, dabei werden die Spannungen aufgrund unterschiedlicher Anforderungen diskutiert. Abschließend, soll drittens anhand neuerer Ergebnisse der deutschen sowie der angloamerikanischen Forschung thematisiert werden, wie die Schule als organisierte Institution – positive oder negative – Effekte auf den Schul(miss)erfolg bestimmter Schülerpopulationen haben kann.
- Lehrende/r: Marcelo Parreira do Amaral
Die Übung beschäftigt sich mit den zahlreichen Jugend- und Reformbewegungen, die sich in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts insbesondere im Deutschen Kaiserreich bzw. der Weimarer Republik in großer Vielzahl entwickelten und organisierten, die als eigenständige Bewegungen 1933 vom national-sozialistischen Regime verboten wurden und sich nach 1945 teilweise neu formierten. Ziel der Übung ist es, die Hintergründe ihrer Entstehung, ihre jeweiligen ideellen Grundlagen und Anliegen sowie Organisationsformen und Bedeutungen bis 1933 näher und im Vergleich zu erfassen. Untersucht werden diesbezüglich verschiedene, nicht immer klar zu trennende Jugendbewegungen (u.a. Freideutsche Jugend, Wandervogel), Lebensreformbewegungen (u.a. betr. Naturheilkunde, Vegetarismus, Gartenstadt, Freikörperkultur), sozialpolitische und wirtschaftspolitische Bewegungen (u.a. Genossenschaftsbewegung, Landkommunebewegung, „natürliche Wirtschaftsordnungsbewegung“) sowie verschiedene neureligiöse bzw. spirituelle Bewegungen.
- Lehrende/r: Rolf Ahmann
- Lehrende/r: Justus Breitzmann
- Lehrende/r: Sebastian Lübken
Kurszielsetzung: Verbesserung der schriftlichen Ausdrucksfähigkeit beim Verfassen fachbezogener Texte
Kursschwerpunkte: Verfassen von einfachen Texten mit fachbezogenen Inhalten wie z.B. Zusammenfassung und Stellungnahme zu kürzeren fachbezogenen Texten, Erstellen von Lösungsskizzen und Gutachten wie sie in Klausuren erwartet werden; Behandlung von Textbauphänomenen; stilistische und grammatische Besonderheiten von Fachtexten. In diesem Kurs soll universitätsspezifisches Schreiben geübt werden, wie es für die Erstellung einer Seminararbeit sowie für das Schreiben von Klausuren notwendig ist. Darunter ist nicht nur zu verstehen, grammatisch fehlerfrei zu schreiben. Vielmehr müssen Besonderheiten des Textaufbaus und des Stils, aber auch Schreibkonventionen des deutschen Sprachraums beachtet werden.
Im Mittelpunkt des Kurses stehen deshalb Übungen zu folgenden Bereichen: Lektüre und Verarbeitung wissenschaftssprachlicher Texte; Zusammenfassung von Texten, Ergebnissen etc.; Paraphrasieren; Zitieren; ggf. Gliedern wissenschaftlicher Texte; Stilkonventionen wiss. Texte
Während des Unterrichts werden kleinere Texte geschrieben.
- Lehrende/r: Lothar Bunn
- Lehrende/r: Gabriel-Murat Kacik
Kurszielsetzung: Vermittlung juristisch-studienbezogener Inhalte und Verbesserung des Leseverständnisses von juristischen Textsorten, insbesondere juristischer Vorschriften und Fachtexte. Erlernen und Anwenden von besonderen juristischen grammatischen Strukturen. Entwicklung des Verständnisses der Grammatik im juristischen Zusammenhang. Unterrichten der Lehrinhalte in fachlicher, methodischer und sprachlicher Hinsicht. Kursschwerpunkte: Einführung in den Aufbau und die Struktur des deutschen Rechtssystems. Vermittlung juristischer Grundlagen, u.a. Gewaltenteilung, Gesetzgebungskompetenz, Gesetzge-bungsverfahren, Gerichtsaufbau. Erlernen der sprachlichen Struktur von Rechtsnormen. Erschließung wesentlicher Elemente des BGB, also Vertragsschluss, Anfechtung, Geschäftsfähigkeit und Stellvertretung. Obligatorisch für die Studierenden ist das kurstragende Lehrwerk von Lothar Bunn und Gabriel Kacik. Die Bewertung der Klausur zum Abschluss des Seminars orientiert sich an den Anforderungen auf dem Niveau C1.
