Erich Przywaras Weg Negativer Theologie, 2. Auflage
Bd. 4, 2000, 344 S., 25.90 EUR, br., ISBN 3-8258-3105-1
Gegenüber einer Auslegung des Werks Przywaras (1889 - 1972) als
niveauvolle, aber im Grunde überholte Erneuerung scholastischer
Ontologie ist die These der Arbeit, daß sich in ihm die Züge einer
Gott-Rede enthüllen, die der Radikalität heutiger "Gotteskrise" zu
entsprechen vermag: In erlittener Nicht-Identität, in den
geschichtlichen Katastrophen, im Sich-Wundreiben an der Andersheit des
konkret anderen mitmenschlichen Subjekts beginnt die Selbstbezogenheit
und Selbstgenügsamkeit des Gott-Suchers aufzubrechen für den
"Ganz-Anderen", für den je größeren Gott. Damit gibt sich aber auch der
Zentralbegriff der Theologie Erich Przywaras, die analogia entis, gegen
jedes Mißverständnis als Gott und Mensch zusammenzwingende Formel als
das Wort, das einerseits das verzweifelte Ringen Przywaras um eine
lebbare Einheit in einer auseinanderberstenden Moderne und andererseits
den Widerstand gegen jede Vereinnahmung Gottes vom Menschen her
bezeichnet: analogia entis als Einweisung in die negative Theologie.
"In einer Zeit, in der - wie zum Beispiel im französischen und
deutschen Sprachraum - die Negative Theologie und ihre Traditionen neue
Aufmerksamkeit gewinnen, ist eine Arbeit über Erich Przywara, die ihn
als einen der Höhepunkte dieser Tradition liest ("Gottes-Nacht"), von
eminenter Bedeutung." (J. B. Metz)
