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Hauptseminar: Das Wirtschaftswunder, 1948-1973: BRD und Japan im Vergleich

Die Veranstaltung im HIS-LSF

Mi 08-10, Fürstenberghaus S102 (Ü 106/107)

Die BRD und Japan erlebten nach dem Zweiten Weltkrieg beide ein sogenanntes Wirtschaftswunder. Was waren die Gründe für dieses außergewöhnliche Wachstum? Institutionelle Erklärungen für Westdeutschland reichen von der Sozialen Marktwirtschaft über den Marshallplan und den Korea-Krieg bis zur Rekonstruktionshypothese. Für Japan wird insbesondere auf die Industriepolitik der Regierung und die Bildung von Konglomeraten aus Finanz- und Industrieunternehmen, sogenannten keiretsu, verwiesen. Mit diesen institutionellen Erklärungen konkurrieren deterministische Theorien. Die Rekonstruktionshypothese beschreibt dabei die Rückkehr zum langfristigen Wachstumspfad nach einem drastischen kriegsbedingten Einbruch und betrachtet ausschließlich eine einzelne Volkswirtschaft. Die Catch-Up-Hypothese betont dagegen die Aufholjagd zwischen einem internationalen Führer (den USA) und Nachfolgern (Japan, Deutschland). Der komparativ-historische Ansatz des Seminars soll es ermöglichen, zwischen verschiedenen Erklärungsansätzen zu unterscheiden und ein tieferes Verständnis von Wachstumsprozessen zu erlangen. Außerdem soll neben einem klassischen Thema der deutschen Zeitgeschichte die Geschichte Japans als einer der wichtigsten Industrienationen der Gegenwart vermittelt werden.

Literaturhinweise:
  • Werner Abelshauser: Deutsche Wirtschaftsgeschichte seit 1945, München 2004.
  • Barry J. Eichengreen: Europe's Post-War Recovery, Cambridge 1995.
  • Takafusa Nakamura: The Postwar Japanese Economy. Its Development and Structure, 1937-1994, Tokyo 1995.
  • Bart van Ark / Nicholas Crafts, Quantitative Aspects of Post-War European Growth, Cambridge 1996.

Die Veranstaltung richtet sich an empirisch interessierte Volkswirte und volkswirtschaftlich orientierte Historiker. Inhaltlich geht es in diesem Semester um internationale Geldpolitik in den 1920er und 1930er Jahren, insbesondere um die Zinsentscheidungen von Zentralbanken. Diese Zeit ist historisch besonders interessant, weil nach dem 1. Weltkrieg zwar wieder der Goldstandard eingeführt wurde, das internationale Umfeld sich aber grundlegend verändert hatte. U. a. waren die Hyperinflation, der Vertrag von Versailles, das deutsche Reparationsregime, die internationale Verschuldung, die Weltwirtschaftskrise und schließlich der Zusammenbruch des Goldstandards zentrale Merkmale dieser Zeit. Inwieweit sich diese Umstände auf das Verhalten der Zentralbanker ausgewirkt haben, ist selbst 80 Jahre später immmer noch Gegenstand hitziger Debatten zwischen Wirtschaftshistorikern. Die Veranstaltung klinkt sich also direkt in die laufende Forschung ein.

In dieser Veranstaltung lesen wir die relevante Literatur und diskutieren diese. Alle Teilnehmer müssen eine Präsentation zu einem der Themen erarbeiten.
Die Veranstaltung richtet sich an empirisch ausgerichtete Volkswirte und an ökonomisch interessierte Historiker. Methodisch geht es um die Schätzung sogenannter Taylor-Regeln. Diese beschreiben die Zinsentscheidungen von Zentralbanken.

Der historische Kontext sind die 1920er und 1930er Jahre. Diese Zeit ist besonders interessant, weil nach dem 1. Weltkrieg zwar wieder der Goldstandard eingeführt wurde, das internationale Umfeld sich aber grundlegend verändert hatte. Die Hyperinflation, der Vertrag von Versailles, das deutsche Reparationsregime, die internationale Verschuldung, die Weltwirtschaftskrise und schließlich der Zusammenbruch des Goldstandards waren zentrale Merkmale dieser Periode. Inwieweit sich diese Umstände auf das Verhalten der Zentralbanker ausgewirkt haben, ist selbst 80 Jahre später immmer noch Gegenstand hitziger Debatten zwischen Wirtschaftshistorikern. Diese Veranstaltung klinkt sich also direkt in die laufende Forschung ein.