- Lehrende/r: Gabriel-Murat Kacik
Auf 35 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl; Anmeldung erforderlich!
Leistungen von Schülerinnen und Schülern zu bewerten ist eine zentrale Aufgabe von Lehrerinnen und Lehrern - am Berufskolleg ebenso wie an allen anderen Schulformen und Schulstufen. Deshalb müssen in der Lehrerbildung Kompetenzen im Bereich der pädagogischen Diagnostik entwickelt werden. Im Seminar sollen sowohl allgemeine, schulformübergreifende Grundsätze der Leistungsbewertung (Gütekriterien der Leistungsmessung, Bezugsnormen der Leistungsbeurteilung, gesellschaftliche und pädagogische Funktionen der Leistungsbewertung, Fehlerquellen bei der Leistungsfeststellung, Problematik der Ziffernzensuren, alternative Bewertungsformen etc.) erarbeitet als auch spezifische Herausforderungen diagnostischen Handelns am Berufskolleg behandelt werden (Trennung von betrieblichem und schulischem Lernen und abschlussbezogenem Prüfen im Dualen System, die besondere Erfordernis handlungsorientierter, produkt- und praxisbezogener Bewertungsarten, kompetenzorientiertes Prüfen im Hinblick auf die Bewältigung beruflicher Anforderungen, Nutzung des Deutschen und des Europäischen Qualifikationsrahmens – DQR und EQR).
In der Lehrveranstaltung werden der Forschungsstand der pädagogischen Diagnostik aufgearbeitet und zudem didaktisch-methodische Möglichkeiten der Bewertungspraxis vorgestellt und diskutiert. Dies soll in der Perspektive geschehen, allmählich ein Verständnis von lediglich abschließender Leistungsfeststellung zu überwinden und diagnostische und prozessbezogene Leistungskommunikation als unverzichtbaren Bestandteil der Förderung von Lernprozessen der Schülerinnen und Schüler zu etablieren. Dazu gehören unter anderem die Arbeit mit Kompetenzrastern, die Pflege einer Feedbackkultur und die aktive Mitwirkung der Lernenden an der Bewertung ihrer Leistungen.
Zu Beginn des Wintersemesters wird ein Reader mit Basismaterialien und eine Seite zum Seminar im Learnweb zur Verfügung stehen.
Studentische Leistungssformen:
Nach Wahl entweder ein mündliches Referat (ca. 20 Minuten) mit Folienpräsentation oder Thesenpapier als unbenotete Studienleistung oder eine benotete Prüfungsleistung als MAP in Form einer schriftlichen Präsentation (ca. 10 Seiten). Diese schriftliche Präsentation besteht aus einer Ausarbeitung zu einem zuvor im Seminar mündlich gehaltenen Referat.
- Lehrende/r: Hans-Joachim von Olberg
Bei regelmäßiger Teilnahme können TN erworben werden.
Dieser Kurs richtet sich an Studierende, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, und die ihre Deutschkenntnisse verbessern möchten, um erfolgreicher über Kunst und ihre Arbeit kommunizieren zu können. Neben Diskussionen über die künstlerische Arbeit der Teilnehmenden werden (je nach Bedarf) spezifische Grammatikthemen behandelt und das (kunstbezogene) Vokabular erweitert.
Sinnvoll ist der Besuch des Kurses ab Niveau B1 (pre-intermediate, intermediate).
Anmeldung:
Vor der ersten Sitzung bitte ich alle Interessierten mir eine kurze E-Mail (raschu@wwu.de) zu schicken und folgende Fragen zu beantworten. Die Antworten helfen mir, den Kurs besser an die Bedürfnisse der TeilnehmerInnen anzupassen.
1. Hintergrund: a) Kurzbiografie b) Warum studieren Sie Kunst? c) Deutschkenntnisse
(Schulbildung, Auslandsaufenthalte, anderes)
2. Was möchten Sie in diesem Kurs lernen? Warum haben Sie den Kurs gewählt?
3. Worüber möchten Sie in diesem Kurs gern sprechen (Themen, Grammatik)?
4. Was möchten Sie (sofern nicht oben erwähnt) in diesem Kurs gern behandeln,
bzw. was finden Sie an der deutschen Sprache besonders schwierig?
- Lehrende/r: Uwe Rasch
Diese Leichtathletik-Veranstaltung orientiert sich an den Richtlinien des Deutschen Leichtathletikverbandes und den Lehrplänen der Schulen in NRW. Sie thematisiert neben ausgewählten Disziplinen vor allem die Aufarbeitung und Erprobung von Themen einer vielschichtigen und motivierenden Schul- und Vereins-Leichtathletik. Durch die Kooperation mit Münsteraner Schulen und Vereinen können auch schul- und vereinspraktische Erfahrungen gesammelt werden.
