Wie anregend und humorvoll, aber auch irritierend und beunruhigend digitale Welten, die theologisch von Relevanz sind, sein können, erlebten die rund sechzig Teilnehmenden hautnah. Denn gleich nach der Begrüßung durch die Tagungsleitung – Andree Burke (Netzwerkbüro Theologie und Beruf) und Barbara Zimmermann (Koordination Hochschuldidaktik), beide Mitglieder unserer Fakultät – konnte man unter Anleitung von Thimo Zirpel ein Gamepad in die Hand nehmen und für die Theologie relevante Computerspiele ausprobieren. Mit dem Slogan „Wenn Gott zu den Menschen kommen soll, dann muss er ins Netz“ begrüßten Katharina Klaholz und Anne Schmidt (zwei Master-Studentinnen unserer Fakultät) die Besucher im zweiten Raum, wo u. a. mithilfe einer App- und einer Hörstation, greifbar wurde, wie vielfältig sich Kirche aktuell im Netz darstellt. Einen Raum weiter luden Sven Eichholt, Katharina Wedeking, Rebecca Kelm und Florian Tiede (alle Mitglieder unserer Fachschaft) ein, in die aktuelle virtuelle Lebenswelt der Generation Smartphone einzutauchen, sich über zentrale Apps und Websites zu informieren, die Studierende der Theologie gegenwärtig nutzen. In den drei Räumen – im Zuge der Tagung liebevoll als „Museumsdorf“ tituliert – war so Raum, um miteinander über das Thema „Theologiestudium im digitalen Zeitalter“ ins Gespräch zu kommen und sich erkundend zu informieren.

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In der nachfolgenden Fishbowl kristallisierte sich eine der Digitalisierung mitunter kritische, aber zugleich grundsätzlich offene Grundhaltung als Konsens zwischen verschiedenen Stakeholdern des Theologiestudiums heraus. Eva Mundanjohl, Simon Hesselmann, Christian Wode, Bernhard Remmers und Marcus Hoffmann illustrierten anschaulich, dass Digitalisierung in aktuellen Tätigkeitsbereichen (Hochschulverwaltung, Studium und pastoraler Dienst, Gemeinde und Bistum, Journalismus, Schule) längst eine Rolle spielt. Darauf aufbauend erörterten sie, inwiefern schon im Studium der Katholischen Theologie bzw. an Katholisch-Theologischen Fakultäten und Instituten begonnen werden müsste, auf den `digital turn` zu reagieren. Peter Kirchschläger machte – in seinem Online-Vortrag zugeschaltet aus Luzern – eindrucksvoll deutlich, welch gravierende Transformationsprozesse in der Arbeitswelt durch die Digitalisierung wahrscheinlich sind und welche Relevanz Theologie, Kirche und Glaube dann zukommen kann. Barbara Zimmermann schlug theologiedidaktische Schneisen und illustrierte, inwiefern sich Studium und Lehre im digitalen Zeitalter ändern, welche didaktischen Herausforderungen z. B. durch die Ergänzung von E- und Blended Learning entstehen. Die Zuhörenden konnten durch Nutzung ihrer Smartphones Einschätzungen in den Vortrag einbringen und so wurde zugleich deutlich, wie unzufrieden die meisten Teilnehmenden mit dem gegenwärtigen Stand einer digitalen Hochschullehre in der Theologie sind.

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Wie Blended Learning ganz konkret im Rahmen des ersten Fachsemesters zur Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten genutzt werden kann (Marc Heidkamp, Monnica Klöckener), wie Online-Studiengänge in der Theologie gestaltet sein können (Ulrich Feeser-Lichterfeld) und was Leistung und Grenzen von Smartboards in der theologischen Hochschullehre sind (Ludger Hiepel), wurde dann in einer Workshop-Phase greifbar. Die Teilnehmenden konnten außerdem erleben, welchen Beitrag Videographie zum RU leisten kann (Guido Hunze, Julia Hahn, Johannes Feindler) und wie Studierendenverwaltung digital funktioniert und realisiert werden kann (Eva Mundanjohl, Mathias Gerstorfer-H.). (ggf. Foto einbetten: IMG_2178)
In einem abschließenden Podium skizzierten Desiree Haak, Oliver Reis, Kai Sanders und Clauß Peter Sajak offene Baustellen und Herausforderungen mit Blick auf die Zukunft theologischer Studiengänge im digitalen Zeitalter. Die Notwendigkeit eines „Pack an!“ umfasse mehr als nur die Bereitschaft der einzelnen Lehrenden, sich in neue digitale Geräte einzuarbeiten, um diese dann didaktisch reflektiert in der Lehre zu nutzen. Es gehe beispielsweise um die Frage künftigen Wissenstransfers, also wie theologische Forschungsergebnisse über soziale Medien geteilt werden können. Als weitere Herausforderungen wurden theologische Forschungen zum Agieren von Menschen in digitalen Lebenswelten und zu den prognostizierten gesellschaftlichen Transformationsprozessen, aber auch der reflektierte Einsatz neuerer Ansätze einer digitalen Hochschullehre benannt.
Am Ende blickte die Tagungsleitung samt Team (Alissa Geisler, Vanessa Landwehr, Katharina Klaholz, Anne Schmidt, Sven Eichholt; alle Studierende unserer Fakultät) außerordentlich zufrieden auf die Netzwerk-Tagung – nicht zuletzt auch, weil im Rahmen der informellen Tagungselemente (Conference-Dinner und Tagungscafé) ganz konkrete kooperative Projektideen entwickelt wurden (z. B. stärkere Vernetzung zwischen Schule und Hochschule über Open Source Module). Insofern gilt: Vernetzung gelungen!

Weitere Informationen unter: www.muensteraner-fachgespraeche.de

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