Welche Nachhaltigkeit? Warum die ‚Soziologie der Nachhaltigkeit‘ weder in menschlichen Überlebensfragen begründet werden kann, noch neu erfunden werden muss

Karl-Werner Brand

Abstract


Der Beitrag liefert eine kritische Bewertung der bisherigen programmatischen Beiträge der neuen ‚Soziologie der Nachhaltigkeit‘. Auch wenn der Versuch, der Soziologie in der Nachhaltigkeitsdebatte ein größeres Gewicht zu verleihen, grundsätzlich zu begrüßen ist, so weist er  doch eine Reihe von Defiziten auf. Ein erstes zentrales Defizit ist, dass weder der spezifische Gegenstandsbereich noch der normative Bezugspunkt der ‚Soziologie der Nachhaltigkeit‘ geklärt werden. Der von den Autoren gewählte Bezugspunkt der ‚langfristigen Sicherung der menschlichen Existenz‘ hat mit dem internationalen Leitbild der ‚nachhaltigen Entwicklung‘ und den bisher davon angestoßenen gesellschaftlichen Transformationen wenig zu tun. Ein zweites zentrales Defizit ist, dass die Mitte der neunziger Jahre auch in Deutschland aufblühende soziologische Nachhaltigkeitsforschung wenn überhaupt, dann nur hochgradig selektiv wahrgenommen wird. Die Soziologie der Nachhaltigkeit muss aber nicht neu erfunden werden. Sie ist heute nur in andere gesellschaftliche Kontexte eingebettet. Zu klären wäre somit, worin das Neue der aktuellen, zweiten Welle der sozio­logischen Nachhaltigkeitsforschung besteht.

Schlagworte


Defizite der Soziologie der Nachhaltigkeit; Untersuchungsgegenstand; normativer Bezugspunkt; erste und zweite Welle soziologischer Nachhaltigkeitsforschung

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