Forschungsschwerpunkte
  • Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit
  • Prosaerzählungen des 16. Jahrhunderts
  • Literatur und Religion
  • Environmental Humanities
  • Mangel und Überfluss in der Literatur
Weitere Zugehörigkeit an der Universität Münster
Promotion

[Arbeitstitel] Literarisierung von Überfluss und Mangel im Kontext der 'Kleinen Eiszeit' in Prosaerzählungen des späten 16. Jahrhunderts

Betreuerin
Jun.-Prof. Dr. Joana van de Löcht
Promotionsfach
Deutsche Philologie
Verleihender Fachbereich
Fachbereich 09 – Philologie

Die Auswirkungen der ‚Kleinen Eiszeit' enden nicht mit Schnee, Eis und Frost. Das Projekt rückt Mangel als Folge veränderter Witterung ins Zentrum: Ernteausfälle, blockierte Handelswege und damit einhergehende Teuerungen sorgen für einen Mangel an Nahrung, der in breiten Bevölkerungsgruppen als drängendes Problem spürbar war. Über die These, dass sich literarische Texte zumindest in Teilen als Reaktion auf solche realweltlichen Probleme lesen lassen, verfolgt die Arbeit einen problemgeschichtlichen Ansatz. Anhand von Darstellungen von Mangel und Überfluss soll untersucht werden, ob und wie solche Kontexte Eingang in Literaturproduktion finden können.

Als Fundament dient hierfür die Betrachtung des zeitgenössischen Buchmarktes, welcher als Archiv und Brücke zwischen Literatur und Wirklichkeit verstanden wird. Ausgangspunkt ist dabei die Annahme, dass Druckentscheidungen – wie beispielsweise die Aufnahme eines literarischen Textes in ein deutlich von Gebrauchs- und Fachtexten geprägtes Programm – nicht unabhängig von den Interessen und Bedürfnissen eines potenziellen Publikums getroffen werden. Durch die Betrachtung von Erzähltexten als Produkte spezifischer Publikationskontexte eröffnen sich weitere Perspektiven auf die Bedeutung von erzählender Literatur im Verhältnis zu ihrer Entstehungszeit.

Im Mittelpunkt der Studie stehen dabei vier Texte, die sich durch einen produktiven Umgang mit den Spielarten von Mangel und Überfluss auszeichnen: zum einen das ‚Faustbuch' aus der Offizin Johann Spieß' in Frankfurt a. M., ergänzt durch seinen als ‚Wagnerbuch' bekannten Nachfolger, zum anderen das ‚Lalebuch' aus der Straßburger Offizin Bernhard Jobins. Die aus demselben Druckkontext stammende ‚Geschichtklitterung' Johann Fischarts wird ergänzend hinzugezogen.

Vita

Akademische Ausbildung

Master of Arts: Europäische Literaturen – Humboldt-Universität zu Berlin
Bachelor of Arts: Deutsche Literatur / Skandinavistik – Humboldt-Universität zu Berlin
Erasmus-Aufenthalt – Universität Uppsala

Beruflicher Werdegang

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Münster, Germanistisches Institut, Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe „Die Spuren der ‚Kleinen Eiszeit‘ in der Literatur der frühen Neuzeit (1570–1780) “ (Jun.-Prof. Dr. Joana van de Löcht)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Elternzeitvertretung), Humboldt-Universität zu Berlin, Lehrstuhl für Deutsche Literatur des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (Prof. Dr. Hans Jürgen Scheuer)
Studentische Beschäftigte, Humboldt-Universität zu Berlin, Lehrstuhl für Deutsche Literatur des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (Prof. Dr. Hans Jürgen Scheuer)
Publikationen

Artikel

Artikel in Fachzeitschriften, Zeitungen oder Magazinen
Übersichtsartikel (Zeitschrift)
Konferenzbericht (Zeitschrift)
Forschungsartikel in einer Zeitschrift (Konferenz)

Webauftritt (öffentlich zugänglich)

Wissenschaftliche Vorträge
  • Ramin, Anne : „Spielen aus der Gaukeltasche: Der Umgang mit sozialer und ökologischer Umwelt in D. Johan Fausten Gauckeltasche“. Tagung der Grimmelshausen-Gesellschaft 2026, Gelnhausen, .
  • Seifert, Kristin ; Ramin, Anne : „‚Divine Gaming‘ [gemeinsam mit Kristin Seifert]]“. Ringvorlesung: Apokryphe Konfessionen. Religiöse Denkformen und Religionskritik im Film, Humboldt-Universität zu Berlin, .