In diesem Kurs untersuchen wir die Schnittstellen und Spannungsverhältnisse der soziologischen Forschungsfelder Arbeit, Organisation und Geschlecht. Wie gestaltet sich die Verknüpfung von (Erwerbs-)Arbeit und Arbeitsorganisation mit dem Wandel der Geschlechterverhältnisse? Welche organisationalen Prozesse deuten auf eine Erosion bestehender Geschlechterverhältnisse hin? Wie könnte Erwerbsarbeit im Kontext von Digitalisierung, Rationalisierung und Prekarisierung o.ä. in Zukunft aussehen? In diesem Seminar können Studien- und Prüfungsleistungen konform der Studienordnung, jedoch vornehmlich in Form eines Referats + Handout, bzw. Ausarbeitung erbracht werden. Hausarbeiten werden nach Kursende vergeben. Eine regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt.
- Lehrende/r: Tamara Schorge
In kapitalistischen Gesellschaften muss die Mehrheit der Bevölkerung ihre Arbeitskraft gegen Lohn anbieten. Arbeit und Bildung gelten als die wirkungsvollsten Formen von Vergesellschaftung. Unbestritten ist ebenso die Tatsache, dass das Leistungsprinzip ein Ideal für die Verteilung von Reichtum darstellt und somit zum gesellschaftlichen Platzanweiser avanciert. Die Praxis, Bewertung und Aushandlungsprozesse von Leistung werden von uns im Kurs untersucht und in einen arbeitssoziologischen Kontext eingeordnet. Gemeinsam werden wir uns mit den Folgen von Leistungs- und Lohnpolitik auf subjektive Gerechtigkeitsvorstellungen von Beschäftigten auseinandersetzen und dabei das Spannungsfeld aus Leistung und Erschöpfung nicht aus dem Blick verlieren. Leistungsmechanismen in Bildungsinstitutionen werden im Verlauf ebenso zum Thema werden. Kann es in diesem Kontext überhaupt Gerechtigkeit geben? Welche Rolle spielt dabei der Kapitalismus? Auch dies wird zu diskutieren sein. In diesem Seminar können Studien- und Prüfungsleistungen konform der Studienordnung, jedoch vornehmlich in Form eines Referats + Handout, bzw. Ausarbeitung erbracht werden. Hausarbeiten werden nach Kursende vergeben. Eine regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt.
- Lehrende/r: Tamara Schorge
Inwiefern sollten Lehrer*innen die ökologische Krise und die Ungerechtigkeit auf der Welt in ihrem Unterricht thematisieren? Anders gefragt: Welche Wege sind denkbar und wünschenswert sich in der Rolle als Lehrer*in zur sozial-ökologischen Krise zu positionieren? Das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung soll zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigen. Was heißt das aber genau? Der Nachhaltigkeitsdiskurs enthält sehr unterschiedliche Problemdeutungen, miteinander in Konflikt stehende Vorstellungen davon, wie eine nachhaltige Gesellschaft aussehen soll und sich widersprechende praktische Strategien zu ihr zu gelangen. Je nachdem ob Nachhaltigkeit aus der Perspektive des Katastrophismus, des grünen Technikoptimismus, des Ökokapitalismus, kollektivistischer Alternativökonomien, der Radikaldemokratie oder des Technokratismus gedacht wird, bedeutet „zukunftsfähiges Denken und Handeln“ mitunter sehr unterschiedliches. Auch in Bezug auf Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stellt sich daher die Frage: Von welchem Verständnis von Nachhaltigkeit wird ausgegangen? Ohne Zweifel wird Bildung als ein wesentlicher Hebel zu einer nachhaltigen Gesellschaftsentwicklung verstanden. Durch Aufklärung, Bewusstseinsbildung und Kompetenzerwerb, sollen Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene befähigt werden im Sinne der Nachhaltigkeit zu handeln. Im Lichte der Zuspitzung der sozial-ökologischen Krise ließe sich umgekehrt aber auch Fragen: Befähigen Bildungsprozesse aktuell nicht in erster Linie dazu nicht-nachhaltiges Handeln zu erlernen? Sind Bildungsinstitutionen wie KITAs, Schulen oder auch Universitäten aktuell vielleicht gar wesentlich an der Problemverursachung beteiligt? Und auch jenseits dieser Institutionen, wie erlernen wir überhaupt (Nicht)Nachhaltigkeit? Im Seminar sollen unter anderem diese Fragen diskutiert werden.
