Seminar für Fundamentaltheologie und Religionsphilosophie

»Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen. Das Erlebnis des Geheimnisvollen […] hat auch die Religion gezeugt« (Albert Einstein).

Gibt es am Ende nur das Fressen und Gefressenwerden der Natur oder das dröhnende Schweigen der unendlichen Räume? Oder könnte es mehr als die messbare, darstellbare und herstellbare Welt geben – das »Unermessliche«? Eine uneinholbare Weite und eine unauslotbare Tiefe, in der die Klänge des Alltags gehört werden können, wie Akkorde der Ewigkeit? Eine Wirklichkeit, für die es sich zu leben lohnt, in der sich Leben orientiert und sich Sinn erschließt, weil der Durst des Daseins zur Fülle gelangt und Erfüllung findet?

Haben Sie schon einmal Geschmack für das Geheimnis des Unendlichen verspürt und den inneren Antrieb, danach zu fragen, warum überhaupt etwas ist oder geschieht und nicht vielmehr nichts? Dann sind Sie beim Seminar für Fundamentaltheologie und Religionsphilosophie richtig gelandet. Hier wird im Kontext der religionsphilosophischen Gegenwartsfragen und der theologischen Begründungsprobleme mit beiden Lungenflügeln geatmet: mit philosophischer Vernunft und religiösem Glauben.

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Zusammen mit der Katholisch Theologischen Fakultät der WWU (Nachruf der Fakultät) trauert das Seminar für Fundamentaltheologie um seinen langjährigen Ordinarius, den Univ.-Prof. i. R.


Prof. DDr. Dr. h.c. mult. Johann Baptist Metz


Nach einer Zeit kurzer und schwerer Krankheit ist Prof. Metz am 2. Dezember 2019 in Münster verstorben.
Es ist keine Übertreibung, Johann Baptist Metz als einen der einflussreichsten systematischen Theologen seiner Generation zu bezeichnen: Am 5. August 1928 in Auerbach in der Oberpfalz geboren, nahm er im Alter von 20 Jahren das Studium der Theologie und Philosophie auf und fand bereits früh den Kontakt zum Schülerkreis Karl Rahners. Nach der Priesterweihe und der doppelten Promotion erfolgte 1963 noch vor Abschluss des Habilitationsverfahrens der Ruf auf den Münsteraner Lehrstuhl für Fundamentaltheologie, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1993 innehatte.


Das Charakteristikum der Theologie von Johann Baptist Metz liegt in einer konsequenten Anknüpfung an die durch seinen Lehrer Rahner geprägte „anthropologische Wende“, die er, in kritischer Auseinandersetzung mit Carl Schmitts Postulat einer politischen Theologie und inspiriert durch die lateinamerikanische Befreiungstheologie, als eine Wende der Theologie hin zur Praxis fortdachte. Die „Autorität der Leidenden“, so seine Forderung, müsse in der Theologie neu Gehör finden; gerade eine „Theologie nach Auschwitz“ habe den Gottesgedanken nicht nur auf theoretische, sondern auf politisch-praktische Weise zur Geltung zu bringen. Dieses Projekt einer „neuen politischen Theologie“ inspirierte und inspiriert bis heute einen breiten Schülerkreis, der auf unterschiedliche Weise an die durch Metz grundgelegten Impulse anknüpft.


Gerade am Seminar für Fundamentaltheologie und Religionsphilosophie wird uns, nicht zuletzt durch Kontakte mit Schülern und ehemaligen Studierenden, immer wieder deutlich, was für eine prägende und wertgeschätzte Gestalt Johann Baptist Metz als Mentor, Ideengeber und akademischer Lehrer war. Man kann sich dessen sicher sein, dass seine Stimme und sein Anliegen in der gegenwärtigen Theologie schmerzlich vermisst werden.

AKTUELLES

Gott und Zeit bei Hegel
Gastvortrag am 13.12.19

© Katholisch-Theologische Fakultät

Förderung von Forschungsprojekten Studierender

Das Rektorat der WWU fördert innovative und wissenschaftliche Vorhaben, die von Studierenden (auch Promotionsstudierenden) initiiert und durchgeführt werden, mit bis zu 5.000,00 Euro. Wichtig ist u. a., dass diese Vorhaben von studienabschlussqualifizierenden Maßnahmen und sonstigen Studienleistungen abgegrenzt sind. Die Altersgrenze liegt bei 27 Jahren. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Forschungsförderberatung SAFIR, die Sie gerne bei der Antragstellung unterstützt!

Weitere Informationen finden sie hier.

Neuerscheinungen 2018

https://portal.dnb.de/opac/mvb/cover.htm?isbn=978-3-506-78886-3

Neuerscheinung 2017

Neuerscheinung 2016