Die erste Seminarsitzung findet im Seminarraum der Leichtathletikhalle statt.
Wichtiger Hinweis. Der Blocktermin ist verbindlich! Wer am Blocktermin nicht erscheinen kann, kann den Kurs nicht anerkannt bekommen, da insgesamt eine 80%ige aktive Anwesenheitspflicht besteht! Ebenso ist ein Wechsel des Blocktermins auf den zweiten LA-Kurs nicht möglich!!! Bitte das unbedingt bei der Kurswahl bedenken!
Im laufenden Semester werden Teilprüfungen (Theorie und Praxis) abgelegt. Am Ende des Semesters erfolgt während der beiden Prüfungswochen eine praktische Prüfung (Technikprüfung). Die Technikprüfung findet zur Seminarzeit in der ersten Prüfungswoche statt.
Im Rahmen des Seminars wird eine gemeinsame Theorieveranstaltung aller LA-Seminare angeboten. Die Theorieveranstaltungen finden mittwochs (08.04, 15.04, 22.04, 29.04) von 18:00-20:00 im Leo 21 statt.
Aufgrund der Kooperationsmöglichkeiten mit der Sportmedizin, dem HSP sowie Schulen und Vereinen können 3-4 Sondertermine innerhalb des Semesters am Nachmittag stattfinden.
- Lehrende/r: Andreas Klose
Diese Leichtathletik-Veranstaltung orientiert sich an den Richtlinien des Deutschen Leichtathletikverbandes und den Lehrplänen der Schulen in NRW. Sie thematisiert neben ausgewählten Disziplinen vor allem die Aufarbeitung und Erprobung von Themen einer vielschichtigen und motivierenden Schul- und Vereins-Leichtathletik. Durch die Kooperation mit Münsteraner Schulen und Vereinen können auch schul- und vereinspraktische Erfahrungen gesammelt werden.
Die erste Seminarsitzung findet im Seminarraum der Leichtathletikhalle statt.
Wichtiger Hinweis. Der Blocktermin ist verbindlich! Wer am Blocktermin nicht erscheinen kann, kann den Kurs nicht anerkannt bekommen, da insgesamt eine 80%ige aktive Anwesenheitspflicht besteht! Ebenso ist ein Wechsel des Blocktermins auf den zweiten LA-Kurs nicht möglich!!! Bitte das unbedingt bei der Kurswahl bedenken!
Im laufenden Semester werden Teilprüfungen (Theorie und Praxis) abgelegt. Am Ende des Semesters erfolgt während der beiden Prüfungswochen eine praktische Prüfung (Technikprüfung). Die Technikprüfung findet zur Seminarzeit in der ersten Prüfungswoche statt.
Im Rahmen des Seminars wird eine gemeinsame Theorieveranstaltung aller LA-Seminare angeboten. Die Theorieveranstaltungen finden mittwochs (08.04, 15.04, 22.04, 29.04) von 18:00-20:00 im Leo 21 statt.
Aufgrund der Kooperationsmöglichkeiten mit der Sportmedizin, dem HSP sowie Schulen und Vereinen können 3-4 Sondertermine innerhalb des Semesters am Nachmittag stattfinden.
- Lehrende/r: Andreas Klose
Wie aktuelle Forschungen zeigen, sind Praktiken des religiösen Lesens eine der wichtigsten und dynamischsten Frömmigkeitsformen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit: Nicht nur Geistliche, sondern zunehmend auch Laien waren seit der Mitte des 14. Jahrhunderts funktional lesefähig und setzten sich eigenständig mit religiösen Traditionen auseinander. Dazu wurden religiöse Texte verstärkt in die Volkssprachen übersetzt. Klöster und Kirchen blieben so zwar weiterhin wichtigste Produzenten religiöser Texte. Doch gerade städtische Klöster standen in engen Beziehungen mit den zunehmend literaten Laien, denen sie religiöses Wissen vermittelten. Zeitgenössische religiöse Normen eigneten sich sowohl Klosterinsassen wie Laien etwa häufig am Beispiel von Heiligenleben an. Durch die beginnende Reformation und Gegenreformation verstärkten sich die Beziehungen zwischen Kloster und Außenwelt häufig noch.