- Lehrende/r: Björn Wendt
Utopien wurde im Verlauf ihrer Erforschung sehr unterschiedliche Bedeutungen zugeschrieben. Für die einen sind sie Triebfedern gesellschaftlichen Fortschritts und der Emanzipation. Andere Utopieforscher*innen betonen hingegen, dass Vorstellungen eines idealen sozialen Zusammenlebens, sobald sie den Versuch unternehmen, aus dem Reich der Fantasie in die soziale Wirklichkeit überzugehen, das genaue Gegenteil bewirken können – nämlich Gewalt und Diktatur. Wiederum andere Ansätze verweisen darauf, dass Utopien in erster Linie eine reflexive, meist in fiktionaler Form gestaltete Ausdrucksweise des Möglichkeitsdenkens darstellen, die gar nicht auf Realisierung angelegt sind. Aus dieser Perspektive können sie der Unterhaltung dienen oder kritische Lern- und Bildungsprozesse bei ihren Leser*innen anregen. Die sozialwissenschaftliche Utopieforschung untersucht im Kern die Entstehung und den Wandel der Formen, Intentionen, Inhalte und Funktionen des utopischen Denkens bzw. Welterlebens. Im Seminar werden wir uns damit beschäftigen, wie verschiedene Forschungsansätze die Geschichte des utopischen Denkens bis in die Gegenwart rekonstruieren und welche Bedeutung sie Utopien für individuelle wie gesellschaftliche Entwicklungsprozesse zuschreiben.
- Lehrende/r: Björn Wendt
Jugend wie auch Utopien gelten in der Utopieforschung als zentrale Quellen gesellschaftlicher Erneuerung. Beide werden traditionell mit Revolte und Revolution, mit der Auflehnung gegen das Alte und dem Aufbruch zu Neuem in Verbindung gebracht. In Zeiten der sogenannten Polykrise erscheint diese Verknüpfung jedoch zunehmend fragil. Der Klimawandel, globale Ungleichheiten und andere dystopische Zukunftserzählungen erzeugen Ängste in der jungen Generation und verdrängen oftmals utopische Vorstellungen einer besseren Zukunft. In der jüngeren Bildungsforschung wird daher verstärkt darauf hingearbeitet, Utopien einen größeren Stellenwert im schulischen Unterricht einzuräumen und Schüler*innen sogenannte Utopiekompetenz zu vermitteln (vgl. Ammerer et al. 2024). Im Seminar werden wir uns mit der Beziehung zwischen Utopie und Jugend auseinandersetzen und forschend der Frage nachgehen, wie Jugendliche heute in die Zukunft blicken: Welche Vorstellungen von Zukunft entwickeln sie? Welche Hoffnungen, Ängste und Handlungsmöglichkeiten verbinden sie damit? Und inwiefern können Schulen die Ausbildung von Zukunftskompetenz durch utopisches Denken gezielt fördern?
- Lehrende/r: Björn Wendt
Democracy is both subject and object of innovation. It serves as a means for collectively addressing societal challenges while itself qualifying as an innovative governance approach aimed at approaching freedom and equality. This module provides an introduction to democratic theory and the interdisciplinary field of democratic innovation. It examines established theories of democracy and explores the growing need for democratic innovation in light of the limitations of liberal democratic systems. Students ought to engage with conceptual foundations as well as practical developments in attempting to (further) democratize contemporary societies.
- Lehrende/r: Axel Pfleger