
Der französische Historiker und Heraldiker Claude-François Ménestrier (1631-1705)
Am 16. Mai sprach Jun.-Prof. Dr. Torsten Hiltmann auf der Tagung “Kontinuitäten | Umbrüche | Zäsuren. Die Konstruktion von Epochen in Mittelalter und früher Neuzeit in interdisziplinärer Sichtung”, die von Dr. Thomas Kühtreiber vom Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit der Universität Salzburg in Krems a.d. Donau organisiert wurde. In seinem Vortrag "Legenden im Zweifel – das Ende der mittelalterlichen Heraldik im 17. Jahrhundert. Zur Kontinuität mittelalterlicher Vorstellungswelten im frühneuzeitlichen Denken" ging es um die Frage, wann die mittelalterliche Heraldik eigentlich endet. Im Zentrum standen dabei die Vorstellung vom antiken Ursprung der Wappen. Die Idee, dass es die Wappen bereits seit der Antike gab, ist erstmals im 14. Jahrhundert zu belegen und läßt sich ungebrochen bis ins 17. Jahrhundert weiterverfolgen. Auch wenn die Argumentation in der Frühneuzeit deutlich gelehrter wurde, blieb die Vorstellung von der antiken, ja biblischen Herkunft der Wappen weiter bestehen. Erst Claude-François Ménestrier äußerte Mitte des 17. Jahrhunderts die Vorstellung, dass die Wappen möglicherweise erst im Mittelalter, zu Zeiten der Kreuzzüge entstanden sein könnte, woraufhin er sich erst einmal einer erbitterten Kontroberse mit Claude Le Laboureur stellen musste, bevor seine Ausführung allgemein akzeptiert wurden - die den gesellschaftlichen Stellenwert der Wappen deutlich veränderten.
Mehr zum Vortrag: http://heraldica.hypotheses.org/1064
Zum Programm der Tagung: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de