Das Masterseminar kombiniert die Frage nach Lesekulturen der Zeit mit einer praxisorientierten Herangehensweise und lädt ein, sich anhand eines konkreten und praktischen Beispiels mit dem Lesen im Kloster um 1500 auseinanderzusetzen. Basis ist die Untersuchung einer einzelnen Handschrift der ULB Münster, einem frühneuhochdeutschen „Lesebuch" aus der Kartause St. Barbara in Köln mit mehreren Heiligenleben von besonderer Bedeutung für die Ordensgeschichte (Hl. Bruno, Hl. Hugo von Lincoln).
Die Veranstaltung führt zunächst in die Beschreibung und Transkription spätmittelalterlicher Handschriften ein. Unter Anleitung eignen sich dabei alle Teilnehmer/innen die nötigen Kenntnisse an, um selbständig Textpassagen zu transkribieren und aus einer Dialektform des Frühneuhochdeutschen in heutige Sprache zu übersetzen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kontextualisierung der Handschrift, wozu auf der Basis aktueller Forschungen einerseits die Kölner Kartause, der Kartäuserorden und die kartäusische Hagiographie, andererseits aber Frömmigkeits- und Lesepraktiken um 1500 diskutiert werden. Abschließend werden Editionsmöglichkeiten einschließlich der digitalen Edition erörtert. Als schriftliche Leistungen sind sowohl eher praxisorientierte editorische wie forschungsorientierte Hausarbeiten möglich.
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme ist die aktive Mitarbeit im Seminar, die regelmäßige Lektüre von Forschungsliteratur, die eigene Präsentation und vor allem die Bereitschaft, sich aktiv mit der Transkription einer mittelalterlichen Handschrift und dem frühneuhochdeutschen Text auseinanderzusetzen. Für einige Seminarthemen sind zusätzlich funktionale Lateinkenntnisse nötig.
- Lehrende/r: Sita Steckel
Welche kognitiven Prozesse stehen hinter dem Lesen und Schreiben und welchen Einfluss hat die Mehrsprachigkeit auf den Erwerb der deutschen Schriftsprache? In diesem Seminar werden sich die Studierenden mit der Rolle von Phonetik und Phonologie im Orthographie- und Schrifterwerb beschäftigen. Außerdem werden die Seminarteilnehmer den Prozess des Leseverstehens aus der kognitiven Perspektive näher kennenlernen. Erkenntnisse aus diesen linguistischen Bereichen werden zusammen mit Beispielen aus DaZ-Lehrwerken untersucht und es wird über Fördermöglichkeiten und didaktische Aspekte des mehrsprachigen Schrifterwerbs diskutiert.
- Lehrende/r: Anna Greilich
Sprachwissenschaft und Übersetzungswissenschaft sind zwei eigenständige Disziplinen mit unterscheidbaren Erkenntnisinteressen und mit inzwischen oft auch institutioneller Trennung an Universitäten. Da das Übersetzen aber eine Handlung darstellt, die auf Sprachliches ausgerichtet ist, weisen die wissenschaftliche Untersuchung des Übersetzungsprozesses und seines Ergebnisses sowie die seriöse Formulierung von Übersetzungskritik eine linguistische Komponente auf. Um diesen Beitrag, den die Linguistik zur sprachpaarbezogenen Übersetzungsforschung und zur Übersetzungskritik leisten kann, wird es in diesem Seminar gehen. Auf der Grundlage ausgewählter Übersetzungstheorien werden wir Ausgangs- und Zieltexte (Übersetzungen aus dem Spanischen ins Deutsche oder aus dem Deutschen ins Spanische) vergleichen und die Übersetzungen bewerten. Dabei werden Sie Ihre Kenntnisse zu unterschiedlichen linguistischen Teildisziplinen vertiefen können. Behandelt werden Exemplare verschiedener Textsorten, auch sogenannte audiovisuelle Texte wie Spielfilme.
Einführende Lektüre: Albrecht, Jörn (22013), Übersetzung und Linguistik, Tübingen, Narr, 23-36. Das Passwort für das Learnweb erhalten Sie nach der Anmeldung, die Lektüre wird dort bereitgestellt.
Leistungsnachweis (Aufbaumodul): PS Sprachwissenschaft I (BA 2018): Hausarbeit; PS Sprachwissenschaft II (BA 2018): Referat; PS Sprachwissenschaft (LABG 2009): Referat und Hausarbeit. Für den Erwerb des Leistungsnachweises oder die Vorbereitung auf die MAP ist eine regelmäßige und aktive Teilnahme von Vorteil.
