Gegenstand des Hauptseminars ist die Geschichte des Wirtschaftswachstums in europäischer Perspektive während der Industrialisierung. Die Themen sind u.a.: Agrarproduktivität, demographischer Übergang, internationaler Handel, struktureller Wandel, Urbanisierung, Theorien endogenen und exogenen Wachstums, monetäre Integration, Migration, das Entstehen internationaler Konzerne, internationale Kapitalmobilität, Inflation und Deflation, die Rolle des Staates und soziale Sicherungssysteme. Diese Veranstaltung wird sowohl für Studierende des FB 8 (040911) als auch des FB 4 (082621) angeboten. Durch eine Kooperation mit dem Lehrstühlen für Ökonometrie und Empirische Wirtschaftsforschung ist es außerdem möglich, Punkte im Modul "Seminar Ausgewählte Kapitel in Ökonometrie, Statistik und empirischer Wirtschaftsforschung" zu erwerben.

Die Vorlesung behandelt die Zeit der Industrialisierung in europäischer und auch globaler Perspektive. Themen sind daher nicht nur das deutsche Wirtschaftswachstum, sondern neben der britischen Industrialisierung auch die Wachstumserfahrung anderer europäischer Staaten sowie zu Beginn auch die "Große Divergenz", also die unterschiedliche Wachstumserfahrung in Asien. Durch diesen Blickwinkel wird es möglich, Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Länder herauszuarbeiten und so ein umfassenderes Verständnis der Industrialisierung zu erhalten. Ein besonderes Augenmerk wird auf internationale Prozesse gerichtet, d.h. die Migration von Arbeit, Kapitaltransfers und grenzüberschreitenden Güterhandel.