"Schaurig ist´s übers Moor zu gehen"? - Moore im Münsterland und ihre Bedeutung für das (Welt-)Klima

© Heeke AFO WWU

Am Dienstag den 17. Dezember 2020 fand die 5. After-Work-Exkursion statt, die die Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) und die Abteilung für Personalentwicklung zusammen insbesondere für Neumitglieder der Verwaltung der WWU anbieten.

Mit insgesamt 18 Kolleginnen und Kollegen ging es diesmal in das Recker Moor, direkt an der Grenze zu Niedersachsen. Hier forscht ein Team um den Landschaftsökologen Prof. Dr. Klaus-Holger Knorr in Zusammenarbeit mit örtlichen Experten aus dem Naturschutz.


Herr Rainer Seidl von der ANTL nahm die Gruppe in Empfang, gab Einblicke in die Geschichte des Recker Moores und erklärte, wie die Naturschutzbewegung in und um Recke sich seit 40 Jahren um die Renaturierung des Moores bemüht, auf welche Herausforderungen und Widerstände man immer wieder stößt und wie sich manchmal das Nichtstun als Idealfall für die angestrebten Ziele entpuppt.


Prof. Knorr erläuterte, welche verschiedenen Moore es gibt, wie groß die Klimabedeutsamkeit der Moore durch ihre enorme CO2-Speicherkapazität ist und inwiefern auch ein anderes Klimagas, Methan, im Zusammenhang mit Wiedervernässung und Moorschutz immer wieder thematisiert wird. Er erklärte, welche Rolle Torf in Blumenerden spielt und welche Alternativen es für den Privatverbraucher gibt, welche Möglichkeiten der sinnvollen und klimaverträglichen Bewirtschaftung es von Moorflächen gibt und woran diese (bisher) scheitern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten die Besonderheiten von Flora und Fauna im Moor kennen und konnten den schwingenden, weichen Gang über Moorflächen testen. Zu immerhin 95% war es ein Gang über Wasser.


Schaurig beim lehrreichen Gang durchs Moor und dem angeregten Austausch über die unterschiedlichsten Verwaltungsabteilungen der WWU hinweg, war nur die Tatsache, dass wir Mitte Dezember bei 14 Grad und Sonnenschein unterwegs waren. Und so schloss sich dann wieder der Kreis zur Frage nach Klimaschutz und der Rolle, die Moore spielen (können). Dieser und weitere Punkte wurden auch bei der anschließenden Einkehr zu Kaffee und Kuchen und auf der Heimfahrt im Bus nach Münster noch weiter diskutiert.