Anmeldung: nur per E-Mail (ablum@uni-muenster.de). Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie das Seminar als PS I (BA 2018), PS II (BA 2018), PS (LABG 2009) oder als Übung im Vertiefungsmodul belegen wollen.
- Lehrende/r: Andreas Blum
Jürgen Habermas bezeichnete 1981 sein Projekt einer „Theorie des kommunikativen Handelns” im Vorwort zur ersten Auflage als den „Anfang einer Gesellschaftstheorie, die sich bemüht, ihre kritischen Maßstäbe auszuweisen”. Dies war damals auch als ein Seitenhieb gegen die „alte” Tradition der Kritischen Theorie zu verstehen, die insbesondere mit Theodor W. Adorno und Max Horkheimer verbunden wird und den eigenen Kritikbegriff nicht ausreichend explizit gemacht habe. Axel Honneth ging dann in einem Beitrag zur „Deutschen Zeitschrift für Philosophie” im Jahre 2000 noch einen methodologischen Schritt weiter, indem er die übergreifenden „Idee der Kritik in der Frankfurter Schule” als die eines normativ-rekonstruktiven Verfahrens auswies, die zugleich unter einem „genealogischen Vorbehalt” stehe. Damit wird in den jüngeren Generationen der Kritischen Theorie eine Brücke geschlagen zu sprach- und handlungstheoretischen (Habermas), methodologischen (Honneth) und genealogischen (Foucault) Begründungsmodellen für den Aufweis der eigenen normativen Prämissen, Ideale und Standpunkte.
Grundsätzlich wird mit diesen Einwürfen auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass eine Philosophie mit gesellschaftskritischem Anspruch die eigenen Prämissen und Standpunkte ihres normativen Blicks auf Gesellschaftsstrukturen und -phänomene einschließlich Politik, Ökonomie oder Wissenschaft auszuweisen habe. Entsprechend wollen wir in diesem Seminar der Frage nachgehen, was Kritische Theorie in methodischer Hinsicht eigentlich ausmacht und welche normativen Ressourcen sie sich für ihre kritischen Gesellschaftsanalysen zunutze macht, ob implizit oder explizit. Dafür wenden wir uns sowohl zentralen Texten der frühen Kritischen Theorie als auch jüngeren Ansätzen zu, die das Projekt unter gegenwärtigen Vorzeichen zu aktualisieren und im Sinne einer sozialphilosophischen Diagnostik anzuwenden versuchen.
Das Seminar findet als Blockveranstaltung im Landhaus Rothenberge in Wettringen statt. Da es sich um eine Exkursion handelt, besteht Anwesenheitspflicht. Aufgrund der begrenzten Anzahl von Übernachtungs- und Arbeitsmöglichkeiten in Rothenberge ist die Anzahl der teilnehmenden Studierenden auf maximal 20 beschränkt. Die gemeinsame Anreise nach Rothenberge erfolgt am Montag, den 21.09.2020 vormittags. Die Abreise erfolgt am Donnerstag, den 24.09.2020 zum späten Nachmittag.
Zu einer informierenden Veranstaltung laden Frau Dübgen und Herr Thein am Freitag, 17. April um 12.30 Uhr in DPL 23, Besprechungsraum 315 ein, um die Interessierten inhaltlich über den Seminarplan und die Vorbereitung sowie organisatorisch über Transport, Unterkunft und Unkostenbeiträge in Kenntnis zu setzen. Eine verpflichtende Anmeldung zum Blockseminar ist während dieser Veranstaltung oder im Nachgang bis zum 30.04.2020 an die Mailadressen der Veranstalter*innen möglich.
- Lehrende/r: Franziska Dübgen
- Lehrende/r: Christian Thein
So geht es nicht weiter! Die Reform von Kirche und Reichen ist eines der prägenden Themen des 11. Jahrhunderts. Die sogenannte Gregorianische Reform formte die Perspektive der Zeitgenossen auf den Zustand ihrer Gegenwart und strukturiert mit anderen Reformen noch heute unser Verständnis vom Mittelalter als einer dynamischen Epoche. Jedoch wurde die Reformbewegung im Kontext der verschiedenen europäischen Königreiche ganz unterschiedlich ausgetragen und auch von der Forschung verschiedenartig eingeordnet. Stand in der deutschen Forschung die institutionelle Auseinandersetzung zwischen Papst und Kaiser („Gang nach Canossa“) lange Zeit im Vordergrund, interveniert die Reform in Frankreich am Ende eines Zeitraums, der in der französischen Forschung lange Zeit als „chaotisch“ beschrieben wurde, weshalb der Reform eine befriedigende Rolle zugesprochen werden konnte. Eine geringere Bedeutung kommt ihr im Königreich England zu, wo der Einfluss der Reform vor dem Hintergrund der normannischen Eroberung und dem Umbau der englischen Gesellschaft erscheint. Bei aller Differenz wird von vielen Autoren der Versuch unternommen eine wohl durchdachte Ordnung der Gesellschaft aufzuschreiben, zu konzeptualisieren und zu imaginieren, deren Resultate sowohl die Wahrnehmung der Zeitgenossen formten als auch unsere Wahrnehmung vom Mittelalter prägen.
Ausgehend von neueren Forschungsdiskussionen über die Zeit von 9. Jahrhundert bis zum Ersten Kreuzzug werden wir die verschiedenen Forschungstraditionen einordnen und zugleich ein Überblick über politische, religiöse und soziale Grundstrukturen des 11. Jahrhunderts erarbeiten. An einschlägigen Quellen und Materialen werden wir dabei Techniken des historischen Arbeitens vorstellen und einüben. Die Veranstaltung stellt zugleich eine Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte dar und macht mit wichtigen Fragestellungen und Hilfsmitteln des Faches vertraut.
- Lehrende/r: Nils Bock
Seit gut 20 Jahren haben sich die Bemühungen zum Schutz des Niederdeutschen in den norddeutschen Bundesländern deutlich verstärkt. Hintergrund ist nicht zuletzt der Umstand, dass das Niederdeutsche als Regionalsprache politisch unter den Schutz der sog. EU-Charta für Regional- und Minderheitensprachen gestellt wurde. Dieser umfasst sowohl die Stärkung von Bemühungen zur kulturellen Entfaltung der Sprache in den Medien (einschließlich Theater, Literatur, Rundfunk) und im öffentlichen Raum (z.B. als zugelassene Sprache vor Behörden), sondern auch die Frage, wie im Bildungsbereich (Universität, Schulen) mit dem Niederdeutschen umgegangen werden soll. Norddeutsche Bundesländer wie Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und zuletzt Niedersachsen haben Initiativen ergriffen, um Niederdeutsch als Schulfach zu installieren.
Das Seminar hat folgende Ziele: Zunächst soll einführend auf das Niederdeutsche (Geschichte, Struktur) und seinen Status eingegangen werden. Anschließend wird auf die Frage der Behandlung der Niederdeutschen in der Schule eingegangen, wobei ein Schwerpunkt auf die Situation in NRW gelegt wird. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen der Behandlung der Sprache im Kontext von inhaltlichen Schwerpunkten des Deutschunterrichts (Reflexion über Sprache, Sprachgeschichte) und dem Aspekt des Sprachenlernens, welches an Schulen in NRW in erster Linie in Form von AGs geschieht. Es sollen bereits existierende Unterrichtsmaterialien gesichtet sowie Materialien zum Sprachenlernen selbst entwickelt werden.
- Lehrende/r: Jorma Timo Huckauf
- Lehrende/r: Helmut Spiekermann
Im 19. Jahrhundert konkurrierten in Deutschland sehr verschiedene und zum Teil gegensätzliche Bildungsvorstellungen und Pädagogikentwürfe, die sich teils auf das Erbe des Aufklärungszeitalters bezogen, teils im vehementen Widerspruch dazu formuliert wurden. Nach dem Untergang des älteren deutschen Reiches im Jahr 1806 versuchten Bildungsreformer wie Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Immanuel Niethammer und Wilhelm von Humboldt Deutschland als Bildungsmacht neu zu begründen, wobei Preußen und Bayern ganz unterschiedliche Wege gingen. Im Zuge der Revolution von 1848 wurde dann erstmals auch ein demokratisch-republikanisches Bildungssystem entworfen, das aber das Jahr 1849 nicht überdauerte. Nach der gescheiterten Revolution blieb der Pädagoge Adolph Diesterweg als entschiedener Gegner Bismarcks einer der wichtigsten Fürsprecher einer liberalen Schulreform. Die Vorlesung behandelt die wichtigsten Grundzüge und Leitmotive des Bildungsdiskurses zwischen Neuhumanismus und beginnender Reformpädagogik.
Leistungen: Studienleistung (60-minütiger Test); Prüfungsleistung (90-minütige Klausur)
- Lehrende/r: Jürgen Overhoff